Hambacher Forst: Am Sonntag wird eine rote Linie gezogen

Wann? 19.02.2017 12:00 Uhr bis 19.02.2017 16:00 Uhr

Wo? Parkplatz zum Grillplatz Manheimer Bürge, Forsthausstraße, 50170 Kerpen DE
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Kerpen: Parkplatz zum Grillplatz Manheimer Bürge | Der Tagebau Hambach nimmt jedes Jahr 80 ha vom Hambacher Forst in Anspruch. Dieses Ökosystem hat eine Entwicklung, die seit der nacheiszeitlichen Wiederbewaldung nie unterbrochen wurde und ist mittlerweile sehr selten, nur noch 0,27 % der Fläche Deutschlands bilden vergleichbare Wälder. Der Förster Peter Wohlleben schaffte es in die Bestseller-Listen mit seinen Büchern über den Schutz derartiger Wälder http://www.wildebuche.de. Der Hambacher Forst ist einer der zwei letzten Vertreter der Pflanzengemeinschaft Maiglöckchen-Stieleichen-Hainbuchenwald (Lohmeyer 1937) und erfüllt laut BUND alle gesetzlichen Anforderungen eines FFH-Schutzgebietes. Die Organisation klagt daher gegen den 3. Rahmenbetriebsplan, der die Kohleförderung in Hambach vom 1.1.2021 bis zum Jahr 2030 vorsieht.Link: BUND Klage

Um die selbst gesetzten Klimaziele einzuhalten, muss Deutschland allerspätestens ab 2019 Kohlekraftwerke vom Netz nehmen Link: Kohleausstieg muss 2019 beginnen.
Darunter sind Kraftwerksblöcke in Niederaußem und Neurath, welche aus dem Tagebau Hambach mit Braunkohle versorgt werden. Bis zum Jahr 2020 würde so inklusive bereits geplanter Abschaltungen die heute aktive Kraftwerksleistung um 63% reduziert, ein gutes Drittel bliebe nur übrig. Zusätzlich hinkt der Tagebau Hambach seit Jahren hinter den geplanten Fördermengen hinterher. Trotz all dieser Punkte werden die Flächen planmäßig erschlossen und der Hambacher Forst mit Vehemenz Stück für Stück unwiderruflich zerstört. Von einer Reduzierung des Flächenbedarfs ist keine Rede. Das wirft Fragen auf, besonders im Hinblick auf die energiepolitische Situation. Es entsteht leicht der Eindruck, als würden jenseits der Realität Fakten geschaffen, die nicht das Gemeinwohl im Fokus haben. Der Tagebaubetreiber beruft sich jedoch gebetsmühlenartig auf die Genehmigung aus den 70er Jahren und geht nicht im Ansatz auf eine Aussetzung der Rodung ein, wie Anwohner, Politiker, Waldbesucher, Umweltschützer und Aktivisten es immer öfter fordern.
Link: Grüne fordern Rodungsstopp
Link: NGO verurteilen Zerstörung

Eine andere friedliche Form des Widerstandes bilden die monatlichen Waldspaziergänge. Der Waldpädagoge Michael Zobel bietet einen Blick hinter die Kulissen einer vermeintlich verzerrten Berichterstattung an. Link: Waldspaziergang ohne Folgen Beim letzten Waldspaziergang im Januar 2017 Link: Verhinderungstaktik von RWE wollte der Tagebaubetreiber die Benutzung der Zufahrtstraße komplett untersagen und hätte damit ein Verkehrschaos verursacht. Durch das Einschreiten der Polizei wurde dies verhindert. Für den nächsten Spaziergang in eine Demonstration angemeldet, gegen welche der Tagebaubetreiber Rechtsmittel angekündigt hat. Dies zeigt: Der Blick auf die Rodung des Hambacher Forst, die Gespräche mit Aktivisten, die geäußerte Kritik sind nicht erwünscht. Bei der Demo „rote Linie A4“ im Oktober 2016 haben 1.000 Menschen friedlich eine Grenze gezogen, welche kurz darauf mit Kettensägen und Großmaschinen in Polizeischutz überschritten wurde. Tausend Menschen sind offenbar zu wenig, ebenso über 17.000 Unterschriften einer Petition zu Schutze des Waldes. Link: Petition Es sind augenscheinlich mehr Teilnehmende erforderlich, wenn am 19. Februar 2017 um 12 Uhr rote Kleidung, kreative Verkleidungen und rote Karten erwünscht sind. Link: Rote Linie am 19. Februar Die Anreise mit der S-Bahn wird ausdrücklich empfohlen, ab Haltestelle Buir sind es etwa 30 Minuten Fußweg. Bei der Nutzung von PKW sind Fahrgemeinschaften empfehlenswert, ebenso Wechselschuhwerk.

Hambacher Forst bleibt!

-Text ist gemeinfrei nach CCo 1.0-
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