"Hoffe, dass Benderstraße als lebendige Einkaufstraße bestehen bleibt"

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Cornelia Schmalz, 1. Vorsitzende des Vereins „Die Benderstraße“.

Zum Thema "Umbau der Benderstraße" führte der Rhein-Bote ein Interview mit Cornelia Schmalz, der Vorsitzenden des Vereins "Die Benderstraße".

1. Volle Hütte, emotionaler Austausch, kontroverse Meinungen - wie bewerten Sie die von Ihrem Verein veranstaltete Podiumsdiskussion?

C. Schmalz: "Wir haben die Podiumsdiskussion veranstaltet, um noch mal deutlich zu machen wie wenig Gegenliebe der geplante Umbau bei den meisten Gerresheimer Bürgern findet. Die gesammelten Unterschriften, über 4400, des Vereins "Rettet die Benderstraße“ haben ja schon keine Beachtung gefunden.

Wir wissen dass 75 Prozent unserer Kunden gegen einen solchen Umbau sind. All dieses wollten wir den Politikern nochmals klarmachen und haben deshalb die Podiumsdiskussion veranstaltet. Die Resonanz fand ich bemerkenswert. Wie sie schon sagten „Volle Hütte“.

Leider haben wir durch die schlechte Akustik zu viele Minuspunkte selbst eingefahren. Wenn alle Mikrophone ihren Dienst verrichtet hätten, wäre die Überzahl der Gegner deutlicher geworden.Und ich hätte mich öfter wehren können. Hier sehe ich Verbesserungspotenzial!

Und doch sehe ich einen Erfolg in dieser Diskussion. Ist doch noch einmal klar geworden,dass ein Umbau in dieser Form die Benderstraße nicht umbedingt positiv beeinflussen wird. Im Klartext: Wer übernimmt die Verantwortung?

Viele Straßen in Düsseldorf kranken,obwohl sie umgebaut und auf dem neusten Stand sind. Die Schwierigkeit der Diskussionen liegt darin, dass sich hier egal von wem viel Egoismus widerspiegelt. Ich hoffe und habe es nach der Diskussion auch von einigen gehört,dass man ins Gespräch kommt."

2. Zweifelsohne bewegt das Thema die Menschen. Und egal von welcher Seite aus betrachtet, gab und gibt es offensichtlich Redebedarf. Wie geht's jetzt weiter? Welche Aktionen plant ihr Verein noch?


C. Schmalz: "Kurzfristig sind keine konkreten weiteren Termine geplant. Wir werden aber dran bleiben am Thema, denn die Benderstraße und Gerresheim liegen uns viel zu sehr am Herzen, als dass wir einen Absturz ohne zu kämpfen hinnehmen würden. Bis Januar wird etwas passieren."


3. Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Benderstraße?

C. Schmalz: "Wenn sich mich persönlich fragen, kann ich nur hoffen, dass die Benderstraße als lebendige Einkaufsstraße bestehen bleibt. Ich möchte später meine Enkel in Gerresheim zum Einkaufen um die Ecke in den Obstladen schicken können. Ihnen sagen, dass man das Buch in der Bücherstube kaufen kann und nicht anonym im Internet bestellen muss.

Und mal eben neue Schuhe kaufen ,weil die anderen zu klein sind, kein Problem in Gerresheim. Na gut er darf nicht mit dem Fahrrad auf die Benderstraße „zu gefährlich“, aber zur Sporthalle und Schule geht es eh über die Keldenichstraße oder Unter den Eichen.

Ich werde mit meinem „Gehfrei“ gemütlich über die Benderstraße zum Einkaufen gehen. Beim Plausch mit der Nachbarin ab und zu mal Körperkontakt mit den vorbei Hechtenden haben, aber wir arrangieren uns. Und in die Stadt fahren, mit barrierefreien Haltestellen kein Problem.

So könnte es aussehen, wenn alle noch soviel Umsatz machen können, wie zum Überleben notwendig ist als Kleinunternehmer. Die Kö hat bald keine mehr, aber da gehen wir ja nur zum flanieren hin. Einkaufen können wir in Gerresheim…noch..."
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