Die Bahn verzögert sich - Modernisierungsarbeiten an Düsseldorfer Bahnhöfen dauern länger als geplant

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Vom bisherigen Stand der Modernisierung ist Thomas Jarzombek (r.) wenig begeistert. Baumanagementleiter Boleslawski zeigt ihm, was noch geplant ist. Foto: Lammert

Der Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Thomas Jarzombek bat die Deutsche Bahn zum Ortstermin und ließ sich über den Status der Modernisierungsarbeiten informieren. Dabei wurde auch seine Frage beantwortet, warum das alles so lange gedauert hat.

Verzögerungen, Baustellen, Sperrungen, das kennt jeder Kunde der Bahn. Gut also, dass die Deutsche Bahn dem entgegenwirken wollte und die Bahnhöfe in ganz Nordrhein-Westfalen modernisieren lässt.

„Modernisierungsoffensive“ wurde das Projekt genannt und ging 2009 in die zweite Runde. 417 Millionen Euro mussten hingelegt werden, um 117 Bahnhöfe modernisieren zu lassen. Zwölf Düsseldorfer Bahnhöfe sind Teil des Projekts.
„Es herrschte Nachholbedarf, was die Struktur der Bahnhöfe angeht“, so Stephan Boleslawski, Leiter im Bau- und Anlagenmanagement, „darum haben wir uns dafür entschieden, diese Modernisierungsoffensive zu starten. So wollen wir den Nutzern der Bahn eine noch angenehmere und unkompliziertere Reise mit der Bahn ermöglichen.“

Barrierefreiheit steht im Fokus

Besonderes Augenmerk sei auf die Barrierefreiheit gelegt worden. So habe man Aufzüge und Rolltreppen gebaut oder erneuert und die Bahnsteige erhöht, damit möglichst wenig der eigenen Mobilität im Weg stehe.

Des Weiteren seien Informationsapps geplant, mit deren Hilfe man den Zustand seines Bahnhofs festellen könne. „So ist es zum Beispiel möglich zu überprüfen, ob der Aufzug funktioniert, damit man im Falle einer Reise nicht von einem Defekt überrascht wird. Im Notfall kann man den Bahnhof dann noch wechseln“, so Boleslawski.

Effizienz der Arbeiten wird in Frage gestellt

„Modernisierungsarbeiten sollten zügig passieren und ich frage mich, warum die Düsseldorfer Bahnhöfe wie der Wehrhahn, oder auch Derendorf so lange bearbeitet wurden“, äußert sich Bundestagsabgeordneter Thomas Jarzombek.

„Wir sind selbst nicht optimal zufrieden, wie die Modernisierungen in die Tat umgesetzt wurden“, gesteht sich Boleslawski ein, „allerdings sind solche großen Projekte auch schwer zu koordinieren und wir stießen immer wieder auf Probleme.
Für die Modernisierungen müssen Sperrpausen einlegt werden. Aber man kann ja nicht einfach so einen kompletten Bahnhof sperren, dann würde der Bahnverkehr erheblich beeinträchtigt werden. Unser oberstes Ziel ist es, den Kunden möglichst wenig Beeinträchtigung zuzumuten.“

So habe man unter anderem die Sommerferien als Sperrpausenzeitraum festgelegt. So sollen möglichst wenige Probleme entstehen, was den Zugverkehr betrifft.

Immer wieder kam es zu Problemen

„Solche Sperrpausen müssen auch unter sich koordiniert werden, wir arbeiten ja an verschiedenen Bahnhöfen. Wenn wir die alle einfach sperren würden, führe keine Bahn mehr“, beschreibt der Leiter des Bau- und Anlagenmanagements, „größere Probleme hatten wir allerdings am Wehrhahn und in Derendorf. Am Wehrhahn nämlich, zerstörte die Baufirma die Rolltreppe. Wir haben ein gerichtliches Verfahren eingeleitet und mussten die Rolltreppe zunächst beschädigt zurücklassen, um Beweise zu besitzen. Wir haben die Baufirma dann gewechselt, aber das hat alles enorm Zeit gekostet. In Derendorf hat sich der Bauvorgang auch verzögert, da haben wir Fundamente im Boden gefunden, die wir nicht bestimmen konnten und so mussten wir auch da den Bau zunächst verzögern, bis die Fundamente entfernt wurden.“

In Derendorf sei die Modernisierung der S-Bahn Station bis Mitte nächsten Jahres abgeschlossen. Gleiches gelte für den Ausgang Ackerstraße am Wehrhahn.
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1 Kommentar
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Norbert Opfermann aus Düsseldorf | 10.10.2015 | 22:11  
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