Fahrrad-Club begrüßt Pläne für Fahrbahnradweg

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Derzeit nutzen Radler beidseitig die Gehwegstreifen der Oberkasseler Brücke. Hier Blickrichtung Innenstadt. Foto: Stefanie Siegel
Oberkassel. „Seit Jahren nimmt in Düsseldorf der Motorisierungsgrad ab und gleichzeitig steigt der Radverkehrsanteil kontinuierlich. Die neue Koalition im Stadtrat möchte erfreulicherweise diese Entwicklung fördern und strebt mittelfristig einen Radverkehrsanteil von 25 Prozent an“, sagt Dominik Kegel vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Düsseldorf. „Für die Anpassung der bestehenden Verkehrsinfrastruktur an den neuen Realitäten sind verschiedene Maßnahmen nötig. Die neue Radverkehrsinfrastruktur sollte nicht nur den Düsseldorfern mit ihren 500.000 Fahrrädern eine zügige Fahrt ermöglichen, sondern auch die objektive Sicherheit und das subjektive Sicherheitsempfinden der Radfahrenden erhöhen“, erklärt Kegel.

Pläne werden nicht überall positiv aufgenommen

Dazu plant die Stadt unter anderem einen Radweg auf der Fahrbahn der Oberkasseler Brücke. Diese Pläne wurden jedoch nicht überall positiv aufgenommen, unter anderem wurde in der Diskussion an einen tödlichen Fahrradunfall in den 1970er Jahren erinnert. „1970 war jedoch mit etwa 20.000 Verkehrstoten das schlimmste Jahr in der bundesdeutschen Geschichte. Im wiedervereinigten Deutschland konnte trotz hoher Verkehrsdichte die Zahl der Verkehrstoten pro Jahr auf zuletzt 3.368 drastisch reduziert werden. Der aktuelle Fahrrad-Klimatest zeigt jedoch, dass sich besonders in Düsseldorf viele Radler unsicher auf der Fahrbahn fühlen und lieber den vermeintlich sicheren Bürgersteig benutzen“, sagt Kegel.
Das Radfahren auf der Fahrbahn ist gemäß der Straßenverkehrsordnung der Normalfall und laut Unfallstatistik sicherer als allgemein angenommen. Hingegen sind die in früheren Jahrzehnten favorisierten Radwege auf dem Bürgersteig weniger sicher als erhofft. Aufgrund der häufig fehlenden Sichtbeziehung, zum Beispiel durch geparkte Autos, kommt es regelmäßig im Kreuzungsbereich zu schweren Unfällen. Bei fahrbahngebundenen Radwegen oder dem gemeinsamen Fahren auf der Fahrbahn, zum Beispiel in Tempo-30-Zonen, werden Radfahrende hingegen selten übersehen.

Geplantes Tempolimit zur Erhöhung der Sicherheit

Der ADFC begrüßt daher grundsätzlich die Idee eines fahrbahngebundenen Radwegs auf der Oberkasseler Brücke. Auch die geplante Reduzierung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit hält der Fahrrad-Club zur Erhöhung der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer und natürlich insbesondere der Radfahrenden für richtig. Gegebenenfalls sei zu prüfen, so Kegel, ob dauerhafte Tempokontrollen und / oder eine weitere Reduzierung des Tempolimits notwendig sei. „Überhöhte Geschwindigkeit ist nämlich neben Alkohol am Steuer noch immer die Hauptursache für schwere Unfälle“, erklärt Kegel.
Da es mit 0,9 Millionen Radfahrern pro Jahr einen intensiven Radverkehr auf der Oberkasseler Brücke gibt, muss der geplante Radweg den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (kurz ERA) entsprechen. Dies bedeutet ein zwei Meter breiter Radweg plus 0,75 Meter breiter Sicherheitstrennstreifen zur Fahrbahn. Aufgrund des Gefälles und der Seitenwinde ist häufig mit Pendelbewegungen zu rechnen, was ebenfalls für die Einhaltung des Regelmaßes spricht. „Der auf der Brücke geplante Radweg darf auch keine Insellösung sein, sondern muss auf beiden Rheinseiten fortgeführt werden“, so Dominik Kegel, Mitglied im Kreisvorstand des ADFC Düsseldorf.

Hintergrund:
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. Düsseldorf (ADFC Düsseldorf) ist mit mehr als 2.000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Düsseldorf. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Zubehör und Tourismus. Politisch engagiert sich der ADFC Düsseldorf auf kommunaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs.
Die Geschäftsstelle des ADFC Düsseldorf finden Sie in der Siemensstraße 46 in Düsseldorf-Oberbilk.
Weitere Infos unter: www.adfc-duesseldorf.de · www.adfc.de
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Margot Klütsch aus Düsseldorf | 01.04.2015 | 12:46  
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