Friedrich-Naumann-Haus feiert 60-jähriges Jubiläum

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Auch Pascal nahm an der Feuershow zum 60-jährigen Jubiläum teil: Pascal, 22, seit zehn Monaten Bewohner des Friedrich-Naumann-Hauses. Foto: Ingo Lammert
 
Feuershow zum 60-jährigen Jubiläum des Friedrich-Naumann-Hauses unter dem Motto "Feuer, Wärme, Nächstenliebe". Foto: Ingo Lammert
Oberkassel. Im Jahr 1954 gegründet, weist das Friedrich-Naumann-Haus als Einrichtung der Diakonie bis heute eine bewegte Geschichte auf. Damals nahm die Einrichtung auf dem Niederkasseler Kirchweg 45 vor allem junge Flüchtlinge aus der DDR auf, später junge Arbeitsmigranten.
Heute finden im Friedrich-Naumann-Haus junge Männer Zuflucht. Die Männer sind oft erst Anfang 20, dennoch haben sie schon jede Menge Schwierigkeiten: sie haben keine Wohnung, leiden an Drogensucht, haben Schulden, vielleicht kommen sie gerade aus dem Gefängnis. Im Friedrich-Naumann-Haus der Diakonie können sie erst einmal wohnen – und lernen dort, eigenständig zu leben.

In ein eigenständiges Leben zurückfinden

So auch der 22 Jahre alte Pascal, der bereits seit zehn Monaten im Haus auf dem Niederkasseler Kirchweg ein vorübergehendes Zuhause gefunden hat. Drei Monate lang arbeitete Pascal in der Hausreinigung der Einrichtung, bis er nun in der Küche des hauseigenen Bistro eine neue Aufgabe gefunden hat. In einigen Wochen möchte er sich auch noch in der Holzwerkstatt ausprobieren: „Das Kochen macht mir bereits sehr großen Spaß, nun will ich aber auch noch meine handwerklichen Qualitäten testen“, erzählt Pascal.
Bei allen Aufgaben im und um das Haus geht es darum, den jungen Männern einen geregelten Tagesaublauf vorzustellen und somit den Wiedereinstieg in ein normales Leben zu ermöglichen. Gemeinsam mit insgesamt drei Mitarbeitern des sozialen Dienstes sowie weiteren Familienpflegern und Arbeitstherapeuten des tagesstrukturierenden Dienstes gestaltet Einrichtungsleiter Timo Stascheit für die jungen Männer eine Übergangsphase, um sich selbst definieren zu können und zu finden.
Bis zu 25 junge Männern leben in der Einrichtung, zunächst im Wohngruppenbereich, später in einer Trainingswohnung, die bereits ein eigenständiges Leben simuliert.
Während in der Wohngruppe für die Bewohner noch gekocht, eingekauft und gewaschen wird, übernehmen sie diese Aufgaben in der Trainingswohnung bereits eigenständig. Die letzte Stufe des Aufenthaltes im Friedrich-Naumann-Haus ist die sogenannte Außenwohngruppe.
„Bewohner dieser Wohngruppe stehen bereits kurz vor der Möglichkeit, eine eigene Wohnung beziehen, und ein eigenständiges Leben führen zu können“, erklärt Timo Stascheit.
Der Weg zurück in ein eigenständiges Leben ist lang: viele Bewohner leben sechs Monate im Diakonie-Haus in Niederkassel, andere bleiben ein Jahr und länger. Um die Struktur der Selbständigkeit zu erhöhen und eine Verantwortung auszuprägen, haben alle Bewohner einen eigenen Schlüssel für das Haus und ihr Zimmer, Besuch ist nachmittags ab 16 Uhr erlaubt, am Wochenende sind Übernachtungsgäste nach Absprache zugelassen.

Feuershow zum 60-jährigen Jubiläum

Zum 60-jährigen Jubiläum des Hauses in dieser Woche führten die jungen Männer eine Feuershow unter dem Motto „Feuer, Wärme, Nächstenliebe“ auf und zeigten, welche Tricks sie im Feuerworkshop mit dem Verein Feuerpädagogik gelernt haben.
Sowohl Diakonie-Pfarrer Thorsten Nolting als auch Dezernent Burkhard Hintzsche sprachen begleitende Worte zum Jubiläum und den Feierlichkeiten.
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