Vorsicht "Enkeltrick": Die Nummer 0211/110 im Display ist nicht die Polizei

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Mehrere tausend Euro wert war der Schmuck, den eine 79-jährige Düsseldorferin in der vergangenen Wochen einem falschen Kripobeamten gab. Sie hatte einen Anruf erhalten. Im Display erschien die Nummer 0211/110. Ihr wurde erklärt, dass eine Einbrecherbande aktiv sei, die auch ihre Wohnung im Visier habe.

Das Angebot, ihren Schmuck der Polizei zu übergeben, nahm die Frau gerne an und überreichte um 23.30 Uhr einem fremden Mann eine Plastiktüte mit den Wertgegenständen. Während die Opfer in vielen Fällen erst später merken, dass sie Betrügern aufgesessen sind, war es in diesem Fall anders. Die Frau wurde erneut angerufen. Ihr wurde mitgeteilt, dass sie Opfer des Enkeltricks geworden sei und wurde gefragt, ob sie das verzeihen könne.
"Letztlich ist es immer die selbe Masche", sagt Lutz Türk, Seniorenberater in Sachen Kriminalitätsvorbeugung, über diesen so genannten Enkeltrick, mit dem Betrüger seit Jahren in Variationen erfolgreich sind. Mal sind es Enkelkinder oder Neffen, mal sind es Polizisten oder Handwerker, die vorgeben etwas in der Wohnung zu wollen bzw. Geld für einen dringenden Notfall benötigen. Türk berät Senioren, wie sie nicht auf diese Tricks hereinfallen. "Die Sache mit der Telefonnummer ist nur aus dem Ausland möglich", sagt er. Dort könne man in Geräte Nummern einspeisen, die dann beim Angerufenen angezeigt werden. "Die Polizei ruft mit unterdrückter Telefonnummer an. Nicht mit der 0211/110", sagt er. Wer einen vermeintlichen Anruf von der Polizei erhält, erreicht unter der Telefonnummer 8700 die Leitstelle, die weiterhelfen kann. Lutz Türk gibt oft den Tipp bei seltsamen Anrufen einfach zu sagen: "Stop. Ich habe Kartoffeln auf dem Herd. Geben Sie mir Ihre Nummer, dann rufe ich zurück." Seriöse Personen hätten kein Problem, ihre Nummer preis zu geben.
Achtsamkeit ist auch an der eigenen Haustür angesagt. "Ich lasse niemanden Fremdes in meine Wohnung", nennt Türk hier eine einfach zu merkende Gedächtnisstütze. Für manche sei es aber schwierig jemanden abzuweisen, der Experte weist deshalb auf Sicherungen hin. Die klassische Kette gehöre nicht mehr dazu, sei sie vorhanden, sei sie okay. Der Experte rät zum Kastenriegelschloss mit Sperrbügel, das auch von außen abschließbar ist. "Das sehen die Täter schon von außen und lassen deshalb vielleicht direkt schon ab", sagt er. Eine günstige Alternative sei die Türklinkenkette, die einfach auch vom Laien mit einer Bohrmaschine zu installieren sei.
Lutz Türk informiert Bürger, die nähere Informationen zu dem Thema haben wollen, gerne. Er ist unter der Rufnummer 8706881 erreichbar. "Größere Gruppen können mich auch gerne einladen", sagt er.
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Bruni Rentzing aus Düsseldorf | 10.02.2017 | 08:36  
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