Bergische Kaserne soll Flüchtlingslager werden

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Nach bisherigen Planungen sollte die Bergische Kaserne erst 2017 für den Bundeswehrbetrieb geschlossen werden.

Worüber es schon länger Gedankenspiele gab, das wird jetzt konkret: Das Land stellt eine Anfrage zur Erstaufnahme von Asylbewerbern in der Bergischen Kaserne. In der Bezirksvertretung soll dazu ein Dringlichkeitsantrag gestellt werden.

In Sachen Zukunft der Bergischen Kaserne gibt es eine konkrete Entwicklung: Wie die Stadt am Montagabend mitteilte, sei das Land NRW auf sie zugekommen mit der Bitte, auf einem Teil des Kasernen-Geländes eine staatliche Einrichtung zur Erstaufnahme von Asylbewerbern zu errichten. Rund ein Achtel der Gesamtfläche des ehemaligen Bundeswehrstandorts soll dafür in Anspruch genommen werden. Nun müssten die Rahmenbedingungen dafür weiter geprüft werden.

Nach den derzeitigen Planungen sollen die Asylbewerber in insgesamt fünf Gebäuden nahe dem Eingang der Kaserne untergebracht werden. Weitere Gebäude sollen für administrative Zwecke genutzt werden. Laut Verwaltung könnte die Einrichtung in den kommenden Monaten nach und nach für etwa 500 bis 600 Flüchtlinge hergerichtet werden.

Dabei werde die Summe der dort untergebrachten Menschen auf die insgesamt in Düsseldorf unterzubringenden Asylbewerber vollständig angerechnet. Die Flüchtlinge könnten in Hubbelrath vorübergehend aufgenommen und betreut werden, bevor sie auf andere Kommunen im Land verteilt werden. Mit der Aufnahme der ersten Flüchtlinge sei jedoch nicht vor Herbst 2015 zu rechnen.

Oberbürgermeister Thomas Geisel plädiert für Aufgeschlossenheit gegenüber den Plänen des Landes NRW. Zum einen würde das Maß der Düsseldorfer Zuständigkeiten für Flüchtlinge nicht ausgedehnt, zum anderen gehe nach seiner Überzeugung in der aktuellen Lage nichts an einer solchen temporären Nutzung der Kaserne vorbei.

„Es wird allgemein gefordert, dass der Bund seine Liegenschaften schnell zur Verfügung stellt, um die Lage von Flüchtlingen in Deutschland zu verbessern. Genau das geschieht hier“, so Geisel. „Die Aufnahme von Flüchtlingen ist eine Gemeinschaftsaufgabe, der sich auch die Düsseldorf gern stellt.“

Dass der Stadtbezirk 7 diese Aufgabe nicht zum größten Teil meistern muss, darauf möchte die örtliche CDU achten. „Wir wollen und werden unseren Teil leisten, aber unser Stadtbezirk ist bezüglich der Aufnahme von Flüchtlingen überproportional vertreten“, so der hiesige Fraktionsvorsitzende Rainer Klöpper, „deshalb müssen wir hier auf Augenmaß drängen, auch vor dem Hintergrund fehlender Versorgungseinrichtungen im ländlichen Osten unseres Stadtbezirks“.

Um dem Rechnung zu tragen, will die CDU zur nächsten Sitzung der Bezirksvertretung 7 einen Dringlichkeits-Antrag stellen, der sich mit der Schaffung von Unterbringungskapazitäten für Flüchtlinge und deren Verteilung befasst.
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