Junge Botschafterin: Düsseldorferin (16) lebte knapp ein Jahr in West Virginia

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Sylvia Pantel und Olivia Pieczewski
„Living in Amerika“: Für Schülerin Olivia Pieczewski wurde dieser Traum wahr. Die 16-jährige nahm am Parlamentarischen Patenschafts-Programm des Deutschen Bundestags teil und lebte 10 Monate als junge Botschafterin für ihr Land in West Virginia.
Seit 1985 gibt es das Patenschafts-Programm, das Schülern, Auszubildenden und jungen Berufstätigen die Möglichkeit gibt, mit einem Stipendium ein Austauschjahr in den USA zu verbringen. Zeitgleich kommen junge Amerikaner nach Deutschland.
Olivias „Patin“ war in dieser Zeit Sylvia Pantel, Bundestagsabgeordnete aus dem Düsseldorfer Süden. Die CDU-Politikerin wählte Olivia auch als Stipendiatin aus und dies ganz bewusst: „Olivia ist ein weltoffenes Mädchen und hatte es wirklich verdient.“
Vom Austauschprogramm erfahren hatte die junge Holthausenerin, die das Gymnasium an der Koblenzer Straße besucht, auf einer Schüler-Informationsmesse: „Ich war sofort begeistert und habe mich beworben, aber das Verfahren war gar nicht so einfach. Das vollständige ausfüllen der Bewerbungsunterlagen hat gut vier Stunden gedauert“, erinnert sich Olivia. Danach besteht die Chance, zu einem Auswahlverfahren bei der Organisation eingeladen zu werden. Wer dies schafft, führt dann mit seinem Paten, bei Olivia also Sylvia Pantel, ein abschließendes Auswahlgespräch.
Im August vergangenen Jahres ging es dann endlich los in den Südosten der USA: „Ich lebte bei insgesamt zwei Gastfamilien, beide Male sehr ländlich auf einer Farm. Es gab dort viele Tiere, unter anderem sieben Schäferhunde, die als Wachhunde dienten. West Virginia ist ein armer Bundesstaat mit viel Kriminalität. Die Menschen sind sehr offen, herzlich und neugierig. Ich habe mich sofort wohl und gut aufgenommen gefühlt.“
Das Schulsystem sei allerdings total anders als in Deutschland, so Olivia: „Es ist normal, dass alle Schüler in den ersten 20 Minuten der Unterrichtsstunde mit Smartphone oder Tablet das Neueste aus den sozialen Netzwerken checken. Ich wurde auch direkt eine Stufe besser eingestuft als in Düsseldorf. In Deutschland ist das Leistungsniveau wesentlich höher.“ Auch das Schulessen sei gewöhnungsbedürftig. Frische Produkte? Fehlanzeige: viele Fertigprodukte, sogar Obst nur aus der Dose. „Dass es in den USA scheinbar üblich ist mehrmals in der Woche in Fast-Food-Restaurants zu essen, daran musste ich mich erst mal gewöhnen“, erklärt Olivia.
Freunde fand die Holthausenerin schnell: „Alle waren sehr offen und interessiert und haben mich mit Fragen über Deutschland gelöchert. Die skurrileste war, ob Deutschland in London läge. Auch Hitler war ein großes Thema, zum Beispiel ob ich mit ihm verwandt sei, da musste ich schon schmunzeln.“ Politik sei stets ein Thema mit großem Diskussionsbedarf gewesen: „Viele, auch junge Leute in West Virginia sind verbohrt, konservativ und folgen einer vorgefertigten Meinung.“ Ebenfalls gewöhnungsbedürftig: die Amoklauf-Alarme, die mehrmals im Monat an Schulen geübt würden.
„Es war eine tolle Zeit, in der ich unglaublich viel gesehen und gelernt habe. Trotzdem freue ich mich, wieder zu Hause in Düsseldorf zu sein“, resümiert Olivia.
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Marlies Bluhm aus Düsseldorf | 23.10.2016 | 12:16  
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