Noch mehr von und über Paul Schneider von Esleben in Düsseldorf

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Rolandschule
 
Commerzbank-Hochhaus
Mit Haniel-Garage, Rochuskirche und Mannesmann-Hochhaus profilierte sich Paul Schneider von Esleben als einer der führenden Architekten der Nachkriegsmoderne in Düsseldorf und Deutschland. Zum 100. Geburtstag wurde (und wird) sein Werk in mehreren Ausstellungen gewürdigt.

Eine Schule als Gesamtkunstwerk
Bei der 1961 eröffneten Rolandschule orientierte PSE sich wiederum an der Bauhaus-Architektur, speziell am Modulsystem Ludwig Mies van der Rohes. Es entstand eine klar gegliederte, geometrische Vierflügelanlage mit transparenten Treppenhäusern. Im Sinne des Bauhaus-Gedankens blickte Schneider von Esleben auch über den Tellerrand der Architektur hinaus: Für die Ausstattung konnte er Künstler der Düsseldorfer ZERO-Gruppe gewinnen, deren Farb- und Lichtobjekte sich noch heute in der Schule befinden. Er selbst entwarf das Schulmobiliar und schuf eine Plastik aus gefaltetem Stahl für den Schulhof. Das Gesamtkunstwerk Rolandschule steht seit 1990 unter Denkmalschutz. (Rolandstraße 40)

Commerzbank-Hochhaus (1962-65)
Eine Vorhangfassade aus vorgefertigten silberfarbenen Alu-Pannelen mit abgerundeten Öffnungen, wie man sie aus dem Eisenbahnbau kennt, und ein gläserner Drive-in-Schalter: So innovativ gestaltete PSE den Neubau der Commerzbank, die damals ihren Hauptsitz in Düsseldorf hatte. Spektakulär war der gläserne Verbindungsgang ("Käfig") zum alten Verwaltungsgebäude der Bank hoch über der Kasernenstraße. Der massive Unterbau aus Sichtbeton lässt den Einfluss des Brutalismus erkennen. Das zwölfstöckige Gebäude hat nicht die bestechende Eleganz des Mannesmann-Hochhauses. Es steht seit 1998 unter Denkmalschutz, wird aber seit Jahren nicht mehr genutzt und ist sanierungsbedürftig. Der amerikanische Investor Gerald Hines erwarb das Hochhaus 2015 und kündigte an, es zu revitalisieren. (Kasernenstraße 39)

Wohn- und Bürohaus in Golzheim (1962-64)
Hier wohnte und arbeitete Schneider von Esleben bis zu seinem Tod 2005: Im Penthouse mit begrünter Dachterrasse über dem neunten Stock. Das schmale, lang gestreckte Gebäude besteht aus Betonfertigteilen. Typisch für den Stil der 1960er Jahre: Balkone aus Waschbetonplatten verdecken weitgehend die Glasfronten. Auffällig ist der überdachte Eingang an der Tersteegenstraße: Er ist wie eine Riesenskulptur aus Beton gestaltet. (Tersteegenstraße 63-66).

ATO-Haus (1979-81)
Das blaue Gebäude, Büro-Haus und Show-Room, ("Ü 5") an der Theodor-Heuss-Brücke ist ein Eye-Catcher: Der fünfstöckige postmoderne Bau ist vollkommen transparent und verjüngt sich an der Schmalseite. Die überkragenden blauen Dächer zwischen den Stockwerken geben dem Gebäude eine pagodenartige Anmutung. Markante doppelte Belüftungsrohre strukturieren die Fassaden. (Uerdinger Straße 5)

Ein kurzes Fazit
Paul Schneider von Esleben, 1915 in Düsseldorf geboren, gehört in den 1950-60er Jahren zu den innovativsten Architekten in der Bundesrepublik, ein eigenwilliger Kopf, der Konfrontationen nicht aus dem Weg geht. Als künstlerisches Multitalent fertigt er auch Zeichnungen und Karikaturen, entwirft Schmuck, Möbel und Kunstobjekte. Anfangs vom internationalen Bauhaus-Stil inspiriert, wendet er sich der Beton-Architektur des Brutalismus und später auch der Postmoderne zu - manche Kritiker bemängeln diese Art des Stilpluralismus. Sein letztes großes Werk ist der Köln-Bonner Flughafen von 1970.

"Schneider-Jetleben"
Als PSE Professor in Hamburg wird, düst er 1961-71 als "Schneider-Jetleben" zwischen Düsseldorf und Hamburg. Danach zieht sich der kreative Lebenskünstler etwas zurück. 1973 erwirbt er ein Weingut in der Provence, das er umgestaltet, 1984 schließlich baut er einen denkmalgeschützten Hof in Fischbachau (OBB) um, wo er heimisch wird und 2005 stirbt.

Die Ausstellung "Paul Schneider von Esleben. Das Erbe der Nachkriegsmoderne". Eine Ausstellung des M:AI Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW ist noch bis zum 24. Februar 2016 in der Sparkasse Wuppertal, Islandufer 15, zu sehen.


Quellen
Wikipedia
Paul Schneider von Esleben. Das Erbe der Nachkriegsmoderne, Magazin und Flyer anlässlich der gleichnamigen Ausstellung, Hrsg. M:AI Museum für Architektur und Ingenieuerkunst NRW, Bottrop 2015.
http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/du...
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Armin von Preetzmann aus Castrop-Rauxel | 02.12.2015 | 20:11  
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Norbert Opfermann aus Düsseldorf | 02.12.2015 | 20:46  
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Margot Klütsch aus Düsseldorf | 06.12.2015 | 09:33  
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