Wundervolle Form der Erinnerung

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  Erster Düsseldorfer Memoriam Garten auf dem Südfriedhof


Normalerweise macht sich der Mensch selten Gedanken, wie er mit dem Thema Bestattung umgehen soll, wenn ihn ein Angehöriger verlassen hat. In der Regel übernehmen dies die Bestattungsinstitute. Doch was passiert, im Anschluss? Wer übernimmt die Pflege des Grabes, vor allen Dingen dann, wenn man nicht in der gleichen Stadt wohnt. Zudem haben sich die traditionellen Familienstrukturen massiv verändert. Mit der Veränderung der Gesellschaft, hat sich auch die Begräbnisform geändert. Dem wird seit einiger Zeit Rechnung getragen. In mehreren Städten Deutschlands sind sogenannte Memoriam Gärten entstanden – nun auch in Düsseldorf.

Auf dem Südfriedhof hat seit letzter Woche ein solcher Garten seine Pforten geöffnet. Dieser Park kommt somit nicht nur den Angehörigen entgegen, die ein gepflegtes Grab haben möchten, sondern es verändert auch das äußerliche Bild eines Friedhofes. Dass damit auch die Städte, Gemeinden und kirchlichen Träger ihre Gebührenverluste minimieren, ist sicherlich ein weiterer Aspekt.
Das Abwenden vom traditionellen Grab hin zum Gemeinschaftsgrab oder Gemeinschaftsgrabfeld wird durch die Neugestaltung der gesellschaftlichen Veränderung Rechnung getragen. Der Memoriam Garten bietet nicht nur einer größeren Anzahl an Urnen und Särgen Platz, es wird auch durch den Erwerb eines Grabpflegevertrages das Nutzungsrecht über die Genossenschaft der Düsseldorfer Friedhofsgärtner für eine sehr lange Zeit gesichert. Ein weiteres positiver Aspekt sind die Kosten, die für den Hinterbliebenen um einiges günstiger sind als bei der herkömmlichen Art der Pflege. Ganz abgesehen von den materiellen Dingen bekommt der Friedhof mit dem Memoriam Garten ein völlig neues Gesicht. Diese optisch abwechslungsreiche Parkanlage macht es außerdem möglich, auf einem schön hergerichteten Areal in Ruhe zu verweilen. Eine wundervolle Form der Erinnerung an die Liebsten.
Der Memoriam Garten auf dem Südfriedhof umfasst 2000 Quadratmeter und ist in vier Themenbereiche aufgeteilt: Da ist der Garten der Natur, daneben der Garten der Verbundenheit, sowie der Garten der Farben und zum guten Schluss der Fluss des Lebens. „Eine sehr anspruchsvolle und sehr gelungene Gestaltung“, findet die Grünendezernentin Helga Stulgies. Durch die abwechslungsreiche Bepflanzung zeigt sich der Park je nach Jahreszeit in seinen schönsten Farben und Formen. Neben den acht Bestattungsformen, werden die Namen sowie Geburts- und Todestag entweder auf einem kleinen Stein, einer Stehle, auf einem Schiff (Fluss des Lebens) oder eine Platte verewigt. Sieben Friedhofsgärtner sorgen für die Gestaltung sowie den ordnungsmäßen Ablauf und sollen immer dafür Sorge tragen, dass der Betrachter den Eindruck absoluter Pflege hat. Fast wie im eigenen Garten ist der Memoriam Garten mit Bänken ausgestattet, finden sich Insektenhotels oder Nistkästen. Alles fügt sich einem Gesamtbild.
Es gibt bewusst keine anonyme Beisetzung. Die Bestattung im „Garten auf dem Friedhof“ kostet zwischen 1980 Euro und 9980 Euro. Hinzu kommen die Gebühren der Stadt und die des Bestatters. An einigen ausgesuchten Stellen sind sogar Auswahl und Reservierung möglich.
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