Düsseldorfer ohne Berufsabschluss sind fünfmal häufiger arbeitslos als ausgebildete Fachkräfte

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Foto: Matthias Balzer/pixelio.de
Düsseldorf: Düsseldorf |

Eine stabil laufende Konjunktur und optimistische Geschäftserwartungen führten bei den Unternehmen zu einem gestiegenen Personalbedarf. Gleichzeitig ging die Arbeitslosigkeit deutlich zurück. Erstmalig stellt die Statistik der Bundesagentur für Arbeit qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten für Städte und Kreise bereit.

„Menschen in Düsseldorf, die keinen Berufsabschluss vorweisen können, sind fünfmal häufiger arbeitslos als ausgebildete Fachkräfte.“, fasst Roland Schüßler, Chef der Agentur für Arbeit Düsseldorf, die neue Auswertung zusammen. Gleichzeitig gibt es noch zahlreiche Angebote auf dem Ausbildungsmarkt. Die Chancen in Düsseldorf einen Ausbildungsplatz zu finden, sind deutlich günstiger als in vielen anderen Regionen in NRW“, betont Schüßler. „Wie immer wird in den Sommermonaten die Arbeitslosigkeit bei jüngeren Menschen vorübergehend zunehmen, die sich nach der Schule oder einer betrieblichen Ausbildung arbeitslos melden.“

Personalbedarf gestiegen - deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit


Ende Juni waren 23.961 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 374 weniger als im Mai und 1.265 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank auf 7,2 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Arbeitslosenquote noch 7,8 Prozent.
Die Zahl der arbeitslosen jüngeren Menschen unter 25 Jahren ist gegenüber Mai um 20 Personen auf 1.521 gesunken. Die Arbeitslosenquote betrug für diese Altersgruppe 5,4 Prozent. Damit lag die Arbeitslosenquote bei den jungen Menschen deutlich unter der durchschnittlichen Quote von 7,2 Prozent in Düsseldorf und auch unter dem Landesdurchschnitt.

Fehlende Berufsausbildung erhöht das Risiko, langzeitarbeitslos zu werden

Gegenüber Mai ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 96 auf nunmehr 8.945 gesunken. Noch vor einem Jahr waren 10.161 Menschen länger als ein Jahr arbeitslos gemeldet. Eine fehlende Berufsausbildung erhöht das Risiko, langzeitarbeitslos zu werden, deutlich. Die Arbeitslosenquote für Frauen und Männer ohne Berufsabschluss lag im Jahr 2016 in Düsseldorf bei 22,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote für Menschen mit einer abgeschlossenen Ausbildung fiel mit 4,4 Prozent deutlich geringer aus. „Berufliche Qualifizierung ist und bleibt das wirksamste Mittel, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden“, hebt Roland Schüßler hervor. „Deswegen setzen wir konsequent auf Förderung durch Weiterbildung.“ Im Juni befanden sich 1.546 Personen in einer von der Agentur für Arbeit Düsseldorf geförderten beruflichen Qualifizierung. Dies sind 19 Prozent mehr als im Vorjahr.
Regelmäßig weist die Bundesagentur für Arbeit die Unterbeschäftigung in verschiedenen Betrachtungen aus. Die gesamte Unterbeschäftigung einschließlich der Zahl der gemeldeten Arbeitslosen wird für Juni auf 35.012 Personen berechnet. Die Unterbeschäftigungsquote, die die gesamte Entlastung durch die Arbeitsmarktpolitik umfasst, ist in Düsseldorf im Jahresvergleich mit 10,3 Prozent um 0,1-Prozentpunkt gesunken.
Die Nachfrage nach Arbeitskräften war im Juni auf hohem Niveau. Über 1.800 neue offene Stellen wurden im Laufe des Monats für eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt gemeldet. Am Monatsende waren noch 6.218 offene Stellen unbesetzt.

Der aktuelle Ausbildungsmarkt

Bislang haben die Betriebe und Verwaltungen von Oktober bis Juni 4.002 Berufsausbildungsstellen zur Besetzung gemeldet – 63 Stellen mehr als im Vorjahr. 3.145 Bewerberinnen und Bewerber haben mit dem Ziel einer Berufsausbildung bislang die Hilfen der Berufsberatung in Anspruch genommen. Rein rechnerisch kommen auf 100 Bewerber 127 Ausbildungsstellen. Damit ist die Situation in Düsseldorf deutlich günstiger als in NRW und auch günstiger als im letzten Jahr. Zurzeit suchen in Düsseldorf noch 1.157 junge Menschen einen Ausbildungsplatz. „Aktuell gibt es noch 1.772 unbesetzte Ausbildungsstellen in 140 verschiedenen Berufen. Wer sich jetzt noch um eine Ausbildung bemüht, hat gute Chancen nach den Ferien ins Berufsleben zu starten“, rät Schüßler. Viele Unternehmen erhalten weniger Bewerbungen auf Ausbildungsplätze als in den früheren Jahren. An die Unternehmen appelliert Schüßler, auch geflüchtete und arbeitslose Menschen sowie Jugendliche, die nicht zu 100 Prozent dem Profil entsprechen, in den Fokus zu nehmen. Die Arbeitsagentur kann in vielen Fällen mit Förderleistungen unterstützen. Arbeitgeber können ihre freien Ausbildungsplätze unmittelbar dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter oder über die Hotline 0800 4 5555 20 mitteilen und sich auch über die Förderleistungen informieren. Jugendliche und junge Erwachsene können sich bei der Berufsberatung über die gebührenfreie Hotline 0800 4 5555 00 melden.
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Bruni Rentzing aus Düsseldorf | 30.06.2017 | 22:04  
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