Verrückte Strange Nite: Tony Marony feierte im Stahlwerk

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Souverän und auf dem Höhepunkt: Tony Marony. Foto: Siegel
Zugegeben: die Location im ersten Stock des Stahlwerks Düsseldorf war edel hergerichtet. Ein Thron stand majestätisch am linken Bühnenrand, dass man meinen könnte, jeden Moment käme der König von Mallorca um die Ecke, in der Mitte stand ein langes Sofa als Angebot für ein wenig Plauderei mit den Gästen. Auch wenn es alles andere als weihnachtlich geschmückt war, aber es hatte einen gewissen Wohlfühlcharakter, wenn auch die Sitzbänke in der Mitte des Saals Volksfestcharakter hatten. Die große "Strange Nite" des charmanten Entertainers Tony Marony am Vorabend des 24. Dezembers mutierte jedoch zu einem Kabinett der Kuriositäten.

Wer immer auch den Techniker auswählte, ein gutes Bauchgefühl muss er wohl nicht gehabt haben. Er scheiterte bereits zu Beginn mit der einfachen Aufgabe, einen Titel zu starten. Auch wenn man diesen Umstand nur als kleinen Hinweis am Rande bezeichnen könnte: von diesen Randnotizen gab es an diesem Abend zu viele, um von einem perfekten Abend sprechen zu können.

Die Gäste - vom Duo Harmony über die Kölsch Katti und dem Schunkelpitter bis hin zum Michael Jackson-Imitator - hatten so manche Probleme, das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Die meisten Gäste feierten ausschließlich die Maronys mit ihren Hits wie "Du bist mehr als eine Sünde" oder "Ich klau dir eine Straßenbahn".

Ein gut getimter und durchgeplanter Ablauf: Fehlanzeige.
Der Alkoholkonsum mancher Gäste verleitete diese, die Show zu stören, indem sie die Bühne stürmten, sich einfach auf das dort platzierte Sofa setzten, um zu gröhlen oder mit Bierdeckeln oder Schlüpfer zu werfen und den Applaus, der eigentlich Tony und Melany Marony am Ende eines Titels galt, für sich ebenfalls mit Verbeugung in Anspruch zu nehmen.

Doch offensichtlich entfachten miese Umstände im positiven Sinne den Kampfgeist von Tony Marony und seine Frau Melany. Denn sie liefen zur Topform auf und ließen sich nichts anmerken. Das Publikum feuerte sie an und wollte sie nach ihren Songs, die zwischen den Auftritten der anderen Künstlern zu hören waren, nicht gehen lassen.

Und so stellte sich nach und nach heraus, dass kaum ein anderer Künstler an dem Abend den Maronys in punkto Professionalität und Gespür für gute Stimmung das Wasser reichen konnte. Denn kaum betrat ein anderer Künstler nach einem Maronyauftritt die Bühne, sank das Stimmungsbarometer etwas, dass sogar so mancher Gast die "Pause" für eine Getränkebestellung oder einen Toilettengang nutzte.

Den Maronys hat es gut getan. Sie wurden gefeiert und meisterten die Situation perfekt. Und sind dabei genauso lang im Geschäft wie so manch anderer, der versuchte, mitzuhalten.

Nur der Name der Veranstaltung "Strange Nite" konnte nicht besser gewählt werden.
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