Mit Musik gegen Sucht

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Bietet mit der Konzertreihe „BlueFunk-Session“ Abende der besonderen Art im Café Drrüsch: Dirk Mainz (r.), der zu jedem Konzert Gastmusiker einlädt, um abwechslungsreiche und hochmusikalische Abende veranstalten zu können. Foto: Yvette Jacob
 
„Mit den Konzerten gebe ich ein kleines Dankeschön zurück", sagt Dirk Mainz, Musiker und Veranstalter der Konzertreihe „BlueFunk-Session“ im Drrüsch Foto: Stefanie Siegel
Alle zwei Monate veranstaltet der Düsseldorfer Musiker Dirk Mainz die „BlueFunk-Session“ im Café Drrüsch. Dazu lädt er Gastmusiker ein und bietet bei freiem Eintritt hochwertige Konzerte. Das Besondere: ganz bewusst verzichten sowohl Musiker als auch alle Konzertgäste an diesen Abenden auf den Konsum von Alkohol.

Das „Drrüsch“ ist bereits lange vor Beginn des Konzerts um 19 Uhr sehr gut besucht, alle Tische sind besetzt. Viele Gäste des Café Drrüsch, Langerstraße 2, essen vor dem Konzert noch eine Kleinigkeit von der reichhaltigen Karte, unterhalten sich miteinander. Lachssteak mit Kartoffelsalat, Spaghetti mit Flusskrebsfleisch, Salat mit Feta und Oliven sowie diverse frische Kuchen - die angebotenen Speisen werden allesamt frisch im 2004 eingerichteten Café zubereitet. Das Besondere: es wird von allen Gästen und Musikern erwartet, dass sie nüchtern erscheinen, und es wird kein Alkohol angeboten.

BlueFunk-Session mit Profimusikern

Seit Juni 2014 präsentiert der Gitarrist Dirk Mainz alle zwei Monate, immer an einem Freitag von 19 bis 22 Uhr, die „BlueFunk-Session“. Dazu lädt er stets neue Gastmusiker ein: Profis, Semiprofis und talentierten Nachwuchs, die mit ihm den Abend mit Funk, Blues, Reggae und Jam-Rock gestalten. Über das hochwertige musikalische Angebot hinaus verfolgt Mainz ein weiteres Anliegen, denn das Café Drrüsch ist nicht nur ein Stadtteilcafé, sondern auch Teil der Suchtkrankenhilfe der Diakonie. „Es ist etwas Besonderes, dass hier alle nüchtern sind“, betont der 48-jährige Musiker, „ich will beweisen, dass es keinen Alkohol oder sonstige Drogen braucht um kreativ zu sein und einen richtig guten Abend zu haben.“ Mainz war selbst alkoholabhängig und ist seit 13 Jahren rückfallfrei trocken. Nach einer Entgiftung und entsprechender Nachsorge nahm er das Angebot einer Suchtrehabilitation des Suchtberatungs- und Therapiezentrums der Diakonie in Anspruch. Später arbeitete er ehrenamtlich im Café Drrüsch und betrachtet seine Konzertreihe als ein kleines Dankeschön. „Ich gebe damit etwas zurück“, sagt Mainz, „und beweise, dass es Wege aus der Sucht gibt“.

Offensiver Umgang mit der Erkrankung

Mit seiner Erkrankung geht Mainz offensiv um. „Weil ich meinem gesamten Freundeskreis davon erzählt habe, alkoholkrank zu sein und eine Therapie gemacht zu haben, wird mir so der Weg zurück in die Sucht abgeschnitten“, erklärt der Musiker. Ferner legt er großen Wert darauf, dass Suchterkrankungen nicht stigmatisiert werden. Durch seine Konzertreihe gelingt ihm daher auch, Menschen ohne Suchthintergrund in das Café einzuladen und so die Berührungsängste abzubauen.
In der Öffnungszeit - montags bis freitags von 13 bis 20 Uhr und sonntags von 15 bis 19.30 Uhr - finden viele unterschiedliche Gäste den Weg in das Café in Flingern. „Die Gäste kommen hierher, um sich in einem geschützten Raum austauschen zu können und neue Kontakte zu schließen“, erklärt Caféleiterin Andrea Uhlemann. Auch viele Suchtgruppen besuchen das gemütliche Café, Therapeuten der Diakonie dienen als Ansprechpartner vor Ort. Das Café ist integriert in das Gebäude des Suchtberatungs- und Therapiezentrums der Diakonie Düsseldorf, das als Fachambulanz bei Problemen mit Alkohol, Medikamenten oder Glücksspiel berät. Zudem bietet das Café auch für nicht erkrankte Menschen einen alternativen Treffpunkt oder Gelegenheit, zu Mittag oder Abend zu essen, denn seit Gründung des Cafés konnte sich das „Drrüsch“ auch als führender Stadtteiltreff etablieren.
Derzeit teilt Dirk Mainz seine aktuellen Konzerttermine über Aushänge im Café, über soziale Plattformen im Internet und Programmzeitschriften sowie Terminkalender mit. Interessierte können sich aber auch telefonisch über die anstehenden Konzerte und die Arbeit des Sucht- und Therapiezentrums bei der Diakonie unter Telefon 7353264 und der Homepage www.diakonie-duesseldorf.de erkundigen.
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1 Kommentar
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Anastasia-Ana Tell aus Essen-Ruhr | 26.02.2015 | 05:54  
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