Vibravoid: Sänger Christian Koch über Vinylschallplatten und vieles mehr

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Einen der wenigen Auftritte in ihrer Heimatstadt hat am kommenden Samstag, 25. März, die Band Vibravoid. Bei der Nacht der Museen spielt die Psychedelic-Rock-Band im Filmmuseum. Der Rhein-Bote sprach mit Sänger Christian Koch darüber und über das Comeback der Vinyl-Schallplatte.

Es ist später Vormittag. Christian Koch war lange auf, hat einen Konzertmitschnitt bearbeitet, ist gerade aufgestanden. In seiner Dachgeschosswohnung in Oberbilk sind die Fenster mit bunten Tüchern zugehangen, Räucherstäbchen verströmen ihren typischen Duft und Christian Koch legt erstmal eine Platte auf. Wie das meiste in seiner Wohnung, stammt auch sein Plattenspieler - ein Grundig Studio 2000 hifi - aus einem anderen Jahrzehnt. Die Musik läuft, das Sofa ist bequem, los geht's. Denn, "für Vibravoid gab es niemals eine Welt ohne Vinylschallplatten", heißt es auf der Homepage der Band, die seit 27 Jahren von Düsseldorf aus in die ganze Welt tourt. "Das Comeback der Platte ist gerade erst im Kommen", sagt Koch. Auch wenn die Medien groß berichten würden und es Platten inzwischen wieder verstärkt in großen Elektronikfachmärkten gebe. Gerne erzählt er die Geschichte, wie ein solcher Markt bei einem der kleinen, noch bestehenden Plattenläden im großem Stil eingekauft habe - "für den Grabbeltisch". Bizarr könnte man da sagen.
Bizarr ist ein Wort, das der Musiker aktuell häufig nutzt. Auch wenn es um die Welt da draußen geht. Da hat Koch eine hellwache und kritische Meinung. Er kommt auf den Mann zu sprechen, der im Hauptbahnhof, also direkt bei ihm um die Ecke, mit einer Axt Menschen verletzt hat. Es sei oft nicht mehr logisch, was alles passiere, wie die Gesellschaft reagiere. "Das sind doch alles Menschen", reißt er auch das Thema Flüchtlinge an. Was das mit dem Thema zu tun hat? "Das Hören von Platten gibt den Menschen einen Ruhepol", sagt er. In Zeiten, wo vieles andere kaputt gehe. Koch spricht von Entschleunigung. Das Nutzen von Streaming-Diensten zählt für ihn nicht dazu, sondern eben Musik mit gutem Klang. Muss diese denn unbedingt von der Platte kommen? Christian Koch schüttelt den Kopf. Eigentlich sei die CD um Lichtjahre besser als die Schallplatte. "Die bezahlbaren Player können das aber nicht wiedergeben", sagt er, warum Vinyl dann doch gewinnt. "Wir geben unsere Platten auch als CD heraus", sagt er. Er wolle keinem vorschreiben, wie Musik zu hören sei. Wer die Band kennt, weiß, dass für Vibravoid die Platte nicht nur Musikträger ist. Sie ist ein Stück Kunstwerk mit farbenfrohen Pressungen und außergewöhnlichen Covern. "Die neue war in rotem Vinyl bestellt, das hier ist dann gekommen", sagt Koch schmunzelnd und holt ein blaues Exemplar von "Wake up before you die" aus einer Hülle. "Eine tolle Platte. Klangmäßig bin ich da sehr an meine Vorstellung herankommen", sagt Koch. Es ist das achte Studioalbum von Vibravoid, Tonträger mit Live-Konzerten gibt es zahlreiche mehr.
Wer die Düsseldorfer mal live erleben möchte: Vibravoid spielt am Samstag bei der Nacht der Museen drei Sets im Filmmuseum. "Wir gehen da mit den Besuchern ein bisschen auf Zeitreise", sagt Koch. Das erste nimmt die Besucher mit ins Jahr 1967, "lichtshowmäßig gibt es Bilder aus der Laterna Magica", so Koch. Im zweiten Block bleibt die Band im Jahr 1967. "Mit einem Pink Floyd Special, Spacerock eben", sagt er. Im dritten Set spielt die Band dann ihr Programm mit einer Lichtshow. "Womit wir im Jahre 2017 ankommen", sagt Koch. Außergewöhnlich: Dieses Bild ist in Christian Kochs Schlafzimmer entstanden - und zeigt eine kleine Auswahl der farbenfrohen Vinylscheiben. Foto: Lammert Nacht der Museen/ Text: Christina Görtz
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