Gemeinsame Pressemitteilung der Verbraucherzentrale NRW und des Landeskriminalamtes NRW: Kanalhaie schnappen nach Kundschaft -

Anzeige
Düsseldorf: LKA | Diese Meldung wurde gerade vom LKA verbreitet:

LKA-NRW: Gemeinsame Pressemitteilung der Verbraucherzentrale NRW und
des Landeskriminalamtes NRW: Kanalhaie schnappen nach Kundschaft -
Warnung vor dreisten Geschäften an der Haustür

Düsseldorf (ots) - Die erste reguläre Frist zur Kanaldichtheitsprüfung, die private Hauseigentümer in Wasserschutzgebieten bis Ende des Jahres beachten müssen, ruft auch Kanalhaie auf den Plan:

Unseriöse Rohrsanierer scheren sich hierbei nicht um den speziellen Geltungsbereich, sondern rufen wahllos an, klingeln an der Haustür oder überrumpeln arglose Hauseigentümer in der Kneipe mit dem dringenden Rat, schnell noch von ihnen fristgerecht eine Zustands- und Funktionsprüfung ihrer privatenAbwasserleitung durchführen zu lassen.

Die vorgeschriebene Prüfung könne mit Hilfe einer speziellen Kanal-TV-Untersuchung samt Bescheinigung zum Schnäppchenpreis von 59 Euro durchgeführt werden - so lautet meist die drängende Empfehlung.

"Machen sich dievermeintlichen Fachfirmen dann mit ihren Gerätschaften und Kamera an der Abwasseranlage des Hauses zu schaffen, überraschen sie die
Eigentümer etwa mit der Nachricht, die Leitungen seien marode und
dringend sanierungsbedürftig", schildert Wolfgang Schuldzinski,


Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, die gängige Masche windiger
Kanalsanierungsfirmen auf Kundenfang.

"Keinesfalls sollte man sich
von Betrügern überrumpeln lassen! Vor der Auftragserteilung sollten
immer mehrere schriftliche Angebote eingeholt und ausreichend Zeit
zur Prüfung erbeten werden.


Wer massiv an der Haustür bedrängt oder bedroht wird, sollte die Polizei über die Notrufnummer 110 rufen",

rät Uwe Jacob, Direktor des Landeskriminalamts NRW (LKA NRW).
Gemeinsam wollen das Projekt Kanaldichtheit der Verbraucherzentrale
NRW und die örtlichen Polizeidienststellen gewieften Kanalhaien das
unseriöse Handwerk legen. Sie geben Ratsuchenden hilfreiche Tipps, um
unerwarteten Attacken mit der richtigen Gegenwehr zu begegnen:

- Prüffrist bis Ende des Jahres nicht für alle: Um Schäden für
Haus und Umwelt zu vermeiden, müssen zunächst Abwasserleitungen in
Wasserschutzgebieten,
die vor 1965 verlegt wurden, bis Ende 2015 von
einem anerkannten Sachkundigen geprüft werden.

Später installierteLeitungen unterliegen einer Prüffrist bis Ende 2020.


Wird bei derPrüfung ein Schaden festgestellt, können sich Sanierungsfristen bis
zu zehn Jahren ergeben. Hauseigentümer außerhalb von
Wasserschutzgebieten sind nicht an die speziellen Prüffristen
gebunden.
Sie müssen jedoch für eine regelmäßige Wartung und
Instandhaltung ihrer Leitungen sorgen.

- Nur Angebote anerkannter Betriebe vergleichen: Mit der
Überprüfung von Abwasserleitungen in Wasserschutzgebieten sollten nur
Betriebe beauftragt werden, deren sachkundige Mitarbeiter eigens in
einer "NRW-Liste" im Internet verzeichnet sind - unter
www.sadipa.it.nrw.de/sadipa.

Soweit ein Unternehmen hier nicht
aufgeführt ist, ist davon auszugehen, dass es die gesetzlichen
Anforderungen nicht erfüllt und die zuständigen Stellen in der
Kommune die Prüfung nicht anerkennen werden. Den verlockenden
Schnäppchenpreisen an Haustür und Telefon zum Trotz: In einen
Angebotsvergleich sollten deshalb nur Betriebe einbezogen werden, die
auch auf "NRW-Liste" verzeichnet sind. Denn ansonsten muss die
gesetzlich vorgeschriebene Funktionsprüfung wiederholt und damit noch
einmal bezahlt werden.


- Massivem Druck widerstehen: Dubiose Firmen werden mit
Schnäppchenpreisen, Finten und sogar Täuschungen versuchen, die
Konkurrenz auszustechen, um an einen Auftrag zu kommen und den
geforderten Rechnungsbetrag möglichst sofort zu kassieren. Wer sich
hierbei stark unter Druck gesetzt fühlt, sollte bei der Polizei eine
Anzeige erstatten. Hierzu ist es ratsam, die Kontaktdaten der
Kanalfirma zu kennen und den Sachverhalt in allen Einzelheiten - vom
Auftreten der Firma über Auftragsvergabe, Druck oder Täuschung -
schildern zu können. Auch die Benennung eines Zeugen oder Fotos von
den vorgenommenen Arbeiten können für die weitere Strafverfolgung
dienlich sein.


- Vorsicht bei Zusatzarbeiten: Manche Unternehmen haben neben
einer Funktionsüberprüfung auch noch fragwürdige
Folgedienstleistungen im Angebot.

Dazu zählt etwa das überflüssige
Auskleiden von Leitungen. Oder sie täuschen gravierende Schäden vor,
die nicht existieren, nur um sie gegen teures Geld scheinbar zu
beseitigen. Hände weg von spontanen Auftragsvergaben! Auf jeden Fall
sollten Betroffene sich erst eine Videoaufnahme mit den erkannten
Schäden zeigen lassen.

- Auftrag und Vertrag widerrufen: Eigentümer, die in den eigenen
vier Wänden mit ungutem Gefühl eine Unterschrift unter einen Prüf-
oder Sanierungsauftrag gesetzt haben, können Schlimmeres oft
verhindern, wenn sie den Vertrag binnen 14 Tagen ab dem Tag des
Vertragsschlusses schriftlich widerrufen - am besten per Einschreiben
mit Rückschein. Wurde den Betroffenen keine gesonderte
Widerrufsbelehrung zur Verfügung gestellt, bleiben ihnen noch 12
Monate und 14 Tage Zeit für einen Widerruf.

Hilfreiche Informationen
hat auch der kostenlose Flyer "Das Geschäft mit Ihrer
Abwasserleitung" parat. Erhältlich in allen Beratungsstellen der
Verbraucherzentrale NRW.

Hier weiß man auch rechtlichen Rat, um einen
Kanalhai loszuwerden oder aus einem dubiosen Vertrag auszusteigen.
Rechtsrat gibt es auch beim Verbrauchertelefon Kanaldichtheit der
Verbraucherzentrale NRW, Telefon 0211/38 09 300 - und zwar montags
und mittwochs von 9 bis 13 Uhr, dienstags und donnerstags von 13 bis
17 Uhr. Einen Notruf in einer akuten Drucksituation nimmt die Polizei
unter 110 entgegen. Strafanzeigen können jederzeit in allen
Polizeiwachen gestellt werden.

Anmerkung von Volker Dau zu diesem Satz:

"Auf jeden Fall sollten Betroffene sich erst eine Videoaufnahme mit den erkannten Schäden zeigen lassen."

Wer sagt mir, wann und wo das Video aufgenommen wurde?

Gauner haben wohl vermutlich das passende Schadensbild vorher anderswo aufgenommen dabei?
1
Einem Mitglied gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
13.687
Volker Dau aus Bochum | 08.06.2015 | 12:53  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.