Flüchtlinge: Erstes Bürgerforum in Gerresheim

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von links: Miriam Koch, Birgit Lilienbecker, Roland Buschhausen.
Düsseldorf: Evangelische Kirchengemeinde Gerresheim |

Ob es am schönen Wetter lag, dass das Interesse der Bürger an der Informationsveranstaltung recht überschaubar blieb? Oder lag es daran, weil es in Gerresheim keine Probleme mit der Integration von Flüchtlingen gibt? Die Düsseldorfer Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch sieht jedenfalls aufgrund der positiven Erfahrungen mit der bestehenden Einrichtung auf der Heyestraße keine Probleme in dem Stadtteil.

Große Hilfsbereitschaft in Düsseldorf

Am Mittwochabend (15. April) stellte sie die Planungen für die geplanten Modulbauten an der Karlsbader Straße vor. Mit dabei waren der Leiter des Sozialamts Roland Buschhausen und Birgit Lilienbecker, die im Amt für Gebäudemanagement das Thema Asyl koordiniert. An der Karlsbader Straße soll nach der Sommerpause ein Wohnkomplex mit mehreren Modulen (Container) für insgesamt 200 Menschen entstehen. Hauptsächlich sollen dort Familien mit Kindern untergebracht werden. Die Module sollen um einen Innenhof herum gruppiert werden, so dass dort ein zentraler Platz zum Spielen und Aufenthalt im Freien entsteht. Direkt nebenan soll eine neue Kita entstehen – für Düsseldorfer Bürger und Flüchtlinge gleichermaßen. Koch hob noch mal besonders hervor, dass es in Düsseldorf eine vorbildliche Willkommenskultur gebe. „Die Hilfsbereitschaft in Düsseldorf ist gigantisch“, lobte Koch. Viele Bürger böten ihre ehrenamtliche Hilfe oder Sachspenden an. In Gerresheim funktioniere die Integration von Flüchtlingskindern in Sportvereinen recht gut. Darüber hinaus sei die Sprache ein ganz wichtiger Schlüssel für die Integration.

Die Veranstaltung lief den ganzen Abend über entspannt ab. Befürchtungen, dass Düsseldorfer Arme gegenüber den Flüchtlingen zurückstehen müssten, traten die städtischen Vertreter entschieden entgegen. Kirchen und Wohlfahrtsverbände hätten alle Armen und Bedürftigen im Blick. Die Angst vor Ausschreitungen seien unbegründet: nachts und an den Wochenenden werde es einen Pförtnerdienst geben. Asylverfahren dauern in Regel drei Monate bis zu zwei Jahre, erklärte Roland Buschhausen auf Nachfrage. 60 Prozent der Asylsuchenden würden anerkannt. Bei abgelehnten Anträgen gebe es die Bleibemöglichkeit durch "Duldung". Zurzeit gebe es Flüchtlinge aus über 60 Nationen. Koch bezeichnete es als "Armutszeugnis für Europa, dass immer wieder Menschen im Mittelmeer ertrinken".

Das für den 19. April geplante Bürgerforum II "Flüchtlinge im Stadtbezirk 7 (Gerresheim, Grafenberg, Hubbelrath, Knittkuhl, Ludenberg)" in der Aula des Gymnasiums Gerresheim, Am Poth 60, muss aus organisatorischen Gründen auf den 4. Mai (Beginn 19.00 Uhr) verschoben werden.

Weitere Informationen zur Flüchtlingsfrage gibt es unter: http://www.duesseldorf.de/fluechtlingsbeauftragte/index.shtml
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