Katharina Jegg über Kerle, Kekse, Karneval

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Die Italiener auf dem Schiff haben sie zum Kaffee gebracht. Da war Katharina Jegg 26 Jahre alt. "Also habe ich spät damit angefangen", sagt sie. Foto: Görtz

Als Theaterleiterin von Roncalli's Apollo Varieté kümmert sie sich dort um alles, was nicht direkt mit der Show zu tun hat: Katharina Jegg. Im Juni 2014 hat es die 36-jährige Bayerin, die vorher viel auf Kreuzfahrtschiffen gearbeitet hat, deshalb nach Düsseldorf verschlagen. Im Jahr der Bundestagswahl stellte der Rhein-Bote ihr diverse K-Fragen...

Katharina Jegg ist von Berufs wegen eine gute Gastgeberin. Wenn Premieren sind, steht sie am Eingang des Varietés und begrüßt ihre Gäste, von denen sie zu einem großen Teil nicht nur die Namen, sondern auch ihre Gewohnheiten kennt.
Gut vorbereitet ist sie dann auch zum Interview mit dem Rhein-Boten. Statt Kekse reicht sie eine Karotte zum Kaffee - und ist damit, nicht wissend, sofort mitten drin im Gespräch, in dem sie zu Worten mit K in Bezug auf Düsseldorf Stellung beziehen soll.
Also dann:
Karotte: "Esse ich gerne, besonders die vom Carlsplatz."
Kultur: "Gibt es viel in Düsseldorf, kann man aber nie genug von haben. Vor allen Dingen könnte Kulturelles außerhalb Düsseldorfs besser beworben werden. Es gibt tolle Museen mit vielen hochwertigen Ausstellungen. Nicht zu vergessen die Klassiker wie Oper, die Tonhalle, das Kom(m)ödchen und natürlich viele mehr (überlegt und lacht dann) ...und natürlich wir."
Kuchen: "Mache ich sehr gerne selber, esse ihn aber nur, wenn keine Sahne dabei ist. Beeinflusst hat mich mein Opa, der war Konditor." (Was sie nicht erzählt: Während Renovierungsarbeiten im Apollo, hat sie täglich für die dort arbeitenden Handwerker gebacken...Und ihre Rezepte verrät sie auf Anfrage auch).
Kerle: "In meiner Altersgruppe meistens Familienväter, vergeben oder der Karriere hinter her rennend." Sie hält inne, dann sagt die Frau, die ohne Schuhe 1,78 und mit schnell mal 1,86 Meter groß ist: "Oder einfach zu klein." Sie möchte, so erzählt sie, einem Partner auf Augenhöhe begegnen. "In Düsseldorf gibt es die höchste Dichte an netten Männern mittwochs auf der Ratinger Straße oder im Kreuzherreneck." Sie schaut hinaus auf die Rheinwiesen. Es ist ein sonniger, aber ein kalter Tag. "Im Sommer muss ich natürlich nur vor die Tür des Apollos gehen", schmunzelt sie. Leider, das gibt sie offen zu, bisher ohne Erfolg. Aber ein bisschen Werbung in eigener Sache darf sein. "Ich bin bis auf die Größe nicht aufs Äußerliche festgelegt. Er muss schlagfertig sein und Sinn für Sarkasmus, Zynismus und Ironie haben", sagt Katharina Jegg, die sich selbst als starke Frau bezeichnet. Liebe auf den ersten Blicke gebe es bei ihr nicht. "Ich verliebe mich erst in die Persönlichkeit", sagt sie. Materielle Dinge seien ihr egal. "Ich selbst habe ja noch nicht mal einen Fernseher."
Kurioses: Eigentlich könnte sie da mit ihrer Geburt anfangen. Weihnachten 1979 sollte sie auf die Welt kommen. Vier Wochen später, am 23. Januar 1980, war es dann erst soweit. "Ich war 57 Zentimenter groß und 4,2 Kilogramm schwer", sagt sie. Kurioses in Düsseldorf? "Diese aufgesetzte Feindschaft zwischen Köln und Düsseldorf verstehe ich nicht", sagt sie. Zum Schmunzeln bringt sie auch einiges Kurioses auf der schönen Kö. "Kurios bin ich vielleicht für einige, wenn ich statt Brötchen Semmel und statt Straßenbahn Tram sage", lacht sie. "Und wenn ich nach einem Gutti frage, weiß auch niemand, was ich meine", so die gebürtige Rosenheimerin, die dann einfach nur ein Bonbon haben möchte.
Künstler: "Kenne ich ja ganz viele. Sie bereichern das Leben. Künstler leben das, was wir alle machen sollten. Sie leben völlig unabhängig von Religion, Hautfarbe und Nationalität friedlich zusammen und bereiten anderen schöne Momente."
Karneval: "Möchte ich dieses Jahr dringend mal feiern."
Aus persönlichen Gründen habe sie in den vergangenen zwei Jahren keine Gelegenheit dazu gehabt, möchte das 2017 aber ändern. Passend auch das neue Programm, das ab dem 19. Januar bis zum 17. April im Apollo gezeigt wird: "Karneval in Venedig. "Das wird viel verträumter, als die letzten. Wir haben etwa venezianische Puppenspieler und Glasharfen-Künstler dabei", so Jegg.
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1 Kommentar
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Bruni Rentzing aus Düsseldorf | 07.01.2017 | 12:59  
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