Meisterbrief: Doktortitel des Handwerks

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Die 17 Jahresbesten des Handwerks 2015
 
Kanzleramtschef Peter Altmaier bei seiner Festrede
66. Meisterfeier der Handwerkskammer Düsseldorf



Bei der diesjährigen, 66. Meisterfeier der Handwerkskammer nahmen 950 Jungmeister ihre Urkunden entgegen. Unter dieser jungen Führungselite des Rheinischen Handwerks waren 17 die ihre Fortbildung als Jahresbeste abgeschlossen haben. An den Feierlichkeiten im Congress Center Düsseldorf nahmen rund 3000 Gäste aus Politik, Handwerk sowie Vertretern des konsularischen Korps teil. Ganz im Focus dieser Feierlichkeiten stand die Festrede des Bundesministers Peter Altmaier, des amtierenden Chefs des Bundeskanzleramtes.

Nach den Schlaglichtern aus 65 Jahren Düsseldorfer Meisterfeier brachte es die junge Kraftfahrzeugmeisterin Kristina Lambrecht in einem eindrucksvollen Videoclip, bei dem sie sich von einem Hochhaus abseilte und dabei ein Interview führte, auf den Punkt: „Es war schwer, aber es hat sich gelohnt.“ Dies war ganz im Sinne des Präsidenten der Handwerkskammer, Andreas Ehlert, der seine zu ehrenden Handwerksmeister als „Botschafter unseres Wirtschaftszweiges“ bezeichnete. Für ihn tragen alle, die den Meisterbrief erworben haben zum positiven Image des Handwerks bei. Der Meisterbrief ist der Doktortitel des Handwerks. Nach Auffassung des Präsidenten stehen die Meister für eine Kultur der Solidität. Das haben wohl auch nach seiner Meinung die Politiker in Deutschland erfasst. „Das Bekenntnis zum Handwerk und Mittelstand, zum personenbezogenen Unternehmen und zum Meisterbrief ist auch ein Bekenntnis zum Dualen System der Berufsausbildung“, fährt Ehlert fort. Er stellt fest, dass Deutschland in den letzten Jahren für diesen Qualifikationsweg große Sympathien und umfassende politische Unterstützung erfahren hat. Dies sieht Oberbürgermeister Thomas Geisel ähnlich, der in seiner Begrüßungsrede auf die hochqualifizierten Handwerker eingeht und meint: „“Für mich stellt sich als Jurist die Frage, ob uns nicht tüchtige Handwerksmeister weiter bringen, als hochgebildete Juristen.“ Der demographischen Wandel und der veränderten Bildungs- und Berufswahlverhalten der Schulabgänger wird die duale Berufsausbildung vor große Herausforderung stellen. Ehlert macht darauf aufmerksam, dass die Akademikergläubigkeit vieler Eltern die Kinder bezahlen müssen wenn die „Bachelor-Träume“ zerplatzen. Ein scharfer Wettkampf um Ausbildungs- und Karriereweg ist vorprogrammiert. Nach Meinung des Oberbürgermeisters ist das wachsende Düsseldorf für das Handwerk ein interessanter Standort und der „Handwerkerbrief“, der durchaus mit dem universitären Abschluss konkurrieren kann. Der Chef des Bundeskanzleramtes wies auf die Bedeutung des Handwerks für ein gesamtstaatliches und europäisches Interesse hin. „Das Handwerk gehört zu unserem Land, zu unserer Kultur“, macht Altmaier deutlich. Für ihn ist der Handwerksmeister eine kulturelle Errungenschaft aus all den Kriegen, Wirtschaftskrisen und Inflationen. Er lobt die jungen Handwerksmeister: „Auf wieviel Bier sie verzichten mussten, wieviel Tore sie für ihren Verein nicht schießen konnten und sich oft gefragt haben, ob der formale Weg es wert ist zu beschreiten. Sie haben sich über alle Widerstände hinweggesetzt, das ist die beste Garantie, dass das Handwerk Zukunft hat.“ Für Bundesminister Peter Altmaier ist das deutsche Handwerk etwas Einzigartiges auf der Welt. Mit einigen Versprechen hinsichtlich der Besserstellung des Handwerks und des Mittelstandes schloss der Minister seine Rede. Gemeinsam mit dem Präsidenten der Handwerkskammer nahm er die Ehrungen der 17 Jahresbesten vor: Hanna Brüggemann, Maßschneiderin aus Wuppertal, Beatrice Firmenich, Augenoptikerin aus Rheinbach, Andreas van de Flierdt, Installateur- und Heizungsbauer aus Schwalmtal, Fabian Föster, Kraftfahrzeugtechniker aus Meerbusch, Tim Hoffmann, Landmaschinenmechaniker aus Duisburg, Marco Jepkens, Informationstechniker aus Mönchengladbach, Dominik Jürgens, Kälteanlagenbauer aus Dinslaken, Nils Kupp, Elektrotechniker aus Meerbusch, Charline Linnenberger, Friseurin aus Würselen, Thomas Müller, Tischler aus Wegberg, Martin Ophey, Dachdecker aus Kevelaer, Patrick Rive, Zweiradmechaniker aus Krefeld, Kathrin Rütten, Zahntechnikerin aus Grevenbroich, Steffen Rütters, Gebäudereiniger aus Straelen, Tobias Schmidt, Fleischer aus Herne, Nina Siekmann, Bestatterin aus Bielefeld und Jana Strubert, Graveurin aus Radevormwald.
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