Musik mitten im Stadtleben

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Zuhause zwischen Jazz und Rock ist seine Musik inspiriert von Film und Theater, während das Herz im Takt südamerikanischer Rhythmen schlägt: Rolf Springer spielt im Rahmen des Festivals am 24. September um 20.15 Uhr an der Liebfrauenkirche. Foto: privat
Nicht immer nur in den musikalischen Rückspiegel der Stadt zu schauen, sondern auch die musikalische Aktualität Düsseldorfs zu beleuchten, ist Hauptaugenmerk des neuen Musikfestivals „Feedback“. Die Premiere des neuen Festivals findet am Donerstag, 24. September, in Flingern statt.

„Musik ist geprägt durch die Orte, an denen sie entsteht. Städte inspirieren die Musiker und Künstler, die in ihnen leben und arbeiten. Ihr Klang und ihre Atmosphäre finden sich in der Musik wieder, die hier entsteht“, erzählt Hauke Schmidt, Veranstalter des neuen Musikfestivals „Feedback“, das am Donnerstag, 24. September, mit der ersten Ausgabe „Volume 1“ starten wird.
„Jede Stadt hat ihren typischen Rhythmus, ihre spezielle Stimmung und ihre eigene Dynamik“, erklärt Schmidt weiter, „doch dieser Prozess ist nicht einseitig. Musiker geben der Stadt zurück, was sie zuvor als Inspiration erhalten haben.“ Erster Stadtteil, der in Düsseldorf musikalisch durch die hier lebenden Künstler vorgestellt und beleuchtet werden soll, ist Flingern, ein Stadtteil, der wie kein zweiter in der Landeshauptstadt für das Spannungsfeld zwischen Bodenständigkeit, kreativer Aufbruchsstimmung und Gentrifizierung steht.
Gleich vier ausgewählte Künstler und Bands, die im Viertel leben, lebten und arbeiten, werden zur Premiere im öffentlichen Raum Flingerns auftreten und bespielen je einen Ort, den sie für diesen Abend persönlich ausgestalten. Damit trifft Musik auf Performance und die kunstvolle Melange trifft auf Orte.
„Durch Kompositionen und Aufnahmen, die genau so nur genau hier entstehen konnten, verändern sie die Welt, aus der sie schöpfen“, erklärt Hauke Schmidt das Konzept der neuen Konzertreihe. „Die Rückmeldung des Künstlers an den Raum ist das Thema der Reihe „Feedback“. Sie bringt die Musik für einen außergewöhnlichen Abend wieder dorthin, wo sie entstand – Mitten ins Stadtleben.“

Den Stadtteil in vier Momentaufnahmen erleben

Während das Publikum zwischen den vier musikalischen Orten wandert, kann es den Stadtteil in vier Momentaufnahmen erleben. „Ein Austausch und Interaktion mit Besuchern und Passanten ist dabei ausdrücklich erwünscht“, erklärt Schmidt.
Zum Start der Reihe werden die Künstler Scheibenreiter/Kolinski, Rolf Springer, Grischa sowie das Projekt „Chogori“ zu erleben sein.„Scheibenreiter/Kolinski“ ist das gemeinsame Projekt der Produzenten Michael Scheibenreiter und Andreas Kolinski . Ihr aktueller Schwerpunkt liegt in der Interpretation und der Livebearbeitung von Jazztiteln mit modernen Produktionsmitteln und -techniken. Michael Scheibenreiter lebte von 1999 bis 2010 in Flingern und brach von dort aus mit seinem Phoneheads-Kollegen Philipp Maiburg nahezu jedes Wochenende auf, um auf Festivals und in Clubs in ganz Europa ihre gemeinsame Vision von drumandbass-Musik zu spielen. Während sich unter der Woche um Familie und Nachwuchs gekümmert wurde, blieb der Klang der Clubs und der Bässe an Orten wie dem Spielplatz an der Neanderstrasse oft nur noch als eine abstrakte Reminiszenz im Inneren des Ohres übrig. Zusammen mit dem Keyboarder Andreas Kolinski, ebenfalls Produzent für elektronische Musik, und der Performance Künstlerin Angelika Fojtuch geht Scheibenreiter diesem Echo seiner Wahrnehmung und Erinnerung in einem speziellen Konzert der Feedback-Reihe auf eben jenem Spielplatz an der Neanderstrasse nach.
Auch Musiker Rolf Springer ist ein Akteur der neuen Reihe. Als einer der wohl aktivsten Gitarristen Düsseldorfs ist er Zuhause zwischen Jazz und Rock, seine Musik ist inspiriert von Film und Theater, während das Herz im Takt südamerikanischer Rhythmen schlägt. Springer erwartet seine Zuhörer an der Liebfrauenkirche, Degerstraße, wo er – gerade von einem längeren Aufenthalt in Brasilien zurückgekehrt – einige Jahre lebte. Vor der Kirche steht eine alte Parkbank, auf der er regelmäßig Gitarre spielte und komponierte. Für Springer war es eine Zeit des Aufbruchs, des kreativen Neuanfangs und der Start in neue musikalische Projekte. Im Rahmen der Reihe „Feedback“ erweckt Springer seine Parkbank mit spontan improvisierten und hier entstandenen Stücken erneut zum Leben.

Ungewöhnliche Orte in Flingern

Den kleinen Platz im Dreieck von Flur-, Licht- und Hoffeldstrasse suchte Grischa für sein Konzert aus. Er ist schon viele Jahre als Sänger und Songwriter in verschiedenen Projekten und Konstellationen unterwegs. Seit 2009 stehen er und seine Band für eine unverwechselbare, deutschsprachige Mischung aus Alternativ-Folk, Crossover, Soul und Punk.
Minimale Klangwelten voller hypnotischem Zauber und emotionalem Tiefgang erschaffen die Komponisten Ralf Stritt und Gregor Kerkmann, die gemeinsam mit dem Schlagzeuger Martell Beigang das Projekt Chogori verantworten. Seit neun Jahren komponiert und produziert Ralf Stritt seine Musik im ehemaligen Kloster auf der Flurstrasse. Naheliegend, dass er den idyllischen Vorgarten des alten Klostergemäuers als seinen Spielort wählte.
Die Konzertreihe „Feedback“, Ausgabe „Volume 1: Flingern“, findet statt am Donnerstag, 24. September, ab 19 Uhr. Treffpunkt für die musikalische Exkursion durch den Stadtteil ist der Spielplatz Neanderstrasse. Die Reihe „Feedback“ wird gefördert durch das Kulturamt der Stadt Düsseldorf, der Eintritt frei.
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