580,5 Millionen Euro zahlte die Pharmaindustrie 2015 an Ärzte und Patientenorganisationen

Anzeige
Düsseldorf: Landtag Nordrhein-Westfalen |

Die Pharmafirmen wollen mit der "Transparenz" dem Image der Korruption entgegenwirken.

Seit 2004 überwacht der Verein Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie (FSA) die Zusammenarbeit zwischen Pharmaunternehmen und Angehörigen medizinischer Fachkreise wie Ärzte und Apotheker sowie den Organisationen der Patientenselbsthilfe. 58 Pharmaunternehmen haben sich dem Verein angeschlossen, 26 unterworfen. Das repräsentiert 75 Prozent des deutschen Pharmaumsatzes mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln. In den USA ist die Offenlegung längst vorgeschrieben.

Den Auswertungen des Vereins

zufolge wurden im vergangenen Jahr die Patientenorganisationen in Höhe von knapp 5,5 Millionen Euro unterstützt, etwa 575 Millionen Euro gingen an Ärzte und medizinische Organisationen. Darin enthalten seien 366 Millionen Euro für klinische Studien und Anwendungsbeobachtungen bei der Patiententherapie sowie 119 Millionen Euro für Vortragshonorare. Für das Sponsoring von Veranstaltungen, Spenden und Stiftungen kamen 90 Millionen Euro zusammen. Die Einzelsummen hier.

Katrin Vogler, gesundheitspolitische Sprecherin der Linken, hält die Selbstkontrolle der Pharmaindustrie für bloße Augenwischerei. «Kranke Menschen sollten sich sicher sein können: Mein Arzt verschreibt nur das, was für meine Genesung wichtig ist. Doch die Realität ist leider eine ganz andere», sagte sie. Der Transparenzkodex helfe Patienten nicht, wenn er nur auf freiwilligen Meldungen der Industrie basiert und jeder Arzt einer Veröffentlichung zustimmen muss. www.pharmazeutische-zeitung.de
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.