Neue Einblicke in die Forschung

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Grüßt die Besucher des Heinrich Heine-Instituts, Bilker Straße 12: die Marmorbüste des Dichters im Foyer des Instituts in der Düsseldorfer Altstadt. Foto: Oleksandr Voskresenskyi
Die Wissenschaftler des Heinrich-Heine-Instituts veröffentlichten soeben das aktuelle Heine-Jahrbuch 2014 und präsentieren darin einen aktuellen Einblick in den Stand der Forschung um den berühmten Sohn der Stadt.

Auch wenn er Düsseldorf den Rücken kehrte, so gilt Heinrich Heine doch als berühmtester Sohn der Stadt.
Am 13. Dezember 1797 als Christian Johann Heinrich Heine in Düsseldorf geboren, gilt er als einer der bedeutendsten deutschen Dichter, Schriftsteller und Journalisten des 19. Jahrhunderts. Harry Heine gilt als der „letzter Dichter der Romantik“ und fungiert zugleich als deren Überwinder. Er machte die Alltagssprache lyrikfähig, erhob das Feuilleton und insbesondere den Reisebericht zu einer Kunstform und verlieh der deutschen Literatur eine nie zuvor gekannte elegante Leichtigkeit.
Als kritischer, politisch engagierter Journalist, Essayist, Satiriker und Polemiker war Heine ebenso bewundert wie gefürchtet. Wegen seiner jüdischen Herkunft und seiner politischen Haltung wurde er von Antisemiten und Nationalisten über seinen Tod hinaus angefeindet. Die Außenseiterrolle prägte sein Leben und sein Werk sowie dessen Rezeptionsgeschichte.
Auch aktuell wird die Forschung um den Düsseldorfer Dichter vorantgetrieben, so veröffentlichte das Heinrich-Heine-Institut, Bilker Straße 12, soeben das aktuelle Heine-Jahrbuch 2014. Herausgegeben vom Heinrich-Heine-Institut der Landeshauptstadt Düsseldorf in Verbindung mit der Heinrich-Heine-Gesellschaft, ist es die zentrale Plattform für den wissenschaftlichen Austausch über Leben, Werk und Wirkung des Dichters.
Darin finden sich Aufsätze unter anderem von Gabriele Schneider und Renate Sternagel, Markus Vahle, Martin Hollender, Arnold Pistiak und Sabine Brenner-Wilczek.

Von den Anfängen bis zu den Nachwirkungen in heutiger Zeit

Der 53. Jahrgang des Jahrbuches schlägt einen Bogen von Heines dichterischen Anfängen bis zu seiner Nachwirkung in heutiger Zeit: Interpretationen seiner „Nordsee“-Gedichte und der autobiographischen „Geständnisse“, Biographisches aus seiner Berliner Studienzeit, seine Aufnahme durch den Komponisten Hanns Eisler und den sowjetischen Schriftsteller Wladimir Majakowski oder die Düsseldorfer Heine-Jubiläumsfeierlichkeiten von 1956 gehören ebenso zu den behandelten Themen wie bisher unbekannte, zeitgenössische Briefzeugnisse über den leidenden Dichter in seiner „Matratzengruft“.
Das Jahrbuch, das außerdem das erste Verzeichnis sämtlicher Heine-Denkmäler weltweit enthält – derzeit sind es rund 40 in sieben Ländern – spiegelt die Bandbreite der Heine-Forschung wider, in der sich die Vielfalt seines Werkes stets aufs Neue erweist. Mit aktuellen Buchbesprechungen sowie einer Bibliographie der Heine-Literatur 2013 ist es eine Fundgrube für alle, die sich für den „Dichter der Liebe und der Revolution“ interessieren.
Das Heine-Jahrbuch 2014 wurde herausgegeben von Dr. Sabine Brenner-Wilczek und redigiert von Christian Liedtke und ist im Verlag J. B. Metzler erschienen. Das Buch ist für 24, 95 Euro im Buchhandel erhältlich.

Das Archiv ist unbedingt einen Besuch wert

Übrigens: Auch wenn wegen Renovierungsarbeiten das Archiv und die Bibliothek des Heinrich-Heine-Instituts noch bis Ende Januar 2015 ihre Benutzerräume geschlossen haben, ab Februar 2015 lohnt sich nicht nur für Heinrich Heine-Fans ein Blick in die Bibliothek, denn diese ist eine einzigartige Spezialsammlung, die das Ziel hat, möglichst alle Heine-Ausgaben in deutscher Sprache sowie in Übersetzungen, die gesamte Literatur über Heine in Originalen oder zumindest in Kopie, die Noten der Vertonungen und die Tonträger mit Heine-Vertonungen oder gesprochenen Heine-Texten zu versammeln.
Sie enthält weiter eine auf den Heine-Umkreis (Junges Deutschland, Vormärz, Biedermeier) bezogene Sammlung. Zusammen sind das circa 45.000 Medieneinheiten. Verzeichnet sind die bis 1982 erworbenen Bestände dieser Sammlungen im Zettel-Katalog, seit 1983 werden sie im Gesamtkatalog der Düsseldorfer Kulturinstitute (GDK) erfaßt.
Das Rheinische Literaturarchiv im Heinrich-Heine-Institut hat zudem eine Handbibliothek zur rheinischen Literatur aufgebaut, die dem Besucher des Instituts neben den handschriftlichen Materialien in einem speziellen Lesesaal angeboten wird.
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1 Kommentar
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Norbert Opfermann aus Düsseldorf | 29.12.2014 | 17:32  
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