Aktives Gedenken - wie die Theodor Andresen-Schule an ihren Namensgeber erinnert

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Gemeinsames Erinnern: Die Nachkommen Theodor Andresens, Dieter (l.), Marianne (3. v. l.) und Enkelin Jeanne mit Schulleiter Christiann Isenberg (2. v. l.) und Bezirksvorsteher Karsten Kunert.
Düsseldorf: Gerresheim |

Im April vor 70 Jahren wurde der Gerresheimer Widerstandskämpfer Theodor Andresen von den Nazis hingerichtet. Zu diesem Anlass veranstaltete die Theodor Andresen-Schule eine Projektwoche, deren Ergebnisse in einer Ausstellung zu sehen sind.

Sein Porträt-Bild besteht aus vielen kleinen Bildern der heutigen Schüler. Eine besondere Form, mit der die Theodor Andresen-Schule ihrem Namensgeber gedenkt. Mehr noch: Mit einer Projektwoche näherten sich die Schüler Andresen und den zeitgenössischen Umständen seines Wirkens an. Sie trägt den Titel „70. Jahrestags des Kriegsendes in Düsseldorf und das Wirken von Theodor Andresen und der Aktion Rheinland in dieser Zeit“.

Die Schüler setzten sich nicht nur mit Andresen, sondern allgemein mit der Geschichte Gerresheims, dem Begriff „Mut“, aber auch den zeitgenösischen Erscheinungen wie den Themen „Spielzeug im Jahr1945“ oder „Süßigkeiten im Krieg“ auseinander. „Damit und durch Erzählungen von Zeitzeugen, wurde es unseren Schülern möglich, das damalige Zeiterleben nachzuempfinden“, so Schulleiter Christian Isenberg.

Begleitet und unterstützt wurde die Woche von der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, dem Polizeigeschichtsverein Düsseldorf und nicht zuletzt von den Familien Andresen und Odenthal, also den direkten Nachfahren der Beteiligten der „Aktion Rheinland“.

„Es ist wichtig, dass die Schule Projekte über ihren Namensgeber durchführt“, lobt Bezirksvorsteher Karsten Kunert den „Identifikationscharakter“ eines solchen Projekts, weswegen die Bezirksvertretung dieses Projekt gerne auch finanziell unterstützt habe.

Bereitwillige Unterstützung gab es auch seitens der Nachkommen Theodor Andresens: „Die Familie ist sehr dankbar, dass man unseres Vaters und der Aktion Rheinland gedenkt“, sagt Sohn Dieter und beschreibt die Motivation seines Vaters. „Ihm ging es darum zu handeln, als die Bedrohung für die Stadt erheblich wurde.“

Tatsächlich war Düsseldorf im April 1945 vollständig eingeschlossen, und durch die kampflose Übergabe an die amerikanischen Truppen konnte ein unmittelbar bevorstehender großer Luftangriff in letzter Minute aufgehalten werden. (Die "Aktion Rheinland" hatte das Ziel, die Stadt Düsseldorf kampflos an amerikanische Truppen zu übergeben, um sie so vor weiterer Zerstörung zu bewahren.)

Aber nicht nur die Sorge um seine Heimat trieb Andresen, der zuvor selbst an der Ostfront gekämpft hatte, zum Widerstand an, wie seine Tochter Marianne verrät: „Er hat immer gesagt, er möchte nicht, dass das mit seiner Familie passiert, was mit den russischen Familien passiert ist“.

Seine Familie und Gerresheim blieben von weiteren Kriegsschäden verschont. Er selbst aber bezahlte seinen Einsatz mit dem Leben. In der Nacht zum 17. April 1945 wurde Andresen hingerichtet.

Am 16. und 17. April 2015 beteiligt sich die Theodor Andresen-Schule als Mitveranstalter an verschiedenen Gedenkveranstaltungen zum 70. Jahrestags des Kriegsendes in Düsseldorf. Dabei werden auch Ergebnisse der Schul-Projektwoche gezeigt, die aktuell noch in der Schule selbst zu sehen sind. Sie erinnern an das Ergebnis einer Entwicklung, die Theodor Andresen maßgeblich mit beeinflusst hatte, aber selbst nicht mehr erleben durfte.

Um so wichtiger ist es den Gerresheimern heute, seinen Namen lebendig zu halten – oder, wie Schulleiter Isenberg es ausdrückt: „Wir sind stolz, dass unsere Schule diesen Namen trägt.“

Kontakt Theodor-Andresen-Schule, Städtische Förderschule Geistige Entwicklung, Lohbachweg 16, Telefon: 0211 / 8997771.
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