In den Rheinbogen geschmiegt

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Umringt von malerischer Landschaft und geprägt von Landwirtschaft, die heute überwiegend durch Blumenpflanzung dominiert wird, prägt die katholische Pfarrkirche Sankt Blasius das Ortsbild des Stadtteils Hamm. Foto: Stefanie Siegel
 
Von Samstag, 5., bis Dienstag, 8. September, findet in diesem Jahr das Schützenfest in Hamm statt. Diese beiden Strohgesellen weisen schon jetzt darauf hin. Foto: Stefanie Siegel
Mit dem Fahrrad oder Auto sind es kaum zehn Minuten bis zur Düsseldorfer Altstadt oder in das Stadtzentrum der Landeshauptstadt. Und dennoch ist der Stadtteil Hamm ländlich geprägt. Ein romantischer Aufenthalt dort lässt schnell vergessen, dass man sich in einer Großstadt befindet.

Gerade in den Sommermonaten ist es hier lieblich. Landwirtschaftliche Maschinen tuckern langsam über Feldwege, in den angrenzenden Betrieben werden Pflanzen und Gemüse angebaut.
Der Düsseldorfer Stadtteil Hamm liegt im Rheinbogen südlich der Innenstadt im Stadtbezirk 3. Der Name des nur 4,05 Quadratkilometer großen Stadtteils stammt vom lateinischen Wort Hamus ab. Zu deutsch bedeutet das Wort soviel wie „Haken“, was sich auf die Lage des Ortes im Rheinbogen oder auch „Rheinhaken“ bezieht. Mit 4080 Einwohnern zum Stand 31. Dezember 2013 ist Hamm einer der kleinsten Stadtteile Düsseldorfs. Um den Stadtteil von der westfälischen Stadt Hamm unterscheiden zu können, wird er auch häufig als Kappes-Hamm bezeichnet. Und spätestens da sind sie wieder im Spiel, die Kohlköpfe, die auf den Feldern Hamms angebaut werden. Übrigens: Noch bis Mitte des 20. Jahrhunderts war vor allem der Hammer Spargel weit über die Grenzen Düsseldorfs bekannt. Inzwischen dominiert die Blumenpflanzung in der Landwirtschaft.
Spätestens 1218 findet sich die erste urkundliche Erwähnung des kleinen Ortes. Allerdings gibt es auch Berichte über erste Erwähnungen aus den Jahren 793, respektive 875. Eine der ältesten Quellen über Hamm ist die auf den 23. Juni 1347 datierte Urkunde über die „Höfe aus Hamm“. Die in Latein verfasste mittelalterliche Schrift befindet sich im Hauptarchiv der Stadt.

Sicherung durch Wehr und Damm

Die Lage unmittelbar am Rhein ist opulent und kritisch zugleich: in der über 600-jährigen Geschichte des kleinen Ortsteils lassen sich mehr als acht schwere Hochwasser dokumentieren. Heute schützt ein Damm mit großem Flutwehr den Stadtteil vor schwereren Katastrophen.
Bereits im Jahr 1394 wird Hamm in die Stadt Düsseldorf eingemeindet. Die im Jahre 1458 erneuerte „St. Sebastianus Schützenbruderschaft“ Hamm gehört zu einer der ältesten historischen Schützenbruderschaften der Stadt. Heutzutage prägt neben der katholischen Pfarrkirche St. Blasius, die 1911 neu errichtet wurde, auch der schöne Marktplatz das Ortsbild. Älter als die Pfarrkirche sind die beiden Kapellen. 1709 wurde der Bau der Rochuskapelle am unteren Ende der Fährstraße in Auftrag gegeben. Noch älteren Datums ist die vom Pfalzgrafen Philipp Wilhelm zur Geburt des Prinzen Jan Wilhelm gestiftete Kreuzkapelle. Die von 1658 bis 1660 gebaute Kapelle wird heute von der orthodoxen Gemeinde in Düsseldorf genutzt. Lange Jahre verkehrte eine Rheinfähre zwischen Hamm und Neuss, die 1453 erstmals erwähnt wird. Heutzutage ist es weniger aufwändig, aber auch weniger romantisch, die Rheinseite zu wechseln: über die Josef-Kardinal-Frings-Brücke sowie die Hammer Eisenbahnbrücke kommt man trockenen Fußes auf die andere Rheinseite. Während im Jahr 1824 die erste Schule in Hamm eingeweiht wurde, ersetzte man das erste Gebäude bereits um die Jahrhundertwende durch ein größeres Gebäude an derselben Stelle. Noch heute wird das im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte und in der Folgezeit restaurierte Gebäude als katholische Grundschule verwendet. Und auch, wenn Hamm immer noch etwas Romtantisches, etwas Eigenständiges hat und sich von den übrigen Stadtteilen Düsseldorfs unterscheidet: eine rasante Entwicklung hat mittlerweile auch hier eingesetzt. Neben der historisch gewachsenen und mittlerweile zurückgehenden Landwirtschaft siedelten sich viele Betriebe im handwerklichen Bereich an. Außerdem finden sich Hotels und einige Gaststätten.Die Zukunft macht auch vor Hamm nicht halt.
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Margot Klütsch aus Düsseldorf | 14.08.2015 | 21:01  
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