Vier Fragen an .... heute: Johannes Remmel - Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Naturschutz und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

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Johannes Remmel, Grüne/Bündnis 90 - Umweltminister des Landes Nordrhein-Westfalen (Foto: Dank an Herrn Remmel)
Düsseldorf: Umweltministerium | Johannes Remmel, Bündnis 90/Grüne, ist angetreten um die ökologisch-industrielle Modernisierung unseres Bundeslandes voran zu treiben. Hierbei hat er sich auf einige wichtige Aufgaben konzentriert, diese wären:

* die Antwort des Landes Nordrhein-Westfalen auf den globalen Klimawandel

* der Schutz unserer wertvollen und wichtigen Natur

* Gerechtigkeit bei der Verteilung unserer Mittel zum Leben und deren Wertschätzung

* Ressourcenschonung und Effizienz bei steigender Ressourcenknappheit

* primärer Stellenwert von NRW als Klimaschutzland in Deutschland und Europa

Hier seine Antworten auf meine vier Fragen:

1. Wo sehen Sie die größten Herausforderungen in Nordrhein-Westfalen für eine zukünftige Umweltpolitik?

Der Klimawandel, der auch an NRW nicht spurlos vorübergeht, ist und bleibt eine der größten Herausforderungen an eine nachhaltige Umweltpolitik. Klimaschutz, Klimafolgenanpassung und die erfolgreiche Gestaltung der Energiewende im Industrie- und Energieland Nr. 1 in Deutschland werden auch in Zukunft ein Top-Thema sein und bleiben müssen. Auf gleicher Dringlichkeitsstufe sehe ich den Schutz der biologischen Vielfalt, den Schutz der Menschen vor gesundheitsschädlichen Stoffen in Luft, Wasser und Boden und den Schutz der immer knapper werdenden natürlichen Ressourcen, das uns zu ökologischen Produktionsweisen und nachhaltigem, ressourcenschonenden (Kreislauf-) Wirtschaften zwingt. Global gesehen müssen wir an der nachhaltigen Sicherung der globalen Ernährung der demnächst 10 Mrd. Menschen auf unserem Planeten arbeiten.


2. Was sind die wichigsten Ecksäulen für den Klimaschutz im Lande?

Die wichtigsten Ecksäulen für Klimaschutz sind die Schaffung von guten und verlässlichen Rahmenbedingungen. Mit dem KlimaschutzStartprogramm (Maßnahmen, die sofort greifen wie z.B. KWK-Förderung mit ca. 250 Mio. € Fördervolumen), dem Klimaschutzgesetz, das verbindliche Ziele zur CO2-Minderung sowie zum Ausbau Erneuerbarer Energien festlegt, und dem Klimaschutzplan, der aufzeigt, mit welchen konkreten Maßnahmen und Strategien diese Ziele erreicht werden, haben wir diesen Rahmen geschaffen. Die KlimaExpo zeigt Best-Practice-Beispiele, was im Land in Sachen Klimaschutz geht. Entscheidend ist, dass die Akteure im Land, die Unternehmen, die Kommunen und die Bürgerinnen und Bürger, die Angebote, die der Klimaschutzplan für sie bereithält, aufgreifen und selbst aktiv werden. Denn Klimaschutz funktioniert nur, wenn alle mitmachen.


3. Für den Verbraucherschutz wurde in den letzten Jahren sehr viel getan. Wo liegen hier noch brachliegende Kapazitäten, die es aufzuarbeiten gilt?

NRW hat die Antibiotikaminimierung, die Wertschätzung von Lebensmitteln, den Verbraucherschutz in der digitalen Welt und die Konsequenzen aus dem Abgasskandal auf die Tagesordnung der diesjährigen Verbraucherschutzministerkonferenz gesetzt, deren Vorsitz ich in diesem Jahr innehabe. Die Ergebnisse amtlicher Kontrollen von Lebensmittelbetrieben werden wir für Verbraucherinnen und Verbraucher mit dem Kontrollbarometer transparent machen, so dass sie schon beim Betreten der Betriebe erkennen können, wie es unter anderem um die Hygiene in diesen bestellt ist. Wir fördern die Verbraucherzentrale NRW, die flächendeckend tätig ist. Sie beschäftigt sich neben vielen anderen Aufgaben derzeit auch intensiv damit, wie Flüchtlinge umfassend informiert und in ihrer Eingliederung unterstützt werden können.


4. Wo sehen Sie, Herr Remmel, wesentliche Veränderungen in der Landwirtschaft hier im Land und darüber hinaus?

Innerhalb der Landwirtschaft kam es in den letzten Jahrzehnten zu einem Strukturwandel, der zu immer größeren landwirtschaftlichen Produktionseinheiten und zu höheren Intensitäten in der Tierhaltung und in der Landbewirtschaftung geführt hat. Mit dieser Intensivlandwirtschaft ging eine stärkere Belastung des Bodens, des Wassers, der Luft und der biologischen Vielfalt einher. Gleichzeitig sind wir heutzutage, betrachtet man beispielsweise den aktuellen Milcherzeugerpreis von 26 Cent pro Liter, von einer gerechten Entlohnung der Arbeit, die von morgens bis abends von den Bäuerinnen und Bauern und ihren Familienangehörigen geleistet wird, meilenweit entfernt. Ziele der Landesregierung sind die Entwicklung einer nachhaltigen bäuerlichen Landwirtschaft, der Schutz unserer Umweltgüter und die Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten im Sinne einer „In-Wert-Setzung“ von Land- und Forstwirtschaft sowie Gartenbau, Lebensmittelerzeugung und regionaler Vermarktung.


Ich sage - Herzlichen Dank - an unseren Umweltminister.
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3 Kommentare
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Elisabeth Jagusch aus Schermbeck | 03.05.2016 | 18:22  
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Willi Heuvens aus Kalkar | 03.05.2016 | 21:47  
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Bernhard Ternes aus Marl | 17.05.2016 | 15:27  
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