Freier Galopp für alle Pferde ? Sind wir auf Waldwegen bald nicht mehr sicher ?

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Der Revierförster Zimmermann von der Unteren Forstbehörde ist dagegen und Monheim auch, selbst Langenfeld bekundet den Anspruch der Reiterei, immer mehr Spazierwege für Pferd und Reiter freizugeben, mit Kopfschütteln.

Im Knipprather Wald möchte man möglichst kreuz und quer reiten können, die vorhandenen Reitwege reichen angeblich nicht. Und auch im Galkhausener Wald herrscht angeblich auf den Reitwegen Gedränge und wenn der Vierbeiner morgens ausgeritten wird, ist doch kaum ein Spaziergänger unterwegs.

Deutschland ist ein "Pferdeland" geworden, vor allem im Westen hat sich ein Strukturwandel vollzogen.  Bestimmte Gesellschaftsschichten wurden noch wohlhabender und konnten sich ein Pferd leisten und zwischen Köln und Düsseldorf  blieb in manchem  bäuerlichen Kleinbetrieb die Sähmaschine im Schuppen stehen und auch das Vieh wurde abgeschafft. Diese Form der Landwirtschaft warf kaum noch Gewinn ab und da war es günstiger, im Stall Gastpferden Kost und Logis anzubieten. Die Nachfrage war ja da ! 

Mittlerweile ist es so, dass 3,98 Millionen Deutsche gelegentlich reiten, 1,24 Millionen häufig und rund 1 Million sind im Besitz eines oder mehrerer Pferde. Selbst  4,6 % der Bevölkerung, die über 70 Jahre alt sind, steigen noch in den Sattel.

65 % der Pferdebesitzer sind Frauen und wenn man weiß, dass 75 % der Pferdebesitzer eine Höhere Bildung und auch höhere Einkommen  haben, dann wird deutlich, dass sie ihre Interessen sehr gut vertreten können.

Folgt man einem Bericht der Rheinischen Post, dann ist auch die Landesregierung in NRW auf die vermehrte Freigabe von Spazierwegen für die Reiterei eingeschwenkt. Es wird vermutlich nur noch eine Frage der Zeit sein, wann diese Wege von den Gemeinden  zwingend frei gegeben werden müssen. 

Revierförster Zimmermann sieht eine Kollisionsgefahr, wenn sich Reiter und Spaziergänger auf einem gemeinsam zu benutzenden Waldpfad begegnen. Damit der Pferdehuf es etwas leichter hat, sind die Reitwege meist besandet, da wird es für den Wanderer schwierig, wenn zukünftig sein Weg zur Sandmulde wird. Bleibt es so, wie es ist, dann wird der Wanderweg nach einem Regen kaum noch passierbar, die Pferdehufe dürften alles zertrampelt haben.

Bekannt ist auch, dass die Förderung der Reitwege mit Öffentlichen Mitteln bestritten wird. Da muss der Untergrund der Reitwege verbessert oder Astwerk zurückgeschnitten werden. Die Pferdebesitzer zahlen aber keine Steuern, es ist in etwa so, als würde die KfZ-Steuer entfallen und der Bund müsste trotzdem die Infrastruktur vorhalten. Da muss sich der Hundebesitzer fragen, warum er in mancher Stadt für seinen Vierbeiner manchmal mehr als 100 Euro zahlen muss und auch noch verpflichtet ist, die Hundehaufen zu beseitigen. Man soll einmal die Pferdebesitzer benennen, die einen Beutel mitführen, um die hinterlassenen Pferdeäpfel einzusammeln.

In NRW wird jedenfalls keine Pferdesteuer fällig, die Lobby der Pferdebesitzer hat das bisher verhindert ! So steht die "Deutsche Reiterliche Vereinigung"  hinsichtlich der  Pferdesteuer in einem "Abwehrkampf", der bisher erfolgreich geführt wurde ! Da wagt sich noch keine Landesregierung heran, dieses Privileg zu knacken, angeblich ist es nicht verfassungskonform, weil es gegen die Sportförderungspflicht der Länder verstößt und auch Frauen diskriminiert, die ja mehrheitlich auf dem Pferd sitzen. Da wird es endlich Zeit, dass man auch Motorsportler von der Kfz-Steuer befreit ! 
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