Gesichter unserer Stadt: Seit über 30 Jahren am Carlsplatz

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Die gebürtige Düsseldorferin Angelika Schidan ist seit über 30 Jahren auf dem Carlsplatz anzutreffen, wo sie Obst und Gemüse verkauft. Foto: Stefanie Siegel

Morgens um 3 Uhr beginnt ihr Tag, abends gegen 20 Uhr geht sie ins Bett: Angelika Schidan verkauft seit über 30 Jahren Obst und Gemüse auf dem Carlsplatz.

Die Erdbeeren duften, der Spargel steht zusammengebunden im Korb und die ersten Kirschen des Jahres leuchten in kräftigem Rot: Bei Angelika Schidan am Obst- und Gemüsestand am Carlsplatz locken die saisonalen Produkte die Kunden an.


"Die Arbeit macht mir immer noch Spaß."

Seit Angelika Schidan 27 Jahre alt ist, dreht sich ihr Leben um diesen Stand. „Da habe ich meinen Mann kennen gelernt“, sagt sie. Er betrieb den Stand. Sie, die gelernte Arzthelferin, sattelte um. „Ich habe den weißen gegen einen grünen Kittel getauscht“, erzählt sie schmunzelnd. Als ihr Mann 1991 verstarb, übernahm sie das Geschäft. „Ich hatte bis dahin nichts mit dem Verkauf und Ankauf zu tun“, sagt sie. Aber sie entschied sich weiterzumachen. Ja, auch Lehrgeld habe sie bezahlen müssen, erzählt sie heute freimütig. „Auf dem Großmarkt habe ich anfangs oft zu viel gezahlt“, erinnert sie sich. Heute sieht das anders aus. Wenn sie um 3 Uhr morgens aufsteht und dann zum Großmarkt an der Ulmenstraße fährt, weiß sie genau, was sie möchte. Nach dem Großmarkt geht es zum Carlsplatz, um 8 Uhr startet der offizielle Verkauf, bis dahin ist viel zu tun.
„Die Arbeit macht mir immer noch Spaß“, erklärt sie, warum sie dienstags bis samstags von 3 Uhr morgens bis 19 Uhr abends arbeitet. Sie mag es draußen zu sein, sie mag es, mit den Kunden zu kommunizieren. „Zurzeit fährt Winfried Glatzeder hier morgens lang. Den Schauspieler kenne ich seit 1986. Er ist so ein herzlicher Mensch, er kommt mich besuchen oder winkt mir zu“, erzählt sie von einem der Momente, die sie glücklich machen. Das einzige, was sie manchmal nachdenklich stimmt, sind ihre Arbeitszeiten. „Gerade in den Sommermonaten würde ich auch gerne mal den Abend genießen“, sagt sie. Denn Zeit für Privates hat sie kaum. Tagsüber hat sie einen Mitarbeiter, der es ihr auch mal ermöglicht, kurz den Stand zu verlassen.
Wenn sie gefragt wird, was sich in den letzten 30 Jahren verändert hat, nennt sie als erstes das Dach. Seit einigen Jahren schützt es die Marktbeschicker und die Kunden. „Das ist gut“, sagt sie. Wann sie aufhören möchte, weiß sie noch nicht. „Ich mache weiter, so lange es mir Spaß macht“, sagt sie. Und das kann noch lange sein. Denn in ihrer Ecke – direkt gegenüber des Parkhauses – fühlt sie sich wohl, auch wenn die Gesichter sich im Laufe der 30 Jahre verändert haben...
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