Auf der Suche nach einem Stückchen Bilk

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Ein Stückchen Kindheit und gleichsam ein historischer Teil Bilks: Die Originalpflastersteine des Containerbahnhofes Bilk besitzt er bereits, nun sucht Claude Luven er noch das Schild, das auf die Güterabfertigung hinwies. Foto: Stefanie Siegel
 
Nur noch der Stahlträger ist übrig: Auf der Bachstraße wies einst ein Schild der Deutschen Bundesbahn auf den Container-Bahnhof und die Güterabfertigung Bilk hin. Foto: Stefanie Siegel
Die Umstrukturierung des Stadtteils Bilk lässt unablässig Neues entstehen, aktuelle Baumaßnahmen verändern stets das Gesicht des Viertels. Der Bilker Claude Luven will ein Stück des historischen Bilk konservieren und pflastert den Vorplatz seines Hauses nun mit den Steinen des alten Bilker Bahnhofes. Nun sucht er noch nach dem Originalschild des Bahnhofes.

Aufgewachsen ist Claude Luven am Aachener Platz, zu einem Lieblingsort seiner Kindheit avancierte für den 1967 Geborenen aber schon recht früh das Containerterminal und die Kasematten am Bilker Bahnhof.
Häufig besuchte er damals diesen für ihn geheimnisvollen, 1908 erbauten Ort mit seinem Klapprad, sah dort als Kind den Arbeitern stundenlang beim Rangieren der Frachtcontainer zu.
Mit ein bisschen Wehmut schaut Luven zurück, denn die Orte seiner Kindheit existieren heute nicht mehr. Aus den Kasematten des alten Bilker Bahnhofs wurden die Bilk Arcaden, das Containerterminal an der Bachstraße wurde zu „Bilk on Top“ – insgesamt 144 Wohnungen – umstrukturiert.
Heute, viele Jahre später, lebt Luven mit seiner kleinen Familie nur einen Steinwurf vom Faszinationsort seiner Kindheit entfernt. Und auch diesem Ort wohnt ein kleiner Zauber inne. Als kleine Seitenstraße der Bachstraße führt die Niederstraße entlang der Bahntrasse und ist nur eingefleischten Bilkern bekannt. Gerade einmal achtzehn Hausnummern verzeichnet die kleine Stichstraße, die auf Luvens Grundstück und unmittelbar vor seinem Haus endet. Hinter den kleinen Gärten der Häuser fließt gemächlich die Düssel vorüber, eine Entenfamilie paddelt vorbei. Dass man sich als Besucher in einer Großstadt befindet, realisiert man erst erneut bei Verlassen dieser kleinen Straße, dann, wenn man wieder in das pulsierende Leben vor dem Bilker Bahnhof eintaucht.

Arbeiterhäuser aus dem vergangenen Jahrhundert

Die Häuser der Niederstraße sind pittoresk, wurden einst im Zuge der steigenden Industrialisierung Düsseldorfs als Arbeiterhäuser gebaut und dienten im vergangenen Jahrhundert jahrzehntelang den Mitarbeitern einer Färberei als Heimstätte. Diese stellten damals bedruckte Gewebe sowie gefärbte Garne und Textilien her. „Dieser Teil der Stadt gehörte damals noch nicht einmal zu Düsseldorf“, erklärt Luven, der sich sehr für das alte Düsseldorf interessiert und stets Historisches um und aus Bilk recherchiert. „Nur wenn man weiß, wo man herkommt, kann man begreifen, wie der Wandel eines Stadtteils funktioniert und welche Auswirkungen er hat“, erklärt er sein ausgeprägtes Interesse.
Nicht zuletzt aufgrund seiner Kindheitserinnerungen liebt Luven, der als Küchenplaner tätig ist, daher diesen Ort auf der kleinen Straße ganz besonders. So erkundete er mit großem Aufwand auch die Geschichte des Hauses, in dem er jetzt lebt, kann viele Um- und Ausbauphasen des Hauses sogar noch anhand alter Fotografien der Vorbesitzer belegen.

Suche nach dem Originalschild geht weiter

Um ein kleines Stück seiner Kindheitserinnerungen konservieren zu können, pflastert Luven nun das Grundstück vor seinem Haus mit den Originalpflastersteinen des alten Containerterminals an der Bachstraße. Die massiven Steine konnte er vom Abrissunternehmen des Terminals kurz bevor sie abtransportiert werden sollten erwerben.
Nun ist er noch auf der Suche nach dem Originalschild des Bilker Bahnhofes, das, einst auf der Bachstraße hängend, das Containerterminal auswies. „Das Schild war leider von heute auf morgen verschwunden“, erklärt Luven, der bereits Kontakt zur Deutschen Bundesbahn aufgenommen hat. „Das Schild besitzt keinen großen materiellen, für mich aber einen sehr großen ideellen Wert“, erklärt der 48-Jährige, der mit Anbringung des Schildes seinem kleinen Stückchen des historischen Bilk einen weiteren großen Schritt näher kommen würde.

Hintergrund:
> Claude Luven ist dankbar für jeden Hinweis, der ihn auf den Verbleib des Schildes aufmerksam machen würde. Auch über eine Kopie des Schildes würde sich Luven freuen.
> Luven ist über die Telefonnummern 0179 / 69 45 95 3 oder 0211 / 41 66 95 69 erreichbar; gerne leitet auch die Redaktion des Rhein-Bote, Telefon 0211 / 13903-26, Informationen an Claude Luven weiter.
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