Trotz Allergie: Genuss am Leben

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Stefanie Grauer genießt ihr Leben und möchte anderen helfen es trotz Lebensmittelunverträglichkeiten auch zu tun.

„Ina verträgt keine Milch und Leon kein Mehl.“ Besonders wer Kinder hat, hört heutzutage solche Sätze öfter als früher. Wer zu einem Kindergeburtstag einlädt, hat es zunehmend mit nachgewiesenen Lebensmittelunverträglichkeiten zu tun. Nicht umsonst müssen auch Gastronomen ihre Speisen seit Dezember 2014 auf Allergene ausweisen.

Eine Betroffene ist die Düsseldorferin Stefanie Grauer. „Ich hatte immer ein paar Allergien“, sagt sie. Vor sechs Jahren bekam die heute 47-Jährige dann einen Allergieschock, der so stark war, dass sie reanimiert werden musste. Sie hat eine Ärzte-Odyssee hinter sich, hat teilweise nur vier Lebensmittel essen dürfen, dennoch sagt sie: „Trotz der Einschränkungen habe ich Genuss am Leben.“ Mit einem Blog und von ihr herausgebrachten Kochbüchern möchte sie, dass das auch anderen Betroffenen so geht.
Die 47-Jährige möchte Mut machen und helfen. Nach dem Allergieschock, so erzählt sie, habe sie Angst und Panik gehabt, dass ihr das selbe noch einmal passieren könne. „Ich habe mich dann aber relativ schnell gefangen“, sagt sie. Nicht nur das, sie führt aus: „Ich hatte den Willen in mir, dass ich das alles hinkriegen werde, dass ich ein normales Leben führen kann.“ Sie, die im Bereich Kommunikationsstrategie tätig war, eine der ersten Frauen war, die 1994 eine Internetseite programmierten, eröffnete unter dem Namen KochTrotz einen Blog. Dort erzählt sie seitdem von ihren Erfahrungen, hat eine große Resonanz auf das, was sie tut. „Der Blog war von Anfang an gut besucht“, sagt sie. Sie setzte sich weiter und intensiv mit der Thematik auseinander und ließ sich als ganzheitliche Ernährungsberaterin ausbilden. Ihre zwei Kochbücher hat sie komplett in Eigenregie herausgegeben. „Ich habe gekocht, fotografiert und geschrieben und gekocht, fotografiert und geschrieben“, sagt sie. Die Rezepte in KochTrotz 1 und KochTrotz2 sind nach einem Baukastensystem aufgebaut, so dass sich jeder individuell nach seinen Allergien die Zutaten zusammen stellen kann. Ihr Wissen, das sie sich wegen ihrer eigenen Erkrankung angeeignet hat, hat Grauer bei der Erstellung weiter geholfen. „Menschen vertragen bei der gleichen Intoleranz unterschiedliche Dinge“, sagt sie. Die Rezepte seien trotz des ausgeklügelten Prinzips einfach nachzukochen.
„Das gibt es so noch nicht“, sagt Grauer über ihr Konzept. Anfangs habe sich kein Verlag dafür interessiert, inzwischen könne sie sich einen aussuchen. Möchte sie aber nicht. Es läuft auch so gut mit ihren Büchern. Denn besonders in den letzten Jahren sind Lebensmittelallergien immer mehr in den Fokus geraten. Sogar bei Discountern gibt es schon lange laktosefreie Milchprodukte, und glutenfreie Nudeln und Brot haben inzwischen auch Einzug bei Aldi gehalten.
Mit dem Blog und ihren Büchern möchte sie anderen Betroffenen helfen. Ihr Ratschlag an alle: „Versuchen, den Kopf nicht in den Sand zu stecken, die Psyche spielt eine enorme Rolle.“ In ihrem Blog ist sie nach wie vor noch sehr aktiv, hilft Ratsuchenden auch, die richtigen Kontaktstellen zu finden. „Alleine auf Facebook gibt es zahlreiche gute Selbsthilfegruppen“, sagt sie.
Die Kochbücher können in Buchhandlungen bestellt werden. „In vielen Reformhäusern und Bioläden in Deutschland und auch im umliegenden deutschsprachigen Ausland gibt es sie häufig auch zu kaufen“, so Grauer.
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