Die Demokratie der Honigbienen

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Aufgrund der Spende der Allianz-Stiftung können die Samentütchen kostenfrei durch den Imkerverein verteilt werden (v.l.): Fiona Fleßer, Sabine Heiligtag und Jens Nießing vom Verein sowie Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke und Martin Meyer. Foto: Oleksandr Voskresenskyi
 
Befüllen im Schichtdienst insgesamt 12.500 Samentütchen, die jeweils "1 Quadratmeter Bienenweide" ergeben werden: (v.l.) Sabine Heiligtag, Doerte Heiligtag und Fiona Fleßer. Foto: Oleksandr Voskresenskyi
Honigbienen sind die wichtigsten Pflanzenbestäuber in der Natur und für das Leben unersetzlich. Wegen fehlender Blühflächen finden sie jedoch nicht mehr ausreichend Nahrung. Nun ruft der Imkerverein Apidea mellifica Bürger dazu auf, Wild- und Honigbienen wieder entsprechende Nahrungsquellen anzubieten.

Eine Bienenkönigin ist keine absolute Herrscherin. Im Gegenteil: Bienen entscheiden gemeinsam als Schwarm, sie erforschen kollektiv einen Sachverhalt und debattieren lebhaft, um letztlich einen Konsens zu finden. „Honigbienen sind Konsensdemokraten“, erklärt Jens Nießing, Vorsitzender des Imkervereins Apidea mellifica, der vor zehn Jahren gegründet wurde und seinen Sitz im Kleingartenverein „Sonniger Süden“ am Südfriedhof gefunden hat.
Nachdem das Hobby der Imkerei ein wenig in Vergessenheit geraten war, gründeten die Hobbyimker ihren Verein, unter anderem um ein erneutes Bewustsein für die Entstehung von Lebensmitteln und das natürliche System zu schaffen. Der Altersdurchschnitt von Mitte 40 und ein hoher Frauenanteil zeigt, dass das Hobby keineswegs konservativ ist.

Bewustseinswandel tritt ein

„Es setzt ein Bewustseinswandel ein“, erklärt Sabine Heiligtag, die seit zwei Jahren dem Hobby der Imkerei nachgeht, „viele Menschen wollen ökologischer werden.“
Neben dem wohlschmeckenden Honig, den auch die Imker am Südfriedhof ernten, und der bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurde, geht es den Imkern aber vor allem gerade innerstädtisch um den Erhalt von Wild- und Honigbienen. „Ohne Biene keine Kirsche“, fasst Heiligtag die Unverzichtbarkeit der bestäubenden Insekten zusammen. „Angst“, so klärt Doerte Heiligtag Bedenkenträger auf, „müsse man vor Bienen nicht haben. Denn anders als Wespen, sind Bienen in der Regel nicht aggressiv und suchen nur nach Nektar.“
Und genau hier liegt das Problem: Die Ausrichtung der heutigen Landwirtschaft sieht häufig Monokulturen vor. „Nach Abernten zum Beispiel eines Rapsfeldes bleibt eine grüne Wüste übrig“, erklärt Nießing, „in der Bienen keine Nahrung mehr finden.“ Um dem entgegen zu wirken, befüllen die Hobbyimker bereits seit November des vergangenen Jahres 12.500 Tütchen mit Samen von sogenannten „Trachtpflanzen“ wie dem blauen Drachenkopf, Anis, Natterkopf und Rittersporn an jedem Sonntagmorgen um neun Uhr am Lehrbienenstand des Vereins. Über 40 Arten enthält die ausgewogene Blühmischung, die gemeinsam mit Versicherungskaufmann Martin Meyer, der „Aktion Blauer Adler“, einem Projekt der Allianz Umweltstiftung, sowie der PSD-Bank realisiert werden konnte.

Samentütchen kostenlos

Die Samentütchen werden kostenlos an Düsseldorfer Büger verteilt, denn deren Hilfe ist nun wichtig: Ob Balkonkästen, Baumscheiben, Schrebergärten oder Vorgärten – überall in der Stadt kann ein bienenfreundliches Blütenmeer entsteht.
Das Gartenamt der Stadt unterstützt überdies bereits seit vergangenem Jahr das Anliegen der Imker. In der Stadt werden immer mehr Grünflächen zu Bienenweiden und damit auch zu Augenweiden, denn Schmuckkörbchen, Sonnenblumen und Goldmohn bieten neben einem reichhaltigen Nahrungsangebot für Bienen auch ein romantisches Bild.
Weitere Informationen zum Verein und der Aktion „1 Quadratmeter Bienenweide“ unter www.imkerverein-duesseldorf.de
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