Filialschließungen bei der Sparkasse: Senioren meldeten sich zu Wort

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Sprecher des Arbeitskreis Sicherheit- und Verkehr im Seniorenrat, Heinz-Werner Meier
Heute tätigt etwa die Hälfte der Deutschen seine Bankgeschäfte weitgehend über das Internet. Für die Stadtsparkasse offensichtlich auch ein Grund, 18 der 64 Geschäftsstellen in der Stadt Düsseldorf zu schließen. Das brachte in der Vergangenheit viele Senioren schier zur Verzweiflung. Sie wandten sich u.a. an den Seniorenrat der Stadt Düsseldorf. Für das Gremium Anlass, den Leiter des Geschäftsbereichs Filialen der Stadtsparkasse Düsseldorf, Harald Norbisrath, zu einer ihrer öffentlichen Sitzung einzuladen.

Unter dem Tagesordnungspunkt „Senioren und die Bankenwelt“ versuchte Norbisrath etwa 60 Besuchern der Sitzung zu vermitteln, weshalb einige Filialen geschlossen werden müssten. Hauptgründe seien zum Beispiel die niedrige Kundenfrequentierung in den Filialen und das Online-Banking (etwa 45 Prozent Online-Kunden). Dadurch seien einige Filialen unrentabel geworden. „Wir werden jedoch unsere „Kompetenzzentren“ weiter ausbauen und die Kundennähe weiterhin optimieren“, so Norbisrath.

„Durch Schließungen von Filialen werde die Sparkasse ihrem Ruf als Institut, die ihren Kunden nahestehe - und die ja stets mit diesem Slogan werbe - gerecht“, echauffierte sich der 73-Jährige Hans Monhia. „Wo sollen z.B. die vielen bewegungseingeschränkten Senioren und diejenigen, die kein Online-Banking, betreiben ihre Geldangelegenheiten regeln? Bis zur nächsten Filiale schaffen es die meisten doch gar nicht mehr“, fragte eine 70-jährige Rentnerin.

„Wenn es jemand aus gesundheitlichen Gründen nicht schafft, die nächste Filiale aufzusuchen, um etwa Geld abzuheben oder Überweisungen zu tätigen, besteht die Möglichkeit, dass eine autorisierte Person der Sparkasse ihnen Geld oder Überweisungsträger nach Hause bringt, damit sie ihre Überweisungen tätigen können“, so die verblüffende Antwort von Norbisrath.

Anneliese B. wollte aufgrund ihrer Bewegungseinschränkung genau dies in Anspruch nehmen. Damals erhielt sie vom Filialleiter die Antwort: „Das dürfen wir nicht.“ Norbisrath versprach, sich darum zu kümmern und die Mitarbeiter darauf hinzuweisen, dass sie in begründeten Fällen eine Ausnahme machen dürfen.

Für die verbleibenden Sparkassenfilialen regte Seniorenratsmitglied und Sprecher des Arbeitskreises Sicherheit- und Verkehr, Heinz-Werner Meier, an, die Geldautomaten möglichst im Blickfeld des Sparkassenpersonals zu installieren. Darüber hinaus wünschten sich die Senioren Sitzgelegenheiten mit Tischen, um Überweisungen in Ruhe ausfüllen zu können - viele Filialen hielten lediglich Stehpulte vor; auch eine am Tisch angebrachte Lupe wäre sicherlich von Vorteil. Für Norbisrath eine gute Idee, die sich sicherlich verwirklichen ließe.

Info:

In den kommenden vier Jahren werden insgesamt 18 Niederlassungen geschlossen. 13 weitere Filialen werden zu sogenannten Selbstbedienungsstandorten umgerüstet. Von den Schließungen betroffen sind die Filialen Hansaallee, Hansaplatz und Mörsenbroich. 2019 werden die Standorte Hellerhof und Himmelgeist schließen. Die Niederlassungen am Handweiser, am Seestern (2016), Lorettostraße, Universität, Haeselerstraße, und Medienhafen (2017), Flugafen, Rochusmarkt, und Binterimstraße (2018) und Golzheim, Lohausen, Erkrather Straße und Wehrhahn (2019) werden zu reinen Automatenfilialen umfunktioniert, in denen dann nur noch Geldautomaten, Kontoauszugsdrucker und ggf. ein Terminal für Online-Banking zu finden sind. Bankpersonal wird in diesen SB-Filialen nicht mehr anzutreffen sein. [1]

Die Mitarbeiterzahl im Privatkundengeschäft soll sich bis zum Jahr 2019 zwar von derzeit 750 auf 680 wegen Ruhestand u.d.g. reduzieren, jedoch soll es keine betriebsbedingten Kündigungen geben.

[1] düsseldorf-wirtschaft.de
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