Schauspiel-Act als Bonbon zur Lesung: Jörg Marenski stellt neues Buch vor

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Die Schauspieler Michael Hoch, Malte Brinkmann und Peter-Maria Anselstetter sorgten für Gänsehautmomente. Foto: Frank Laumen
 
So sah das Schloss Mickeln am Abend der Lesung aus.

Schloss Mickeln erstrahlt in einem schaurig dunklen Rot. So erhält die Atmosphäre um die schreckliche Geschichte der beiden verbrannten Jungen in Himmelgeist im Jahre 1972 noch eindringlicher Gänsehautcharakter. Auch die 50 Besucher der Lesung kamen der Bitte von Andreas Voigt vom Freundeskreis der Himmelgeister Kastanie nach und trugen Kleidung in dunklem Rot und Schwarz, den Farben des Autors Jörg Marenski. Also, passende Stimmung zur mörderischen Lese-Kostprobe.

Gespannte Ruhe
Gespannte Ruhe herrschte beim Vortrag von Jörg Marenski, der aus seinem neuen Düssel-Krimi „Rheinkastanie“ vorlas. Der fiktive Roman stützt sich auf Fakten aus dem damaligen Fall um die beiden Jungenleichen, die in einer Scheune neben der Himmelgeister Kastanie verbrannt sind. In Manrenskis Krimi gibt es einen neuen Todesfall an der Kastanie in Himmelgeist. Eine Mädchenleiche wird gefunden. Neben den üblichen Ermittlungen durch die Polizei recherchiert ein junger Journalist auf seine eigene Art.
In diesem Zusammenhang stößt er auf den Fall der beiden Jungen. Diese sind auf unerklärliche Weise von Wersten nach Himmelgeist gekommen und das in Sommerkleidung, obwohl es tiefster Winter ist. Dabei sollen sie auch noch selbst gezündelt und so die Scheune in Brand gesetzt haben. Viele Ungereimtheiten, die dem aufmerksamen Reporter aufgefallen sind und die schließlich zu einer Auseinandersetzung mit den Kriminalermittlern führen. Bei seinen Ermittlungen kommt er dabei auch Menschen näher, die ihr Handeln in keinem Fall in der Öffentlichkeit gezerrt wissen wollen. Es sind Personen, die einem Pädophilenring angehören und gerne im Verborgenen bleiben möchten. „Auch wenn meine Geschichte fiktiv ist, so halte ich es für wahrscheinlich, dass etwas Derartiges dahintersteckt“, meint der Autor.

Mutßmaßungen
Bei seinen umfangreichen Sichtungen von Unterlagen, die Jörg Marenski überwiegend von Andreas Vogt zur Verfügung gestellt wurden, sind viele Aspekte in die Geschichte eingeflossen. „Es könnte durchaus ein Brand gewesen sein, der zur Vertuschung eines Missbrauchs gewesen sein könnte“, mutmaßt Marenski. Für ihn persönlich war die Erkenntnis, wie sehr der eigene Verstand manipulierbar ist. So stellte sich im Verlauf der Entstehung des Romans heraus, wie sehr er sich mit seiner eigenen Geschichte beschäftigte. „Ich habe meine eigene Missbrauchsgeschichte aufgearbeitet, die jahrzehntelang in irgendeiner dunklen Ecke meines Unterbewusstseins begraben war“, stellt er fest.

Großes Lob
Weil dieses Thema nach wie vor aktuell ist und ein großes Interesse in der Bevölkerung besteht, haben die Initiatoren schon sehr früh damit begonnen, eine Lesung zu planen. Diese konnte schließlich durch Sponsoren realisiert werden.
Bis zum Schluss der Lesung hielt Marenski die Spannung hoch, so dass letztendlich die einstudierte, zum Buchtext passende Szene, zum absolut perfekten Schauspielerischen-Act avancierte. Verblüffung im Auditorium. „Für mich war dies einfach großartig, wie die Schauspieler den Text auf der Bühne umgesetzt haben“, sagt der Autor. Für dieses Bonbon zur Lesung gab nicht nur von den Besuchern, sondern auch vom Autor ein großes Lob. „Diese fantastischen Schauspieler, wie Michael Hoch, Peter-Maria Anselstetter und Malte B. Brinkmann, haben dieser Lesung einen besonderen Stempel aufgedrückt“, meint Marenski.

Ein weiterer Höhepunkt der abendlichen Benefiz-Krimilesung war eine Verlosung mit hochwertigen Preisen, wie beispielsweise VIP-Tickets oder signierte Exemplare anlässlich der Buchpremiere. Sie brachte die ansprechende Summe von 1660 Euro zusammen. Diese geht als Spende an die Duchenne-Stiftung für an Muskelschwund erkrankte Menschen.
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