Im Schatten des Gottes Vulcanus

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Verwandelt sich zweimal pro Woche, mittwochs und samstags von jeweils 7 bis 13 Uhr, zum Wochenmarkt, auf dem es frische Produkte aus der Region zu kaufen gibt: der Fürstenplatz in Friedrichstadt. Foto: Stefanie Siegel
 
Die Skulptur des Bergmannes, geschaffen von Bildhauer Friedrich Coubillier, ziert als eine von drei Figuren den Industriebrunnen auf dem Fürstenplatz. Foto: Stefanie Siegel
Friedrichstadt ist ein noch junger Stadtteil des alten Düsseldorf. Er entstand in der Mitte des 19. Jahrhunderts infolge der südlichen Ausbreitung in Richtung Bilk. Bereits 1831 wurde ein Bebauungsplan für die zukünftige Friedrichstadt aufgestellt, doch erst 1846 begann man mit der Erschließung des Geländes.

Als am 3. Juli des Jahres 1854 die Baugenehmigung des neuen Stadtteils Friedrichstadt erteilt wurde, begannen bereits kurz darauf die Bauarbeiten. Für den noch recht jungen Düsseldorfer Stadtteil gilt, was auch für die bereits 1715 – und damit rund 140 Jahre früher – erbaute Stadt Karlsruhe galt: der neue Stadtteil wurde vollständig am Reißbrett entworfen. Bis heute ist der Stadtteil daher charakteristisch durch sein schachbrettartiges Grundmuster geprägt. Im Jahr 1852 erhielt der rund 1,04 Quadratkilometer große Stadtteil im Stadtbezirk 3 seinen bezeichnenden Namen zu Ehren des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV.
Übrigens: Im Volksmund wurde der Stadtteil anfangs als „Walachei“ bezeichnet. Die keineswegs negativ konnotierte Bezeichnung, so vermutet man heute, ging wahrscheinlich auf Grund seines ursprünglich eher sumpfigen Untergrundes zurück.
Die neue Friedrichstadt entwickelte sich bald zur bevorzugten Wohnlage, vor allem für Beamte und Offiziere. Mit der Eröffnung des Bahnhofs im Jahre 1878 siedelte sich zwar in der Folge auch Industrie in dem noch jungen Stadtteil an und beflügelte dessen wirtschaftliche Entwicklung, der Charakter einer Wohnstadt blieb über die Jahre dennoch erhalten. Ein Großteil der Bausubstanz aus der Gründerzeit, und dies zeichnet Friedrichstadt auch aktuell aus, besteht noch heute.

Bevölkerungsdichtester Stadtteil

Angesichts der hohen Bevölkerungsdichte – im Jahr 2010 lebten dort laut Amt für Statistik und Zahlen der Landeshauptstadt 17.839 Menschen – stellt der Stadtteil mit einer Bevölkerungsdichte von 17.177 Einwohnern pro Quadratmetern den am dichtesten besiedelte Stadtteil Düsseldorfs dar. Auch aufgrund dieser Tatsache gibt es dort selbst nur sehr wenige nennenswerte Grünanlagen.
Der historische Fürstenplatz mit seiner im Norden und Süden jeweils abgerundeten Anlage sowie einigen diagonal auf ihn zulaufenden Seitenstraßen ist als einzige Freizeit- und Spielplatzanlage inmitten des Stadtteils ein Ort des Spiels, der Erholung und des Einkaufs gleichermaßen. Hier treffen sich die Bewohner des Stadtteils zu einem Plausch im Schatten der katholischen Kirche Sank Antonius. Das vom Düsseldorfer Architekten Wilhelm Sültenfuß im spätromanischen Stil geplante Gotteshaus wurde in den Jahren 1905 bis 1909 erbaut. Bereits 1983 wurde es unter Denkmalschutz gestellt, im Jahr 1997 vollständig renoviert. Auch der Spielplatz sowie die große Basketball- und Fußballanlage des Platzes ist in den Sommermonaten stets sehr gut besucht.
Zweimal pro Woche, mittwochs und samstags von jeweils 7 bis 13 Uhr, findet auf dem Fürstenplatz ein Wochenmarkt statt. Egal ob frisches Gemüse, Landfleisch oder ein schmackhafter Imbiss: auf dem Wochenmarkt lässt sich stets gut und frisch einkaufen.

Cafés und Kultur in unmittelbarer Umgebung

Neben vielen kleinen gemütlichen Kneipen, Restaurants und Cafés ist im direkten Umfeld des Fürstenplatzes auch ein großes Kulturangebot zu finden: Kleinkunst wird im Theateratelier Takelgarn, Philipp-Reis-Straße 10, aufgeführt, ein eher experimentelles Theater präsentiert das städtische Forum Freies Theater auf der Jahnstraße 3. Zeitgenössische Kunst, Ausstellungen, Lesungen und Performance bieten stets aktuell die Künstlervereine damenundherren, Oberbilker Allee 35, sowie Metzgerei Schnitzel, Bilker Allee 233, Ecke Zimmerstraße an, und machen so den Stadtteil auch zu einem kunstvollen Szeneviertel.
Für den Fürstenplatz besonders prägend ist wohl der dort seit 1937 installierte Industriebrunnen. Dieser wurde vom Bildhauer Friedrich Coubillier geschaffen und hatte von 1913 bis 1926 seinen Platz vor dem ehemaligen Kunstausstellungspalast. Coubillier, 1869 in Lothringen geboren, studierte nach einer praktischen Ausbildung ab 1894 an der Düsseldorfer Kunstakademie und schuf ab Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche Statuen, Reliefs, Grabmale und Denkmäler in Düsseldorf und Umgebung. Zu seinen wohl bekanntesten Arbeiten zählen die Figuren des Tritonenbrunnens auf der Königsallee und des Industriebrunnens.

Gottheit, Bergmann und Hüttenarbeiter

Der Brunnen auf dem Fürstenplatz zeigt neben Gott Vulcanus, den Bergmann und den Hüttenarbeiter und stellt eine Versinnbildlichung der Eisenindustrie und des Bergbaues dar. Interessant: 1942 sollten die Figuren als Metallspende des Deutschen Volkes für Rüstungszwecke eingeschmolzen werden und wurden entfernt. Dennoch blieben sie unversehrt und wurden 1950 erneut aufgestellt. 2005 ersetzte eine Kunstgießerei die verrosteten Eisenverankerungen durch Edelstahlelemente und sicherten so den beeindruckenden Brunnen für die Zukunft.
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