Lehrlingsaustausch mit Russland

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Christian Klemm (Lehrlingswart der Innung), Lehrling Johann Koburg, Handwerksunternehmer Franz Alberty.
 
(Foto: ZDH)

Auch wenn die deutsch-russischen Beziehungen derzeit eher unterkühlt sind, wird die Innung Sanitär Heizung Klima Düsseldorf vom 5. bis 16. September im Rahmen eines Lehrlingsaustauschs einen „handwerklichen Bildungsaustausch“ im Bautechnischen Technikum der russischen Stadt Yoshkar Ola leisten.

Die deutsch-russische Bildungspartnerschaft in der Berufsausbildung „4plus2“ geht zurück auf eine Vereinbarung zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Im Juni 2016 begann ein gemeinsames Jahr des deutsch-russischen Jugendaustausches. An dem Projekt sind die vier Bundesländer Berlin, Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen sowie der russischen Republik Mari El vertreten. Die Stadt Yoschkar Ola liegt im eurasiatischen Teil Russlands, etwa 800 Kilometer von Moskau und 3100 Kilometer von Düsseldorf entfernt. Im November 2015 reiste eine deutsche Delegation nach Russland, im Juni 2016 folgte der russische Gegenbesuch in Berlin. Für Düsseldorf nahmen Christian Klemm, Lehrlingswart der SHK-Innung, und Britta Withöft von der Handwerkskammer Düsseldorf an den Begegnungen teil.

Im September werden nun zehn Lehrlinge und fünf Ausbilder nach Russland reisen. Einer von ihnen ist der 20-jährige Johann Koburg, der im Düsseldorfer Handwerksunternehmen Franz Alberty Haustechnik GmbH eine Lehre zum Anlagenmechaniker Sanitär- Heizungs- und Klimatechnik macht. Der Auszubildende im 1. Lehrjahr freut sich auf das Auslandspraktikum, das auf die Ausbildung angerechnet wird. Er möchte neue Freundschaften schließen und vorher noch ganz schnell Russisch lernen. Aber mit der Verständigung dürfte es kein Problem geben, da es Dolmetscher vor Ort gibt. „Bei seiner Auswahl in der Berufsschule spielten auch seine guten Noten eine Rolle“, sagt Lehrlingswart Christian Klemm. Betriebsinhaber Franz Alberty, der den 1932 gegründeten Familienbetrieb in dritter Generation führt, stellt seinen Azubi gerne für das Projekt frei. „Ich finde es gut, wenn junge Leute ihren Horizont erweitern“, sagt er.

Während des Aufenthalts in Russland sollen im Bautechnischen Technikum Übungswände für das SHK-Handwerk entstehen. An diesen werden die Jugendlichen die Unterputzmontage üben – in Russland ist immer noch die Aufputzverlegung von Sanitärleitungen Standard. Als praktische Übung wird die Toilettenanlage komplett erneuert. Das Partner-Unternehmen Geberit AG, das selbst vier Niederlassungen in Russland hat, übernahm das komplette Sponsoring der Materialkosten für die drei Installationswände sowie die anteilige Finanzierung der Aufenthaltskosten für die deutschen Auszubildenden. Sowohl die Stiftung Handwerk stiftet Zukunft als auch der Deutsch-russische Förderverein für Bildung und Ausbildung e.V. unterstützen die Projekte kontinuierlich.

Die Bundesregierung setzt sich für einen verstärkten Schüler- und Jugendaustausch mit Russland ein. Dazu hat sie 2006 gemeinsam mit anderen Partnern die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch mit Sitz in Hamburg ins Leben gerufen. Bisher haben knapp 100.000 Jugendliche aus beiden Ländern an den Projekten teilgenommen. Jährlicher Höhepunkt ist das Deutsch-Russische Jugendparlament, das zuletzt im November 2015 in Moskau getagt hat. Im Juni 2015 begann das Themenjahr des deutsch-russischen Jugendaustauschs unter dem Leitmotiv „70 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs – Jugendaustausch – Verständigung – gemeinsame Zukunft“.
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