Eine Brücke für Flüchtlinge

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Ziel des Projektes ist es, dass Flüchtlinge zur Normalität zurückkehren können. Foto: Siegel

Samer Kanjo ist einer von tausenden Flüchtlingen in Deutschland. Er ist 37 Jahre alt und wurde zusammen mit seiner Frau und drei Kindern aus seiner Heimat Kobane, an der syrischen Grenze, vom Krieg vertrieben. Wie so viele andere Flüchtlinge ist Kanjo auf der Suche nach Arbeit. Doch das ist schwierig ohne die Sprache und vor allem ohne Papiere, in Deutschland einen Job zu finden.
Hier greift das neue Projekt "Welcome@Work" der Diakonie und des Arbeitslosenzentrums "renatec".

Erst ist die ganze Familie in die Türkei geflohen, dann kam er im Oktober letzten Jahres alleine nach Deutschland. Seine Familie musste er bislang dort zurück lassen. Solange er sie nicht zu sich holen kann, versucht er sie so gut wie möglich von Deutschland aus zu unterstützen. „Das ist sehr schwierig für mich, aber ich möchte trotzdem darüber sprechen“, übersetzt die Dolmetscherin Mirjam Khachab die Worte, die Samer Kanjo sichtlich sehr gerührt spricht. Noch kann er kein Wort Deutsch, aber dank der Diakonie Düsseldorf und der renatec GmbH wird er in diesem Monat einen Sprachkurs belegen, um die deutsche Sprache zu erlernen und auch, um auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß fassen zu können.

"Ein Mann, der keine Verantwortung für seine Familie tragen kann, hat im Leben nichts erreicht."

„Ich will arbeiten gehen, ich bin es gewohnt zu arbeiten und damit Verantwortung für mich und meine Familie zu tragen. In meiner Heimat heißt es, ein Mann, der keine Verantwortung für seine Familie tragen kann, hat im Leben nichts erreicht“. In Kobane hat der gelernte Elektriker zwölf Jahre lang als selbstständiger Unternehmer gearbeitet.

Beratung zu jeglichen Problemen

Mit der Sparda-Bank West als finanzielle Unterstützung organisieren die Diakonie und renatec berufsbezogene Intensiv-Sprachkurse, kümmern sich um die Anerkennung von Abschlüssen, beraten zu jeglichen Problemen und Unsicherheiten und knüpfen Kontakte zu Arbeitgebern, Verbänden, zum Jobcenter und zur Agentur für Arbeit. „Aufgrund der offensichtlichen Notwendigkeit brauchten wir eigentlich gar keine Idee für dieses Projekt, sondern nur den Willen und die nötige Unterstützung“, so Diakoniepfarrer Thorsten Nolting. Erst im April/Mai wurde das Projekt somit ins Leben gerufen.

Praxisbezogen die Sprache näher bringen

"Welcome@Work"-Koordinatorin Marlies Heeke dient hierbei als eine Art Couch für Alles und hat schon viele Flüchtlinge gesprochen, die sich bei der Diakonie gemeldet haben, weil sie arbeiten und Deutsch lernen wollen. „Unser erstes Ziel ist es, die Menschen sprachlich auf ein B1 Level zu bekommen und ihnen auch sehr praxisbezogen die Sprache näher zu bringen, damit sie optimal auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden“, so Heeke. Die Sprachkurse fangen gerade erst an und bestehen aus ungefähr 25 Teilnehmern. Währenddessen versucht das Projekt Praktika, Ausbildungsplätze und Minijobs zu organisieren.

Ehrenamtliche Helfer und neue Arbeitgeber gesucht


Heekes nächster Wunsch ist es, noch mehr ehrenamtliche Helfer und vor allem Arbeitgeber und Unternehmen zu finden, die Plätze zur Verfügung stellen: „Das ist doch für jeden nur ein Gewinn, für Arbeitgeber und Arbeitnehmer“, so Heeke. Dabei geht die Diakonie selbst als gutes Beispiel voran und stellt demnächst vier Ausbildungsplätze für Flüchtlinge zur Verfügung. Auch Ursula Wißborn, Vorstand der Stiftung Sparda-Bank West, spricht sich begeistert über das Projekt aus: „Wir finden es toll, den Menschen helfen zu können, zu ihrer sehnlichst gewünschten Normalität zurückzukehren“.

Auf der Suche nach einem Job


Samer Kanjo sucht weiterhin einen Job, sei es nur ein Minijob für den Übergang. "Welcome@Work" hat ihm Hoffnung gegeben und er ist froh, wahrscheinlich bald seine Familie wieder bei sich zu haben.

Wer Interesse an dem Projekt hat, findet weitere Informationen und Ansprechpartner unter www.diakonie-duesseldorf.de.
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