Stachelige Angelegenheit: Igelhilfe Rhein-Wupper im Dauereinsatz

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Sigrid Meurer hat täglich alle Hände voll zu tun. Rund 35 Stunden ist sie jede Woche ehrenamtlich als „Igelmama“ eingespannt.

Sei es Igelkisten sauber machen, Futternäpfchen spülen, Essen vorbereiten, füttern, Rede und Antwort am Notruf-Telefon stehen und schwache, verletzte Tiere behandeln: Ihre derzeit „nur“ 34 stacheligen Mitbewohner brauchen intensive Betreuung.

Die Igelpflege ist sehr zeitaufwendig und nur mit täglicher Routine zu bewältigen. Und die Beschaffung von Spezialnahrung, Medikamenten, die Zahlung von Tierärzten bis hin zu einer überlebensfähigen Auswilderung nach dem Winterschlaf mit enormen Kosten verbunden.

Schon seit ihrer Kindheit fühle sich Sigrid Meurer den Tieren stark verbunden, und wenn man einen Garten habe, bleibe es nicht aus, dass man hin und wieder einen kleinen Igel finde. Das Schönste für sie in ihrem Ehrenamt sei es, Igelbabys aufzuziehen und diese später auszuwildern, sobald sie fit seien. „Ein kleiner Findling kam mit gerade mal 51 Gramm zu mir. Mit einem Kilogramm konnten wir ihn proper wieder in die Natur entlassen. Es ist ein einmaliges Gefühl – und auch wenn es weh tut, sie ziehen zu lassen, versuche ich mich nie an ein Tier zu binden.“ Nachts aufstehen müsse sie derzeit nicht, da kein Säugling unter ihren Schützlingen sei.

Seit seiner Gründung im Jahr 2007 ist die Düsseldorferin im Verein Igelhilfe Rhein-Wupper aktiv. Zusammen mit Jens Link und Kassenwärtin Nadine Peter wurde sie kürzlich für zwei weitere Jahre im Vorstand bestätigt.

Durch das Igel-Notfalltelefon (0211/789354) und die Vereins-Website (www.igelhilfe.eu) können sich Bürgern vorab viele Informationen einholen, wenn sie einen Igel finden und nicht wissen, was zu tun ist. „Viele Leute sind willens, den Tieren zu helfen und informieren sich im Vorfeld wirklich intensiv.“

Nicht alle Igel sind hilfsbedürftig


Hilfsbedürftige Igel seien beispielsweise kranke und verletzte Tiere sowie verwaiste Igelsäuglinge, meist mit geschlossenen Augen, die man tagsüber außerhalb des Nestes findet. Auch Igel, die nach Wintereinbruch, das heißt bei Dauerfrost oder Schnee, bei Tag herumlaufen, sollten aufgenommen werden.
Wichtig sei zu prüfen, ob ein Igel unterkühlt sei. „Wenn er kälter als die menschliche Hand ist, sollte man ihn sofort auf eine Wärmflasche setzen.“ In einem mit Zeitungspapier oder einem Handtuch ausgelegten Karton oder Eimer könne er ruhen. Dann sollte man ihm Katzenfutter und Wasser anbieten – aber keinesfalls Milch. Zudem sollte mit Schutzhandschuhen kontrolliert werden, ob Verletzungen, Fliegeneier oder Maden zu sehen sind. In jedem Fall sollte die Igelhilfe kontaktiert werden.

Damit auch die ganz kleinen Düsseldorfer lernen, wie sie mit den Stacheltieren umgehen sollen, besucht Sigrid Meurer regelmäßig Grundschulen und auch Kitas. „Viele Kinder haben einen Igel noch nie gesehen und sind sehr neugierig. Ich erkläre ihnen, was sie fressen, wer ihre natürlichen Feinde sind und wie sie leben – und frage gleichzeitig den Lehrstoff ab.“

Mit ihrem Netzwerk in Düsseldorf, Duisburg und Ratingen ist die Igelhilfe Rhein-Wupper derzeit in verschiedenen Städten aktiv. Einige Pflegestellen mussten jedoch krankheits- oder altersbedingt geschlossen werden. In der Pflegearbeit stellte der Verein in den letzten Jahren vermehrt fest, dass die Igel zunehmend unter Organversagen leiden. Wilde Winter und ein unzureichend tiefer Winterschlaf sowie eine höhere Insektizid-Ausbringung gegen Seidenspinner könnten die Ursache sein.

Sigrid Meurer: „Unsere größte Sorge ist es, das Nachwuchsproblem zu lösen sowie unsere ehrenamtliche Tätigkeit durch Spenden aufrechterhalten zu können. Wir freuen uns über jeden, der uns tatkräftig oder finanziell unterstützt.“ Gerade nach Schließung der Auffangstation „Schneckenhaus“ in Grevenbroich habe der Verein noch sehr viel mehr zu tun.

Spenden-Möglichkeit


Die Spenden-Kontonummer lautet:
Igelhilfe Rhein-Wupper e.V.,
IBAN: DE62300501101004802698,
BIC: DUSSDEDDXXX,
Stadtsparkasse Düsseldorf,
Verwendungszweck: Spende
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4 Kommentare
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Margot Klütsch aus Düsseldorf | 18.11.2014 | 20:28  
Kirstin Engelbracht aus Düsseldorf | 19.11.2014 | 07:52  
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Karin Michaeli aus Düsseldorf | 19.11.2014 | 22:52  
Kirstin Engelbracht aus Düsseldorf | 20.11.2014 | 03:34  
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