Umweltpreis für engagierte Düsseldorfer

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Jürgen Albrecht, Fritz Erdtel, Ellen Bosch und Helga Stuhlgies (Umweltdezernentin) bei der Preisverleihung. Foto: Köhlen
Umweltdezernentin Helga Stulgies hat am vergangenen Dienstag im Rathaus den Umweltpreis der Landeshauptstadt Düsseldorf an den Sportverein TG 1881 aus Oberbilk verliehen. Der Umweltpreis ist mit 2.500 Euro dotiert, Motto in diesem Jahr: "Klimahelden gesucht".

Auslöser für die Auszeichnung war das vorbildliche Engagement der Vereinsmitglieder des TG 1881 bei der energetischen Sanierung ihrer Vereinsgebäude.

Acht weitere Düsseldorfer Klimahelden wurden ebenfalls ausgezeichnet. Sie hatten sich privat, in der Schule, im Verein oder mit ihrem Unternehmen für den Klimaschutz eingesetzt – und das zum Teil schon über Jahrzehnte hinweg.
Der Sportverein Turngemeinde "TG 1881" hatte in den Jahren 2009 und
2010 erste energetische Sanierungen an Vereinsgebäuden vorgenommen.
So wurde das Umkleidegebäude entkernt, neue Sanitäreinrichtungen einschließlich Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung installiert und die Außenwand in Neubaustandard gedämmt. 2011 ließ der Vereinsvorstand im Rahmen des städtischen Projekts "Energiesparen in Sportvereinen" den Energieverbrauch des Sportvereins unter die Lupe nehmen. Heraus kam, dass als nächste Schritte die Wärmedämmung der bisher ungedämmten Gebäudeteile, der Austausch des veralteten Heizkessels gegen einen Brennwertkessel und der Einbau von Solarkollektoren zur Erwärmung des Duschwassers in Angriff genommen werden sollten.

Kredite von Vereinsmitgliedern


"Die Vereinsprojekte zur energetischen Sanierung erhielten Fördermittel,
die Mitglieder engagierten sich aber auch ehrenamtlich und mit eigenen
Mitteln in Höhe von fast 80.000 Euro in vorbildlicher Art und Weise. Nicht zuletzt kam ein erheblicher Anteil der Kredite von den Vereinsmitgliedern", lobte die Umweltdezernentin. Die Dezernentin verband die Preisübergabe mit dem Wunsch,"dass der Sportverein TG 1881 sich auch weiterhin so engagiert für den Klimaschutz einsetzt und für andere Sportvereine Vorbild ist". Die Stadtverwaltung helfe interessierten Vereinen mit Beratung und Zuschüssen. Im Umweltamt und im Sportamt stehen Ansprechpartner zur Verfügung. Acht weitere Düsseldorfer Klimahelden erhielten bei der Feierstunde aus der Hand der Dezernentin Urkunden, die teilweise mit finanziellen Prämien verbunden waren: Der Imkerverein "Apidea mellifica" hat im Rahmen der Aktion "Ein Quadratmeter Bienenweide" in diesem Jahr 7.000 Blumensamentütchen gefüllt und verteilt. Mit der Verteilung der Samentütchen und Öffentlichkeitsarbeit halfen die Mitglieder den Mangel an Blühflächen im Sommer auszugeichen, damit die Bienen ganzjährig genügend Nahrung finden. 2014 sollen mehr als 20.000 Samentütchen verteilt werden. Für die Aktion gab es zur Urkunde eine Prämie in Höhe von 1.500 Euro.

Gisela Redemann ist bereits seit 30 Jahren für die Natur- und Umweltbildung
in Düsseldorf aktiv.
Sie hat den Arbeitskreis Biogarten 1983 mitgegründet
und großen Anteil an der Entwicklung und dem praktischen Aufbau des VHS-Biogartens zur Bundesgartenschau 1987. Sie steht auch für die engagierte Öffentlichkeitsarbeit der Einrichtung. Unter anderem schreibt, gestaltet und produziert sie das jährlich erscheinende Programmheft "Umweltbildungsangebote im VHS-Biogarten". Die Auszeichnung ist mit einer Prämie in Höhe von 1.000 Euro verbunden.

Das Schulgartenprojekt der Französischen Schule Düsseldorf ist – so die
Laudatio "ganzheitlich durchdacht und kann als Umweltprojekt mit besonderer
Fernwirkung bezeichnet werden". Bienenwiese, Obstgarten,
Kompostecke und Insektennisthilfen sind Bestandteile des Schulgartens.
Dazu kommt die Zusammenarbeit mit einem Projekt in Togo, in dessen
Rahmen bislang 1.500 Bäume gepflanzt werden konnten. Die Französische
Schule Düsseldorf erhielt eine Prämie in Höhe von 1.000 Euro.

Das Haus der Familie von Bernd Arand ziert seit mehr als 70 Jahren eine
Fassadenbegrünung mit Wildem Wein. Die Begrünung wird vorbildlich gepflegt, so dass sie die Gebäudesubstanz nicht schädigt und noch lange fortbestehen kann. Fassaden- und Wandbegrünungen verbessern das lokale Kleinklima und filtern Feinstaub aus der Luft. Als optischer Schmuck und Lebensraum für Kleintiere ist die Begrünung ebenfalls von Wert. Die Auszeichnung ist mit einer Prämie von 500 Euro verbunden.

Klimabiomonitoring heißt der Fachausdruck für die wissenschaftliche Überwachung von Klimaveränderungen und deren Auswirkungen auf die belebte Umwelt. Durch den Fang und die Beringung von Singvögeln lassen sich Informationen über die Populationsentwicklung und das Zugverhalten von Vogelarten gewinnen. Einem solchen Projekt widmen sich mit großem ehrenamtlichem Einsatz vier Vogelkundler unter der Leitung des Biologen Dr. Jürgen Schumann. 2013 wurden 340 Vögel beringt. Das Projekt der Gruppe um Dr. Jürgen Schumann erhielt neben der Urkunde eine Prämie in Höhe von 500 Euro.

Die Rheinwohnungsbau GmbH zeigt, dass es möglich ist, zukunftsfähig
neu zu bauen oder den Wohnungsbestand zu sanieren und dabei gleichzeitig
modernen und bezahlbaren Wohnraum in einer Großstadt wie Düsseldorf anzubieten. Vorhandene Liegenschaften werden energetisch optimiert. Dabei wurde der Fokus auf die Nutzung erneuerbarer Energien gelegt. Die Auszeichnung soll dazu beitragen, dass sich andere Wohnungsunternehmen in Düsseldorf an dem Beispiel orientieren. Die Rheinwohnungsbau GmbH wurde für ihr Engagement bei der energetischen Sanierung und der Nutzung erneuerbarer Energien ausgezeichnet. Die Firma "Rotrunner" hat in den 20 Jahren ihres Bestehens 6 Millionen Kilometer an Kurierfahrten mit dem Fahrrad zurückgelegt. Jedes Jahr ersparen die 50 Fahrradkuriere durch den Einsatz von Körperkraft anstelle von fossiler Energie der Umwelt etwa 50.000 Kilogramm Kohlendioxid oder 27.600 Liter Kraftstoff. In neuerer Zeit sind fünf Lastenfahrräder – vier davon mit Elektromotor – für den Transport von bis zu 50-Kilo-Gütern hinzugekommen. Die Firma Rotrunner erhielt eine Auszeichnung "als besonders klimafreundliches Fahrrad-Kurierunternehmen".

Teresa Siebein zeigt mit ihrem Unternehmen "Resi Lecker Baguette" besonders facettenreich, wie der Klimaschutz in einem Cateringbetrieb gelebt
werden kann. Sie verwendet regionale Produkte für die vegetarischen
Erzeugnisse ihres kleinen Betriebes. Zudem kalkuliert sie so, dass möglichst nichts weggeworfen werden muss und packt damit auch das große Problem überbordender Lebensmittelabfälle an. Im Sommer 2013 hat sie auf Lieferfahrten 500 Kilometer per Lastenfahrrad zurückgelegt und der Umwelt so rund 75 Kilogramm Kohlendioxid-Emissionen erspart. Nur in Ausnahmefällen nutzt sie ein Carsharing-Auto. "Resi Lecker Baguette" wurde als umfassend klimafreundliches "Ein-Frau-Cateringunternehmen" ebenfalls mit einer Urkunde ausgezeichnet.
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