Tod mit 54: „Haltepunkt Gerresheim“ trauert um Mitgründer Kureishy

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In Gerresheim herrscht Trauer um einen prägenden Zeitgenossen: Mit Salim A. Kureishy verliert der Künstlerverein „Haltepunkt Gerresheim“ einen Mitgründer und engagierten Mitstreiter.

Salim A. Kureishy starb nach einer krankheit im Alter von nur 54 Jahren. Zu seinem Tod von verfasste der Künstlerverein „Haltepunkt Gerresheim“ einen Nachruf auf seinen Mitstreiter: „Hey Salim, wohin des Wegs? Wie geht‘s wie steht‘s? Was macht die Kunst? Wer kannte ihn nicht im Stadtteil Gerresheim? Und wer hatte ihn nicht ins Herz geschlossen?“, heißt es darin.

Mit seiner freundlichen Art habe der in Saudi-Arabien geborene Künstler immer offene Augen und Ohren für die Belange seiner Mitmenschen gehabt, vor allem auch der Kinder. Als Künstler und Hauswandbildmaler sei er stets kreativ, umtriebig und unbequem gewesen– als Kunstlehrer habe er nicht nur mit großem Sachverstand künstlerische Inhalte und Handwerkstechniken vermittelt, sondern auch den Zugang zum Waldleben.

Natur- und Kulturfreund


Seine künstlerischen Themen basierten auf der intensiven Auseinandersetzung mit der Natur, aber vor allem auch mit den ältesten erhaltenen Kulturgütern und Symbolen der Menschheit, zum Beispiel mit der Venus von Willendorf aus dem Jungpaläolithikum (Altsteinzeit). Zudem ließ er ein sehr altes, weitgehend unbekanntes, recht ungewöhnliches traditionelles Druckverfahren aus Japan wieder aufleben, bei dem farbige Abdrücke der verschiedensten Fische direkt auf Reispapier hergestellt werden.

Im Jahr 2002 eröffnete Salim A. Kureishy in der Nachtigallstraße, einer kleinen Querstraße der Heyestraße, in einem Ladenlokal das „Atelier 7“, wo er bis vor einigen Jahren mannigfaltige Ausstellungen, Ausstellungsreihen und Themenausstellungen zeigte, oft zusammen mit befreundeten Künstlern aus dem Stadtteil. In diesem Zusammenhang erinnern sich viele Besucher an gelungene Vernissagen und Atelierfeste mit Auftritten von lokalen Musikern und Literaten.

Kureishy setzte sich federführend zusammen mit einer handvoll anderer Gerresheimer Künstler seit April 2008 aktiv für den Erhalt und die kulturelle Nutzung des Gerresheimer Bahnhofsgebäudes sowie der unter Denkmalschutz stehenden Bauten auf dem Gelände der Gerresheimer Glashütte ein und gehörte Anfang 2010 zu den Gründungsmitgliedern des seither bestehenden Kunstvereins „HaltepunktDüsseldorf-Gerresheim“.

Seine dortigen Weggefährten formulierten ihre Trauer so: „ Wir sind fassungslos und tief getroffen, dass er so unerwartet nach kurzer heftiger Krankheit von uns ging. Er hinterlässt viele Erinnerungen und nicht zuletzt eine große Lücke im Stadteil-Leben. Salim Kureishy gehörte einfach zu Gerresheim – er war ein Gerresheimer Original und Urgestein.“
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