Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar… Wo sind sie geblieben?

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Die Goldammer war "Vogel des Jahres" 1999 in Deutschland

„Alle Vögel sind schon da, alle Vögel, alle.“ Was das bekannte Kinderlied von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874) seit seiner Veröffentlichung 1837 als immer wiederkehrendes Bild und Anbeginn des Frühlings reklamieren konnte, zeichnet nunmehr allenfalls Konturen eines beinahe schon romantisierten Sehnsuchtsgefühls nach einer intakten Natur nach, die wir so kaum mehr erleben. Kurzum: Die Schar der Singvögel zeigt sich dieser Tage arg dezimiert. Vogelschützer und Naturschutzverbände schlagen längst Alarm. Entwarnung gibt es nicht.


Anfang des Jahres rief der Naturschutzbund (Nabu) mit der „Stunde der Wintervögel“ dazu auf, Art und Zahl der Vögel im heimischen Garten zu beobachten. Viele Menschen beteiligten sich an dieser Aktion und trugen zu einem umfassenden Datenbestand bei. Der zeigte: Typische Gartenvögel wie die Amsel machen sich mittlerweile rar. Gleiches gilt vielerorts für Star oder Spatz. Kiebitz, Braunkehlchen, Uferschnepfe und Feldlerche sind insbesondere in den landwirtschaftlichen Gebieten stark zurückgegangen. Die Zahl der Rebhühner habe nach Angaben der Bundesregierung zwischen 1990 und 2015 um 84 Prozent abgenommen. Nach Angaben des „Deutschen Jagdverbandes“ (DJV) wurden im Jagdjahr 2015/16 15,55% mehr Rebhühner gegenüber dem Vorjahr erschossen.

Als unstrittige Gründe für den drastischen Niedergang vieler Singvogelarten werden der Einsatz von Insekten- und Pflanzengiften sowie Monokulturen genannt, auch seien die Gartenbesitzer verantwortlich, dass Vögel sich lieber in die Wälder zurückzögen, wenn in den Gärten kaum mehr Sträucher, Disteln oder Sonnenblumen zu finden sind. Stattdessen prägten großangelegte Rasenflächen, Kiesbeete oder ein Pflanzenbewuchs, der den einheimischen Vögeln fremd ist, das Bild moderner Gärten und Vorgärten. Darauf weist heute in Düsseldorf die „Aktion Partei für Tierschutz – TIERSCHUTZliste“ hin.

Die Partei fordert in ihrem Grundsatzprogramm, „(...) Singvögel und andere Vogelarten inklusive der Stadttaube“ gezielt „durch lokale oder regionale Agenden und Maßnahmen“ zu schützen. Jeder, der über einen Balkon, einen Vorgarten oder Garten verfügt, könne "bereits von sich aus einen wertvollen Beitrag zu einer bunten Vogelwelt leisten", so die Partei heute in Düsseldorf. Gemeinsam mit den Naturschutzverbänden wolle die Partei darauf hinwirken, dass ein naturnaher Garten eine Erlebniswelt ganz eigener Qualität darstelle und ein Refugium für die heimische Tier- und Pflanzenwelt bedeute.

Die „Aktion Partei für Tierschutz – TIERSCHUTZliste“ tritt am 14. Mai zur Landtagswahl an.
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