Langenfeld "kurbelt" den sozialen Wohnungsbau an !

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Das klang in einem Artikel der Rheinischen Post vor Wochen vielversprechend, doch was der Bürgermeister werbewirksam in Szene gesetzt hatte und wenn man nun abschätzt, wie das umgesetzt werden soll, kann man fast abwinken. Langenfeld  setzt vorrangig auf die Initiative von Bauträgern, stehen größere Grundstücksflächen zum Verkauf an, werden sie entwicklungs- und genehmigungstechnisch durch Rat und Verwaltung entsprechend vorbereitet. In Erschließungsverträgen mit den Bauträgern wird dann festgelegt, wie der Anteil der zu bauenden Sozialwohnungen entwickelt wird und welche Mieten die zukünftigen Bewohner zu zahlen haben.

Stadtverwaltung und Rat können da nur reagieren, die Unternehmen bestimmen, wie sie  derartige Projekte gewinnbringend umsetzen können. Kein Wunder, dass ein Mieter in einer derart preisgedämpften "Sozialwohnung" immerhin noch 8 Euro Kaltmiete pro qm zu zahlen hat. Dieser Vorteil ist aber befristet, danach wird die Miete auf den marktüblichen Wert angehoben. Wer das dann nicht mehr bezahlen kann, der muss sich wieder auf Wohnungssuche begeben. Das ist der entscheidende Nachteil in diesem System !

Nachfolgend fand dann kürzlich eine Diskussion unter Beteiligung von Sozialverbänden statt, über die die Rheinische Post ebenfalls berichtete, ob diese Vorgehensweise richtig ist. Man muss dazu bemerken, dass in den Städten in NRW unterschiedliche Konzepte verfolgt werden, wie die Bürger, insbesondere junge Familien , zu preiswertem Wohnraum kommen. Eine Variante besteht beispielsweise darin, eine städtische Wohnungsbaugesellschaft zu gründen, die das umsetzt. 

Bereits die Grünen hatten das im Langenfelder Stadtrat gefordert, waren aber durch die Mehrheitsfraktion der CDU abgeschmettert worden.

In Wirklichkeit geht es nicht nur um Langenfelder Wohnungssuchende, sondern insgeheim will die Stadt wohlhabende Bürger aus Düsseldorf und Köln anwerben, da sie  dann von deren Einkommenssteuer partizipiert. Dem Bürger wird das dann  so verpackt, als würde damit wirksam der Markt entzerrt. Wer Geld hat, will auch repräsentativ wohnen und so darf man sich nicht wundern, wenn in alten Ortskernen vermehrt "Bonzensiedlungen" hineingeschoben werden. Eine andere Variante, mit der sich die Bauträger durchsetzen konnten ist beispielsweise die Bebauung und Verdichtung von Berghausen, in der hinter meterhohen Schallschutzwänden der Durchgangsstraße triste und konforme Reihenhäuser entstanden sind.

Die Frage ist, wie hätte man es denn gerne oder geht es nicht anders ?

Es wird Zeit , dass wir in abgewandelter Form wieder zum ehemaligen Konzept des "Sozialen Wohnungsbaus"  mit einer einheitlichen Vorgehensweise  für NRW zurückkehren. Es war ein Konzept, dass sich bewährt hatte. Langenfeld verfolgt vorrangig Unternehmerinteressen !
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2 Kommentare
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Jochen Czekalla aus Duisburg | 30.11.2017 | 07:14  
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Stefan Hoffmann aus Düsseldorf | 30.11.2017 | 09:51  
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