Ein Erlebnis der besonderen Art.

"Guten Tag, sie sind mit dem LKW unterwegs" ?
Ich drehte mich um und sah in das Gesicht eines älteren Mannes.

Er machte einen zufriedenen Eindruck auf mich, wie er so da stand in seinem weissen Anzug und wirkte auf mich ein wenig fehlplaziert in unserer Welt.

Weisser Anzug, weisser Bart und ebenso weisse Haare, ebenmässige glatte Gesichtszüge und ein strahlendes Gemüt. Er sprach ruhig und bedächtigt "Du siehst gestresst und geplagt aus mein Sohn" seine Stahlblauen Augen fixierten mich.

Was hatte er eben gesagt, mein Sohn, also meinen Vater kannte ich schon aber diese Mann war es bestimmt nicht.

Ich sah ihn an und entgegnete "ich bin gewiss nicht ihr Sohn sie irren sich".

"Du bist sehr agressiv in deinem Verhalten mein Sohn" entgegnete er "ich werde dir helfen diesen Tag als schönes Erlebnis in deinem Leben zu behalten, du wirst ihn nie vergessen". Er sollte damit wohl Recht behalten aber das ist mir erst heute nach einigen Jahren klar. "Machst du eine längere Pause hier, mein Sohn" ? fragte er, "ja mindestens 9 Stunden" entgegnete ich.

"Gut lass uns gehen, ich möchte dir etwas zeigen, das ich nur denen Zeige die ich für würdig genug halte".

"Und was macht sie so sich das ich würdig genug bin"? Fragte ich den alten Mann. "Ich fühle es, ich kann fühlen ob du würdig bist und ich fühle das du bereit bist für die Erfahrung die du heute machen wirst, mein Sohn". da war es wieder dieses mein Sohn, er nervte mich Furchtbar damit ich begann zu überlegen ob er vielleicht so ein Sektenspinner sei.

In diesem Moment schaute er mich direkt an und sprach "nichts von allem was du denkst, würde auf mich zutreffen, deine Gedanken sind böse". Mir wurde schlagartig Kalt und heiss zugleich.

Er drängte zum gehen, ich stieg in meinen Lkw und steckte mir mein Jagdmesser in die Tasche an meinem Gürtel.

Wir gingen los, er voran ich folgend in einigen Metern Abstand. Wir kamen auf einen kleinen Waldweg zu wo er stehen blieb, er drehte sich zu mir um und zeigte auf mein Messer, "wozu brauchst du das Messer" ich fixierte ihn und er sprach weiter "du bist so voller Mistrauen mein Sohn, was hat das Leben mit dir gemacht" ?

"Gehe diesen Weg bis du an eine Lichtung kommst, dort biege nach rechts ab und gehe weiter an einem abgestorbenem Baum gehst du wieder nach links bis zu einer grossen Eiche, dort dann wieder nach rechts".

Also lief ich los, ich war schon eine ganze Weile gelaufen als ich zu meiner rechten Seite ein Rauschen hörte, ein kleiner Bach, das es sehr warm war beschloss ich mich mit seinem Wasser kurz abzukühlen.

Um an den Bach zu kommen musste ich eine etwas steilere Böschung hinabsteigen, dort entdeckte ich einen Hund mit zerzaustem Fell, der versuchte an den Bach zu gelangen. Er war sehr scheu und wich zurück als ich auf ihn zu ging, also lies ich von dem Versuch ab an ihn heran zukommen, als ich direkt am Bach stand kam der Hund näher ich machte eine Kuhle in den Boden und verdichtete durch Klopfen mit meinen Händen das Erdreich, um Wasser in diese Kuhle zu geben damit das Tier trinken konnte.

So wie ich das Wasser in die Kuhle gab versickerte es auch schon im trockenem Boden. Ich brauchte eine Lösung und nahm vom nächsten Baum, der ziemlich grosse Blatter hatte einige herunter und begann die Blätter Schichtweise in die Kuhle zu legen, dann noch eine Schicht Sand und dann das Wasser, es lief nun sehr viel langsamer ab so das der Hund, der mich die ganze Zeit beobachtet hatte an die Kuhle kam und trank.

Ich füllte die Kuhle nochmal auf, trank selber nochmal aus dem Bach und setzte meine Weg fort.

Nach einer Weile merkte ich das mir der Hund folgte immer im sicheren Abstand, so wie ich es vorher mit dem alten Mann gemacht hatte.

Auf irgendeine Art war ich enttauscht das mir der Hund nicht traute obschon ich ihm zu trinken gegeben hatte.

Meine Gedanken umkreissten den alten Mann, ob er wohl auch enttäuscht war das ich so weit hinter ihm gelaufen war ?

Ich schritt den Weg ab so wie es mir der alte Mann aufgetragen hatte, es war unerträglich heiss geworden der Hund folgte mir noch immer war aber inzwischen auf einer höhe mit mir. Ich erzählte ihm von meinem Hund den ich besessen hatte und der nun schon eine Weile tot war weil er schwer krank war.

Mit einem mal fing der Hund an zu knurren sein weisses zerzaustes Fell richtete sich auf und es drang ein leiser Schrei zu uns, der Hund stellte seine Nackenhaare auf und wir gingen ins Gebüsch in Richtung der Quelle des Geräusches.

Als wir an einem Wildschutzzaun ankamen erkannte ich auch den Grund für die Schreie, ein Vogel hat sich im Schutzzaun verfangen.

Nach ein paar Minuten hatte ich ihn befreit und setzte ihn in einem Busch nah des Weges damit er sich erholen konnte, der Hund sah mich an ich kniete mich hin und streichelte sein Fell, was er ohne Angst über sich ergehen lies und sagte ihm er solle hier bleiben bis der Vogel weggeflogen sei damit ihm nichts geschieht.

Ob er mich wirklich verstanden hat vermag ich nicht zu sagen aber er legte sich im Schatten unter den Busch und ich setzte meinen Weg fort mit unbekanntem Ziel.

Mich bewegte die Frage ob der Hund mich verstanden hatte, oder ob er einfach nur im Schatten liegen wollte um auszuruhen. Als ich an dem Punkt der mein Ziel sein sollte angekommen war, erblickte ich eine grosse Wanderkarte. Darüber war ein Holzbrett angebracht das noch sehr neu aussah im gegensatz zu der Karte. Darauf stend in Goldbuchstaben "Der Weg ist das Ziel".
Sollte mich der alte Mann doch verarscht haben ?

Während ich so dastand legte sich eine Hand auf meine Schulter und ich hörte die vertraute Stimme des alten Mannes "schön du hast es bisher geschafft, war unterwegs etwas besonderes" fragte er. "Nein" gab ich zur Antwort. "Gut lass uns weiter gehen es ist nur noch ein kurzes Stück durch den Busch" sprach er "gib acht auf den Boden". Er Schritt mit einer enormen Leichtigkeit voran die man ihm gar nicht zugetraut hätte.
Ich achtete auf den Boden und sah viele heimischen Klein und kleinsttiere die vor meinen Füssen davon huschten ins Unterholz rein.

Plötzlich blieb der alte Mann stehen, wir standen an einem kleinen See der Scheinbar von einem Wasserfall gespeisst wurde der uns gegenüber die Felsewand hinabfloss.

Der alte Mann drehte sich zu mir und sagte: "Mein Sohn, jetzt trennen uns nur noch wenige Meter von dem Erlebnis das ich dir vor einigen Stunden versprochen habe".

Er reichte mir eine Plastiktüte mit den Worten alles dort hinein zu packen das nicht nass werden durfte, ich tat wir mir aufgetragen wurde.

Der altem Mann machte anstalten durch den See zu waten und ich tat es ihm gleich.

Das Wasser war Glasklar und ich konnte die Fische sehen obwohl ich durchnässt war machte es mir nichts aus da es draussen unerträglich heiss geworden war.

"Deine Sachen trocknen nachher sehr schnell" gab mir der alte Mann zu bedenken.

Er lief durch den See auf den Wasserfall zu und mir kamen zum ersten mal seit einiger Zeit wieder zweifel die ich jedoch sofort wieder verwarf.

Und mit einem mal machte er einen grossen Schritt und war in dem Wasserfall verschwunden, "komm schon du Zweifler" hörte ich seine Stimme von der anderen Seite des Wasser.

Ich tat es ihm gleich und stand in einer Felsenhöhle die von einer Lichtquelle,deren Ursprung ich nicht erkennen konnte, beleuchtet war sie war von unglaublicher Schonheit und sämtliche Farben die man kennt spiegelt sich an den Wänden.

Der alte Mann lies mich diesen Eindruck geniessen, mein Herz schlug in freudiger Erregung, Ich war überwältigt von diesem Farbenspiel.

Der alte Mann trat nun neben mich und hielt mir ein weisses Gewand hin," zieh das hier bitte über und lege deine Sachen dort zum trocknen in die Mauernische".

Ich zog meine nassen Kleidungsstücke aus und legte sie geordnet in die Nische.

Es schien als errate der alte meine Gedanken als er sprach "Der Ausgang ist trockenen Fusses zu erreichen deshalb können deine Sachen jetzt trocknen, folge mir".

Wir gingen wieder hintereinander her, das Gewand war angenehm zu tragen und ich hätte es gerne behalten, nach wenigen Metern blieb der alte Mann stehen und zu unserer linken waren Steine die Sesselform hatten zu sehen.

Ihre Sitzflächen waren gepolstert mit Blättern und der alte Mann wies mir einen Platz an.

Es erschien eine junge Frau, ebenfalls in einem weissen Gewand und stellte eine Karaffe mit Wasser auf eine. Steintisch und daneben eine Holzschale mit Brot, der alte Mann schenkte uns beiden Wasser ein während die Frau verschwand und gab mir Brot zu Essen.

Der alte Mann fragte: " Was denkst du "? Ich Antwortete: " und Jesus reichte seinen Jüngern Wasser und Brot....."

Er lächelte mich an, " ich sehe du hast den Weg über darüber nachgedacht was dir passiert".

"Du bist würdig nun auch das letzte grosse Erlebnis zu Erfahren nur ganz wenige Menschen vor dir haben dieses was ich dir nachher zeigen werde bisher gesehen".

"Wenn du später an diesem Ort zurückkehren willst, wird es dir nur gelingen wenn dein Geist frei ist von Zorn und Zweifel so wie es jetzt der Fall ist."

Ich war neugierig zu erfahren wieso er mich als würdig empfand und so fragte ich ihn "wie kannst du wissen, ob ich würdig bin die letzte Stufe des Erlebnis zu nehmen".

er sah mich an und sprach: "der wahre gläubige kennt die Begriffe Glaube, Hoffnung und Liebe".

"Aus liebe zu den Tieren hast du dem Hund zu trinken gegeben, du hast ihm erlaubt dich zu begleiten, aus Hoffnung noch etwas Retten zu können hast du den Vogel befreit und ihm zum Schutz den Hund gelassen der dein Schutz hätte sein sollen, und der Glaube hat dich hierher bis an das Ziel geführt, du hättest dieses Ziel ohne Glaube ohne Hoffnung und ohne Liebe niemals erreicht, darum halte ich dich für würdig".

Er stand auf und bedeutete mir ihm zu folgen, er blieb kurz stehen und zum erstenmal gingen wir nebeneinander her, wie Freunde, ein Stück weiter vorne kam ein Hund mit einem weissen, glänzendem Fell auf uns zu von einer unglaublichen Schönheit "siehst du mein Sohn, du gabst ihm zu trinken, er war durstig, viele Menschen haben ihn in den letzten Tagen gesehen aber keiner machte anstalten ihm zu helfen, durch deine Hilfe kam er zu kräften und sein Fell erstrahlt wieder in seinem ursprünglichem glanz".

Einen Augenblick später kam ein wunderschöner Vogel mit einer beachtlichen Spannweite und landete auf dem ausgestrecktem Arm des Alten Mannes, dieser lächelte mich an und sprach weiter "dieser Vogel hat seit Stunden im Schutzzaun um sein Überleben gekämpft, viele Spaziergänger haben seine Schreie gehört aber niemand ausser dir ging in den Busch um zu sehen wer Hilfe braucht".

"Weisst du jetzt warum ich dich für würdig halte" ?

Ich nickte stumm und wartete was nun kommen würde.

"Lass uns weitergehen" sprach der Alte Mann und wir gingen nebeneinander her bis wir an eine Öffnung in der Felsenhöhle kamen durch die blendend helles Licht viel.

Der alte Mann blieb stehen, legte mir eine Hand auf die Schulter und sah mich an, seine Stahlblauen Augen schienen in mich einzudringen "Bist du bereit für das grosse Finale, mein Sohn" ? Ich sah ihn an und Antwortete wie in Trance "Ja Vater" ich erschrack aber der alte Mann lächelte so zufrieden das er auf diese Antwort wohl gewartet hatte.

Wir traten durch die Öffnung auf eine Felsplattform von der jewelis links und rechts Wege hinunter zu einem See führten, Kristallklar, Bäume von beeindruckender Größe, Blumen in einer Farbepracht die ich bisher nie gesehen hatte und alles war so überaus friedlich, Tränen der Freude und der Rührung liefen über mein Gesicht ich war überwältigt von der Schönheit dieses Tals.

"Komm sprach der alte Mann ich zeige dir dieses Paradies ein Ort an dem die Menschen noch keinen Schaden angerichtet haben ohne Lärm ohne Stress und voller Frieden".

Ich weiss nicht mehr wie lange wir dort umher gegangen sind, es gab viel zu sehen, Früchte von Sträuchern schöne Tiere und zwischen drin Hütten aus Holz in denen Leute scheinbar Glücklich ihrem Tagesablauf nachgingen.

An einer Hütte blieb ich stehen es war die einzige deren Türe verschlossen war, ich sah den alten Mann an und fragte: "Warum ist diese Türe verschlossen" er antwortete "erkennst du etwas an dieser Türe"? Ich sah auf die Türe und Antwortete: "ja Vater (da war es schon wieder) den gleichen Schmuck hatte meine Mutter an unserer Haustüre bis zu ihrem Tod".

Er sah mich an : "Das ist richtig mein Sohn, aber die Zeit für ein Wiedersehen ist noch nicht da",ich musste Weinen ich hätte zu diesem Zeitpunkt mein Leben gegeben um durch diese Tür zu gehen.

Wir gingen weiter zu einem grossen Torbogen in dem ein schweres Tor eingelassen war es öffnete sich wie von Geisterhand.

Ich verabschiedete mich von dem alten Mann und er fragte mich, "hast du noch eine Frage die ich dir beantworten kann bevor du gehst".

Ich war überwältigt von dem Erlebten und so fragte ich nur "Vater, wie komme ich jetzt zu meinen Sachen"? Er hob seine Hand der Hund und der Vogel kamen wieder herbei und er lächelte.

Dann spürte ich einen Sog, einen tiefen Fall und als ich Aufschlagen sollte öffnete ich in meiner Schlafkabine die Augen meine Sachen waren dort, sie lagen auf dem Sitz und die Sonne des neuen Tages schien durch das noch offene Fenster.

Ich spürte eine unglaubliche Ruhe und eine unbändige Kraft in mir.

Seit diesem Tag hat es mich beschäftigt, war es ein Traum weil ich bis zur Erschöpfung gefahren war, war es echt, ich fühlte an meinen Wangen und stellte fest ich hatte tatsächlich geweint.

Im letzten Sommer machte ich an der gleichen Stelle Pause.

Ich suchte den Weg und fand ihn auch, ich fand alles wieder der Schriftzug "Der Weg ist das Ziel" ist etwas verblasst aber daneben steht heute geschrieben der Herr sieht uns immer und Überall.

Dann Stand ich im See vor dem Wasserfall und kehrte um ich wollte nicht enttäuscht sein wenn ich dahinter keine Öffnung finden würde.

Als ich auf dem Weg zurück zum Parkplatz war sprach mich eine junge Frau an " ich habe sie im See stehen sehen, was glauben Sie was hinter dem Wasserfall ist" ? Ich sah sie an und entgegnete "Eine andere Sicht auf die Dinge". Sie schüttelte den Kopf und ging weiter von irgendwo war ein Hundebellen zu hören und über mir zog ein stolzer Vogel seine Bahnen.

Ich denke es wird mein Geheimnis bleiben wo dieser Ort ist und wenn ich in der Nähe bin und dann dazu bereit werde ich durch den Wasserfall gehen, aber ich hoffe das ich dann auch schon ein alter Mann bin.
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