Heine-Preis für Alexander Kluge

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Nahm in der vergangenen Woche den mit 50.000 Euro dotierten Heine-Preis entgegen: Filmemacher, Schriftsteller und Jurist Professor Dr. Alexander Kluge. Foto: Ingo Lammert
Der Filmemacher, Schriftsteller und promovierte Jurist Prof. Dr. Alexander Kluge wurde in der vergangen Woche mit dem Heine-Preis 2014 der Landeshauptstadt Düsseldorf ausgezeichnet. Der Heine-Preis zählt zu den bedeutendsten Literatur- und Persönlichkeitspreisen Deutschlands und wird seit 1972 verliehen. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und nimmt damit einen Spitzenplatz im deutschsprachigen Raum ein.

Am 13. Dezember – an Heinrich Heines 217. Geburtstag – überreichte Oberbürgermeister Thomas Geisel den Preis in einem Festakt im Düsseldorfer Schauspielhaus. Der Maler und Bildhauer Anselm Kiefer hielt die Laudatio und trat mit dem Preisträger in ein Gespräch.
Die Heine-Preis-Jury traf ihre Entscheidung für Alexander Kluge am 19.
Oktober. Die Jury begründete ihr Votum wie folgt: "Der Heinrich-
Heine-Preis der Landeshauptstadt Düsseldorf 2014 wird an Alexander
Kluge verliehen. Ohne Schere im Kopf montiert er subjektive Erfahrungen
und authentische Materialien zu Kunstwerken, die ins Staunen versetzen
und die moderne Existenz zugleich spiegeln und herausfordern.
Als wichtiger Vertreter der kritischen Theorie knüpft er an das poetische,
publizistische und politische Schaffen Heinrich Heines an."
Der Heine-Preis wird, wie es in den Bestimmungen heißt, durch die vom
Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf eingesetzte Jury "an Persönlichkeiten
verliehen, die durch ihr geistiges Schaffen im Sinne der Grundrechte
des Menschen, für die sich Heinrich Heine eingesetzt hat, den sozialen
und politischen Fortschritt fördern, der Völkerverständigung dienen
oder die Erkenntnis von der Zusammengehörigkeit aller Menschen verbreiten".

Niedergelassener Rechtsanwalt in München

Alexander Kluge wurde am 14. Februar 1932 in Halberstadt als Sohn
eines Arztes geboren. Nach seinem Abitur in Berlin studierte er ab 1950
Rechtswissenschaften, Geschichte und Kirchenmusik in Freiburg im
Breisgau, Marburg und Frankfurt am Main. 1956 promovierte er mit
seiner Dissertation über "Die Universitäts-Selbstverwaltung. Ihre Geschichte
und gegenwärtige Rechtsform". 1958 ließ er sich in Berlin und
später in München als Rechtsanwalt nieder. Schnell wandte er sich der
literarischen Arbeit zu, absolvierte ein Volontariat bei dem Filmregisseur
Fritz Lang und betätigte sich mit Erfolg als Filmemacher und literarischer
Autor. Kluge erhielt in der Folge zahlreiche nationale und internationale
Preise, unter anderem 1982 den Goldenen Löwen der Filmfestspiele
von Venedig, 2003 den Georg-Büchner-Preis und 2008 den Deutschen
Filmpreis.

Breite Öffentlichkeit durch Filme

Vor allem als Filmemacher wurde Kluge einer breiten Öffentlichkeit bekannt.
Zu seinen großen Erfolgen zählen "Abschied von gestern" (1966),
"Die Artisten in der Zirkuskuppel: ratlos" (1968), "Deutschland im
Herbst" (1978, mit Volker Schlöndorff, Rainer Werner Fassbinder, Edgar
Reitz und anderen) oder "Die Macht der Gefühle" (1983). Auch als
Fernsehproduzent erzielte Kluge große Wirkung: Mit der Gründung der
dctb gelang es ihm Ende der 80er-Jahre, eine Plattform für unabhängige
Kulturmagazine im deutschen Privatfernsehen zu schaffen.
Sein schriftstellerisches Werk dominieren Kurzgeschichten und Essays.
Die "Chronik der Gefühle" ist eine Sammlung seines bis 2002 erschienenen
literarischen Werks. 2003 kam mit "Die Lücke, die der Teufel lässt"
eine Zusammenstellung 500 neuer Geschichten hinzu, die sich insbesondere
mit den Ereignissen des 11. September 2001 beschäftigen. 2006 veröffentlichte
Alexander Kluge 350 weitere Geschichten unter dem Titel
"Tür an Tür mit einem anderen Leben". 2007 wurde Alexander Kluge
mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Heine-Preis – bisherige Preisträger und Jury:
Der Preis, den Düsseldorf als Vaterstadt zu Ehren des 1797 geborenen
Heinrich Heine gestiftet hat, wird zum 19. Mal vergeben. Bisherige
Heine-Preisträger sind: Carl Zuckmayer (1972), Pierre Bertaux (1975),
Sebastian Haffner (1978), Walter Jens (1981), Carl Friedrich von Weizsäcker
(1983), Günter Kunert (1985), Marion Gräfin Dönhoff (1988),
Max Frisch (1989), Richard von Weizsäcker (1991), Wolf Biermann
(1993), Wladyslaw Bartoszewski (1996), Hans Magnus Enzensberger
(1998), W.G. Sebald (2000), Elfriede Jelinek (2002), Robert Gernhardt
(2004), Amos Oz (2008), Simone Veil (2010) und Jürgen Habermas (2012).
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