Happy Birthday: Metropol-Kino wird 75 Jahre alt

Anzeige
Geschäftsführer Udo Heimansberg in der neuen Bestuhlung des alten Kino. Er übergibt den Staffelstab bald an Theaterleiter Nico Elze. Foto: Oleksandr Voskresenskyi
Bilk. "Über das genaue Datum der Eröffnung des Metropol-Theaters streiten sich die Gelehrten", sagt Udo Heimansberg, Geschäftsführer des Kinos auf der Brunnenstraße 20. "Das ist eine Folge der Kriegszeit und vieler verloren gegangener Dokumente. Wir haben uns auf die Schilderungen eines Zeitzeugen verlassen und den 6. Juni 1940 als einigermaßen verlässliches Datum gewählt."
Eröffnet wurde das Metropol im Jahr 1940 mit dem NS-Propagandafilm „Menschen ohne Vaterland“. Im Krieg wurde das Kino während einer Vorstellung mit zahlreichen Toten im Kinosaal durch einen Luftangriff zerstört.
Die Wiedereröffnung 1949 war dann schon friedlicher: „Mutterherz“ mit Olivia DeHavilland. In den 50ern wurden im Metropol, zusammen mit dem Schwesterhaus „Atrium“ an der Grafenberger Allee, vor allem Heimatfilme gezeigt. Auch Premieren fanden statt: So kam Marianne Koch zur Erstaufführung von „Der Klosterjäger“ und auch Liveauftritte gab es in jenen Tagen: Helmuth Zacharias sorgte mit seinem Jazzquintett für Musik im Kinosaal.

Abriss und Neubau eines legendären Kinos

Mitte der 1960er Jahre wurde das alte Kinogebäude schließlich abgerissen. An alter Stelle entstanden Wohnungen, ein Hotel und ein neues, 199 Besucher fassendes Kino entstand.
Als im Jahr 1972 Helmuth Rehbein das leerstehende Objekt übernahm, konnte das vier Jahre leer stehende Gebäude knapp vor einem erneuten Umbau gerettet werden. Nach erfolgreichen Jahren mit Repertoire-Filmen und gelegentlichen Erstaufführungen ging es ab Mitte der 1970er bergab - niemand interessierte sich für das alte Kino, wollte die Theaterleitung übernehmen. Am 1. November 1979 sprang Udo Heimansberg ins eiskalte Wasser und unterschrieb einen 10-Jahres-Vertrag. Er machte das Metropol zum Programmkino. Schnell musste es gehen - beim ersten Programmentwurf und -druck half Jochen Hülder. Der in diesem Jahr verstorbene Chef der Toten Hosen ließ auch das nochheute verwendete Metropol-Logo entwerfen. Nach zwei schwierigen Monaten ging es dann unaufhaltsam aufwärts. Neben dem Bambi hatte Düsseldorf ein neues Programmkino, das - typisch für die 1980er Jahre - hauptsächlich von Studenten und Schülern frequentiert wurde und programmatisch geprägt war unter anderem durch Filmnächte.
Aber auch kleine Erstaufführungen wie „Eraserhead“ von David Lynch begeisterten in diesen Tagen das Publikum.

Metropol erneut Erstaufführungshaus

Inzwischen hat sich das Metropol erneut als Erstaufführungshaus etabliert und wird jährlich für sein herausragendes Programm von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Filmstiftung NRW belohnt. Seit 2013 ist das 75 Jahre alte Kino vollständig digitalisiert, Bild und Ton genügen höchsten Qualitätsansprüchen. Ungewöhnlich ist die tiefgekrümmte Cinerama-Bildwand im großen Saal. Die beiden Säle wurden im Laufe der letzten Jahre neu bestuhlt, aktuell hat auch der Eingangsbereich ein Facelifting bekommen.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.