Unterwegs in Düsseldorf: Auf den Spuren von Heinz Mack

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Segelbrunnen: Die Gesamtkomposition der Anlage beruht auf Dreiecken.
 
Wasser - Licht - Rhythmus (1988) an der Rheinseite des Landtags NRW spiegelt die Rheinuferpromenade.

Goldene Säulen in Venedig, Licht-Installationen in der Wüste...

Der international bekannte Künstler hat weltweit Zeichen gesetzt. Heinz Mack ist aber auch in Düsseldorf präsent, wo seine Karriere begann, als er hier 1958 mit Otto Piene die Künstlergruppe ZERO gründete, zu der Günther Uecker 1961 stieß. Einige Objekte in Düsseldorf möchte ich hier näher vorstellen.

Raumkeile (1978)
Die Gestaltung des kleinen Vorplatzes am mächtigen LVA-Hochhaus war eine künstlerische Herausforderung. Mack stellte 12 Meter hohe monumentale Dreiecke aus Granit in zwei entsprechend gestalteten Wasserbecken auf. Die beiden Blöcke markieren den Eingang und vermitteln optisch zwischen dem 123 Meter hohen Hochhaus und dem Vorplatz. Die Keilformen mit ihren eingeschriebenen Zeichen erinnern entfernt an die Pylone ägyptischer Tempel.

Segelbrunnen (1988)
Der Brunnen am Platz der Deutschen Einheit: Wie ein riesiges Schiff mit glänzenden Segeln scheint die 11 Meter hohe Edelstahlkuptur im Wasserbecken zu treiben. Drei unterschiedlich hohe Prismen-Dreiecke reflektieren das Licht. Zwischen ihnen sprudeln größere und kleinere Fontänen. Dadurch bekommt das Objekt trotz seiner Dimensionen einen fast immateriellen Charakter. Die Segel wurden als Symbol für die Dreiteilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg interpretiert. Das Wasserbecken greift die Dreieckform der Segel auf.

Wasser - Licht - Rhythmus (1988)
Die Nische an der Rheinseite des Landtags war von Anfang an für eine künstlerische Gestaltung vorgesehen. Heinz Mack entwarf einen beleuchteten Brunnen, dessen Elemente Wasser, Licht, Edelstahl und Glas sind. Die kreisförmige Anlage korrespondiert mit der Architektur des Landtagsgebäudes. Das Wasser fließt über fünf konzentrische gläserne Stufen. Leuchten in der zweiten Stufe tauchen den im Schatten liegenden Brunnen in schimmerndes Licht. Das fließende Wasser verbindet ihn mit dem nahen Rhein.

Ein Grabmal als Kunstwerk (1996)
Aus schwarzem afrikanischem Granit schuf Mack eine Familien-Grabstätte auf dem "Millionenhügel" des Nordfriedhofs. Dabei bilden das Grabmal und drei in Quaderform geschnittene Buchsbaumhecken ein Gesamtkunstwerk von ca. 8 x 12 Metern. Auf einer quadratischen Platte aus Carrara-Marmor stehen parallel nebeneinander zwei identische glänzend polierte Quader, die die Umgebung reflektieren.

Die Gruppe ZERO
Der Name war Provokation und Programm: Mit der Rückkehr zum Punkt Null wagten die Künstler Ende der 1950er Jahre einen radikalen Neuanfang. Der Einsatz von Licht und Bewegung revolutionierte die traditionellen Vorstellung von Malerei und Skulptur. Mit ZERO bekam die Düsseldorfer Kunstszene (und die Kunst der Bundesrepublik) schlagartig Anschluss an die zeitgenössische Avantgarde. Jeder ZERO-Künstler entwickelte sein eigenes "Markenzeichen": Otto Piene arbeitete mit Luft, Feuer und Rauch, Günther Uecker avancierte zum "Nagelkünstler" und In Macks Schaffen spielt das vibrierende Licht im Raum die entscheidende Rolle.

Ich wünsche viel Freude bei der Entdeckung von Heinz Mack in Düsseldorf.

Weitere Infos gibt es bei den Bildunterschriften.

Quellen
Rolf Purpar: Kunststadt Düsseldorf, Objekte und Denkmäler im Stadtbild, Düsseldorf 2009.
Wolfgang Funken: Ars Publica Düsseldorf, Essen 2012.
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15 Kommentare
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Bruni Rentzing aus Düsseldorf | 16.06.2017 | 16:59  
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Alfred Wolff aus Düsseldorf | 16.06.2017 | 17:20  
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Armin von Preetzmann aus Castrop-Rauxel | 16.06.2017 | 18:00  
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Norbert Opfermann aus Düsseldorf | 19.06.2017 | 17:57  
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