Erdoğans Macht in NRW

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Düsseldorf: Landtag Nordrhein-Westfalen | Großen Einfluss üben Erdogans Organisationen über die Moschee-Gemeinden aus. Die in Köln ansässige Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib), gegründet 1984, gilt in weiten Teilen als aktive Lobby-Organisation für die Politik von Erdoğan. Der Verband untersteht der türkischen Religionsbehörde Diyanet - und diese direkt der türkischen Regierung. Daher sind die von Ditib nach Deutschland entsandten Imame türkische Staatsbeamte mit allen Rechten und Pflichten. Die Ditib-Moscheen sind auch ein Ort politischer Mobilisierung: Beispielsweise fahren bei Wahlen die Gemeinden bekanntlich nahezu geschlossen zu den Wahllokalen. Dass direkte Wahlempfehlungen ausgesprochen werden, bestreitet Ditib jedoch. Ditib sind bundesweit über 900 Vereine angeschlossen, darunter zahlreiche in Nordrhein-Westfalen.

Als Erdoğans verlängerter Arm in Deutschland gilt die UETD. Die Union Europäisch-Türkischer Demokraten beschreibt sich als Zusammenschluss zur Förderung des politischen, sozialen und kulturellen Engagements der Türken in der Europäischen Union. Die UETD wurde 2004 in Köln gegründet, hier befindet sich auch der europäische Hauptsitz. Der Verein organisiert hierzulande Großveranstaltungen wie die Wahlkampfauftritte von Erdoğan und betreibt in Moscheegemeinden aktiv Werbung für seine Partei, die AKP.

Gibt es in NRW Vereinigungen, die sich gegen Erdoğan aussprechen?
Gegenspieler von Erdoğan und seiner Politik sind vor allem die kurdischen und alevitischen Verbände. Beide Gruppierungen sind in der Türkei Repressionen ausgesetzt. In Deutschland hat die größte alevitische Dachorganisation, die Alevitische Gemeinde Deutschland, ihren Hauptsitz in Köln. Der Gemeinde gehören bundesweit 125 Vereine an.

Entnommen aus: „Wie Erdoğan seine Macht in NRW sichert“ von Nina Giaramita

Laut CORRECTIV.RUHR haben die türkischstämmigen NRW-Landtagsabgeordneten Ali Baş (Grüne), Arif Ünal (Grüne),Serap Güler (CDU), Ibrahim Yetim (SPD), Serdar Yüksel (SPD) sich in einer gemeinsamen Erklärung an die türkische Community in NRW gewandt. Sie fordern, auf jede Gewalt zu verzichten und die Spielregeln der Bundesrepublik zu akzeptieren.

Gespannt darf man auf Reaktionen aus und in den Kommunen sein.

Siehe auch aktuelle Videos auf WDR

http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/aktue...

Nicht thematisiert wurde im Beitrag warum Erdogan gerade gegen seinen ehemaligen Mentor Gülen vorgeht. Dieser setzt auf Bildung des Einzelnen, nicht auf Befehl und Gehorsam.
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Bernhard Ternes aus Marl | 24.07.2016 | 15:45  
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