Westfalen Winds mit deutsch-japanischen Kontrapunkt

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Die Omiya Wind Symphony - Foto (c) Hayo Drees
 
Die westfälische Bläserphilharmonie "Westfalen Winds" - Foto (c) Hayo Drees
Ratingen: Stadthalle Ratingen |

Letzte Woche Samstagabend trafen zwei der führenden sinfonischen Blasorchester ihrer Länderregionen konzertant aufeinander: Die Omiya Wind Symphony aus der Präfektur Saitama, Japan, und die westfälische Bläserphilharmonie Westfalen Winds gestalteten ein Gemeinschaftskonzert der außergewöhnlichen Art in der sehr gut gefüllten Dumeklemmer Halle in Ratingen.

Die beiden Klangkörper, die seit dem Frühjahr 2015 eine enge Orchesterpartnerschaft verbindet, präsentierten ein anregendes und unterhaltsames Programm aus beliebten Klassikern der sinfonischen Bläsermusik, Bearbeitungen romantischer Opern und zeitgenössischen Originalkompositionen. Festlich wie klanggewaltig, trotz reduzierter Besetzung, eröffnete die Omiya Wind Symphony den Abend mit dem „Vorspiel zum dritten Akt der Oper Lohengrin“ von Richard Wagner.

Brillante Klarinettenvirtuosin

Im anschließenden „Klarinettenquintett in B-Dur, Op.34“ von Carl Maria von Weber brillierte die virtuose Solistin Kaede Akiyama mit ausdrucksstarkem Spiel und voluminösem Klang. Nach einer bewegenden, nuancenreichen Interpretation von Richard Strauß‘ „Allerseelen“, bearbeitet für Blasorchester von Albert O. Davis, beschloss das Ensemble unter der Leitung des vielfach ausgezeichneten Maestros Toshio Akiyama den ersten Teil dieses besonderen Konzerts mit Carl Teikes „Alte Kameraden“.

Originalkompositionen für sinfonische Bläsermusik

Nach der Pause übernahm Westfalen Winds mit Alfred Reeds „Armenian Dances Part 1“, einem der wohl populärsten Höchststufenwerke für sinfonische Blasorchester. Es folgte Olivier Waespis „Il Cantico“, eine vielschichtige und beeindruckende Originalkomposition für Harmonieorchester aus dem Jahr 2005, das sowohl mit äußerster kammermusikalischer Präzision wie fulminantem aber dennoch diszipliniertem Klangreichtum präsentiert wurde.

Zwei Kulturen, ein Orchester, 120 Musiker gleichzeitig

Reeds „Armenische Tänze“ sollten aber nicht das einzige Highlight aus dem Originalrepertoire für sinfonische Bläsermusik bleiben. Nach einer kurzen Umbaupause versammelten sich die Mitglieder beider Ensembles auf der Bühne für den dritten Teil des Konzerts, welcher mit der „Second Suite in F for Military Band“ von Gustav Holst durch 110 Musikern interpretiert wurde. Für ein Medley von Melodien der japanischen Sängerin Hibari Misora übergab Ulrich Schmidt, der die Westfalen Winds bis dato durch den Abend geführt hatte, den Taktstock wieder an Toshio Akiyama, der beide Ensembles mit viel Energie und großer Freude in eine atemberaubende Big Band mit satten Sounds und scharfen Rhythmen verwandelte.

Außergewöhnliches Ehrenamtsengagement von Westfalen Winds

Zwischen den Konzertblöcken richtete Bürgermeister Klaus Pesch herzliche Grußworte an Publikum und Musiker, in denen er die Wichtigkeit dieses außergewöhnlichen Projekts hervorhob und das Engagement aller Beteiligten lobte. Ebenfalls würdigte eingangs Herr Generalkonsul Ryuta Mizuuchi den Austausch als weiteren, nachhaltigen Ausbau der guten Beziehungen zwischen NRW und Japan, insbesondere aber auch zwischen Omiya und Ratingen, die sich in ihrer Größe und Bedeutung für die jeweilige Region durchaus ähnlich sind. Frau Kampmann, Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, lobte in ihrem schriftlichen Grußwort das große ehrenamtliche Engagement beider Orchester und bedankte sich für die außergewöhnlichen Konzerte, die so in beiden Ländern für die Bürger möglich gemacht wurden.

Nächste Konzerte

Mit dem Gegenbesuch der Japaner endet nun der zweite Akt dieses einzigartigen Projekts, keineswegs jedoch die Partnerschaft der beiden Klangkörper, die ihre Beziehung in Zukunft noch ausbauen und den kulturellen Dialog zwischen den Kulturen weiter vorantreiben werden.

Als nächstes darf sich das Sauerland auf ein Konzert von Westfalen Winds freuen. Zum 04. Juni 2017 lädt das prämierte westfälische Auswahlorchester den Orchesterverein Hilgen ein, den dreimaligen Gewinner des Deutschen Orchesterwettbewerbs unter der Leitung von Timor Chadik. In einem atemberaubenden Konzert werden dann zwei der führenden sinfonischen Blasorchester aus NRW zusammen auftreten.
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