Barbie Guru

Bettina Dorfmann mit ihren Lieblingspuppen
  • Bettina Dorfmann mit ihren Lieblingspuppen
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Ein Leben für die Barbiepuppe

Ursprünglich hatte Bettina Dorfmann für ihre Tochter ein paar Barbiepuppen gekauft. Diese jedoch hielt nichts vom Puppenspielen, sondern trieb lieber Sport. Heute ist sie Bundesligatischtennisspielerin. Die Puppen hingegen blieben Bettina Dorfmanns Hobby. Heute ist sie stolze Besitzerin von 15000 Barbiepuppen. Eine davon stammt sogar aus dem Jahre 1959, der ersten Produktion, dessen Wert mit 8000 Euro beziffert wird. Außerdem ist sie Autorin, Restaurateurin, Sachverständige, also schlichtweg ein Barbie Guru.

Vor gut zwanzig Jahren wurde der Grundstein für die Barbie-Sammlung gelegt. Die für ihre Tochter angeschafften Puppen waren überwiegend Sportbarbies, wie Fußballbarbie, Wassersaltobarbie oder Baskettballbarbie. „Es waren die einzigen Puppen, die von meiner Tochter akzeptiert wurden“, so die Sammlerin. Weil einige mit der Zeit Defekte aufwiesen besuchte sie einen Puppendoktor, der sich fachlich außerstande fühlte, die Barbies zu reparieren. Er schenkte ihr ein Buch, das sie intensiv las, um so ein Gefühl für dieses Metier zu bekommen. Dorfmann besuchte Börsen und Ausstellungen. So verschaffte sie sich einen Überblick. „Danach habe ich angefangen, meine Puppen zu sortieren, schaffte mir zur Übung einige fehlerhafte Objekte an und begann selbst zu reparieren“, erzählt sie.

"Nicht einfach mit Uhu kleben"

Ihr war aufgefallen, dass die zur Zeit der Ölkrise gefertigten Puppen, vom Material her nicht korrekt und somit viel reparaturanfälliger waren. „Das Problem ist, dass die Barbiepuppen durch ihre unterschiedlichen Materialstrukturen nicht einfach mit Uhu geklebt werden können“, so die Fachkundige. Der Umgang mit dem „Spielzeug“ wurde ihre Passion. Immer mehr Fachwissen führte dazu, dass sie nicht nur ihre eigenen Barbies reparierte, sondern auch Aufträge zur Reparatur erhielt. „Eines meiner beiden Textilgeschäfte stellte ich ein und gründete eine Barbiepuppenklinik“, beschreibt sie voller Stolz ihren Werdegang. Heute betreibt Bettina Dorfmann die einzige Barbiepuppenklinik Deutschlands. Dazu ist sie auch noch die einzige Sachverständige auf diesem Gebiet. Durch die Einführung des Internets wurden viele Sammler auf die Puppenklinik aufmerksam. Aus ganz Europa werden ihr heute die Barbies
zur Restaurierung oder Reparatur zugeschickt. Für Dorfmann sind es bei den gängigen Modellen meist Instandsetzungen, wie das Auswechseln des Halsschaniers oder das Erneuern von Beinen und Armen. „Bei vielen Sammlerobjekten jedoch muss in diffiziler Kleinarbeit das Make-Up nachgezogen werden, oft wird verschlissenes Kunsthaar ausgewechselt oder Originalkleidung geflickt“, schildert die Spezialistin. Die Reparaturen kosten je nach Aufwand und Material zwischen fünf und 200 Euro.

Die Schönsten und Wertvollsten

Für das Aufstellen ihrer ersten Objekte musste eine Vitrine her. Sie fand gleich zwei, dies sie auf Drängen ihres Ehemannes kaufte. „Er hat gewusst, dass eine nicht ausreicht“, lacht die sympathische Düsseldorferin. Schnell wurden diese und noch zig andere Vitrinen voll. Mittlerweile müssen viele verpackt bei den Ersatzteilen, Accessoires und Haaren lagern. Nur die schönsten und wertvollsten stehen in ihrem Arbeitszimmer. In diesem Raum wickelt sie nicht nur ihre Geschäfte ab, hier werden Bücher verfasst, wie Barbie – The First 30 Years“ oder „Barbie – Outfit der 70er“. Von hier aus werden auch die Börsen und Ausstellungen, wie beispielsweise „Busy Girl – Barbie macht Kariere“, organisiert. Diese spezielle Ausstellung stellte den Zeitgeist unserer Epoche dar. Hier wurde anhand der Puppe Barbie die Berufs- und Lebenswelt der Frau von 1960 bis heute repräsentiert. Barbie-Puppen, Häuser und Accessoires sind bildhaft in verschiedene Szenen gesetzt. „Wir zeigen hier die Veränderungen von Berufsbildern, speziell der berufstätigen Frau, die so nachvollziehbar abgebildet sind“, merkt Dorfmann an.

Die Ausstellung „Zwischen Alltag und Glamour“ hingegen, die von 20. Oktober 2014 bis 08. November 2014 in Villingen-Schwenningen stattfinden wird, zeigt Barbie als das Synonym für Mode und Glamour. Sie trifft stilsicher den Geschmack jeden Jahrzehnts, egal ob Alltagskleidung, Freizeitmode oder Gala. Barbie ist seit ihrem ersten Auftritt auf der New York Toy Fair 1959 immer und zu jedem Anlass perfekt gekleidet.

Autor:

Peter Frank aus Düsseldorf

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