Hommage an Walter Mossmann

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"Hommage an Walter Mossmann" bei den NaturFreunden Düsseldorf
Düsseldorf: Naturfreundehaus |

Premiere bei den NaturFreunden Düsseldorf

50 Besucherinnen und Besucher durften an diesem Sonntagnachmittag im Naturfreundehaus Gerresheim eine Premiere erleben: Klaus Grabenhorst (Gitarre, Gesang), Max Maxelon (Cello) und Jens Barabasch (Flöten) präsentierten zum ersten Mal das neue Programm "Hommage an Walter Mossmann". Mit vielen seiner Lieder, aber auch mit Auszügen aus seiner Biographie und mit eigenen Erzählungen erwiesen die drei Musiker dem im vorigen Jahr verstorbenen Liedermacher der Anti-Atom-Bewegung ihre Referenz.

Im Zentrum des Programms standen natürlich die Lieder, die Walter Mossmann - teilweise anonym als "Flugblattlieder" zum allgemeinen Gebrauch und Weiterdichten veröffentlicht - im Rahmen der Auseinandersetzungen um das geplante AKW Wyhl in Südbaden geschrieben hat: das "Bruggelied" erzählt davon, wie sich Badener und Elsässer im gemeinsamen Widerstand näher gekommen sind und uralte Vorurteile überwunden haben, in Mossmanns Version von "In Mueders Stübele" erzählt der Wind die Wahrheit über Planungen und Profite und der "KKW-Nein-Rag" auf eine Melodie von Phil Ochs nimmt wie in einem Kasperletheater die handelnden Personen, die das AKW durchsetzen wollen, aufs Korn. Das Lied über "Radio Grün" war eine Werbung für den illegal betriebenen Sender der damals entstehenden Umweltbewegung und in der "Ballade von Seveso" wird in Bezug auf Wyhl schnell klar, was die Menschen aus der Giftgaskatastrophe im Norden Italiens gelernt haben.

Aber nicht nur den Kampf gegen das AKW in Wyhl oder das geplante Endlager in Gorleben ("Lied vom Lebensvogel") hat Walter Mossmann in seinen Liedern aufgegriffen, und so konnten wir in der "Ballade von der unverhofften Last" das Gedankenexperiment eines schwangeren Mannes in Nöten mitverfolgen, sang Klaus Grabenhorst in "Poder Popolar" über den Militärputsch 1973 in Chile und legte im "Lied von der Gedankenfreiheit" dar, dass kritische Meinungen im Gegensatz früheren finsteren Zeiten immerhin "nur noch" mit Berufsverbot geahndet werden.

Viele weitere Lieder erklangen an diesem Nachmittag, luden zum Nachdenken ein, nahmen "ehrbare" Bürger und Ministerpräsidenten aufs Korn und würdigten "radikale" Freunde, deren engagierter Einsatz doch eher normal als radikal sein sollte. So verging der Nachmittag wie im Flug, und nicht ohne eine Zugabe ließ das Publikum Klaus Grabenhorst und seine Mitstreiter ziehen.

Die NaturFreunde Düsseldorf bedanken sich an dieser Stelle auch für die finanzielle Unterstützung von Seiten der Bezirksvertretung 7, die solche kulturellen Veranstaltungen erst möglich macht.
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