Nagasaki-Überlebender: "Die Luft wurde unendlich heiß. Ich dachte, ich muss sterben."

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Masanobu Chita und Kazumi Yamada
Es war ein Donnerstagvormittag als sich am 9. August 1945 im japanischen Nagasaki gegen 11 Uhr Ortszeit die Welt veränderte: Drei Tage nach der Tragödie von Hiroshima wurde auch in Nagasaki eine Atombombe abgeworfen. Kazumi Yamada war damals gerade 12 Jahre alt.
In diesen Tagen besucht der heute 83-jährige Zeitzeuge Düsseldorf. Am Montag lud ihn OB Geisel ins Rathaus ein.

„Es gab einen lauten Knall, alles wurde unnatürlich hell und die Luft wurde unendlich heiß. Ich dachte, ich muss sterben“, erinnert sich Kazumi Yamada an den schrecklichsten Tag seines Lebens. „Nur weil ich mich zufällig im Schutz eines großen Bergs aufhielt, kam ich mit dem Leben davon.“
Ursprünglich war damals ein Direktangriff auf die Schiffswerften geplant. Da in Nagasaki aber schlechte Sichtverhältnisse herrschten, konnte kein exakter Zielabwurf durchgeführt werden. Die Bombe verfehlte ihr Ziel um mehr als zwei Kilometer. Sie explodierte in einem Tal, so dass die umliegenden Berge die Auswirkungen auf die Umgebung der Stadt dämpften. Fast das halbe Stadtgebiet wurde zerstört.
„Menschen, die sich vor den Felsen aufhielten, standen sofort in Brand und wurden getötet“, erinnert sich Kazumi Yamada. Die Bombe explodierte zwei Kilometer vom Haus seiner Großmutter entfernt, bei der er gerade zu Besuch war. „Niemand von uns ahnte damals, dass nach Hiroshima eine zweite Atombombe geworfen werden könnte.“
Anlässlich einer Ausstellung in Dresden zum internationalen Tag des Friedens am 21. September ist der Zeitzeuge Yamada mit einer japanischen Delegation der „Nagasaki National Peace Memorial Hall“ nach Deutschland gereist. Ein Besuch in Düsseldorf, dem „Nippon am Rhein“, durfte da natürlich nicht fehlen: „Wir freuen uns die Altstadt zu besuchen, den Rhein, das EKO-Haus in Oberkassel und sind gespannt zu sehen wie unsere Landsleute hier leben“, erklären Kazumi Yamada und Masanobu Chita, Direktor der „Nagasaki National Peace Memorial Hall“.
Neben den Sehenswürdigkeiten der Landeshauptstadt besucht die Delegation auch einige Schulen, wo Zeitzeuge Kazumi Yamada den Schülern Rede und Antwort stehen wird.
Oberbürgermeister Geisel ist Mitglied im Netzwerk „Mayors for peace“, das 1982 auf Initiative des damaligen Bürgermeisters von Hiroshima gegründet wurde. Rund 7000 Städte weltweit sind Mitglied dieser internationale Organisation, die sich für Friedensarbeit, insbesondere der atomaren Abrüstung, einsetzt.
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2 Kommentare
Kirstin Engelbracht aus Düsseldorf | 26.09.2016 | 20:41  
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Norbert Opfermann aus Düsseldorf | 28.09.2016 | 10:03  
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