Was bewirkt die Pappe am Laternenpfahl ?

Anzeige
Nun werden für die bevorstehende Bundestagswahl die Wahlplakate aufgehangen. Die Umgebung wird bunter, aber nicht interessanter. Wen soll man da sympathisch finden, wenn jeder Kandidat im zurechtgerückten Foto dreinschaut. Einer gab zu, einem erlauchten Kreis 60 Fotos vorgelegt zu haben, die dann das Vorteilhafteste herausgesucht hatten. Bevor auf den Auslöser gedrückt wird, ist bei dem Kandidaten oder der Kandidatin schon ein dreistündiges Trimmen vorausgegangen, wenn man nicht mit einem Bildbearbeitungsprogramm operiert.

Warum schaut nicht mal einer von oben nach einer durchzechten Nacht herunter, das wäre doch ehrlicher als diese Kunstatmosphäre. Da wird doch schon klar, dass mit diesen Mogelfotos die Wählertäuschung beginnt.

Vor Jahren stellte ein CDU - Kandidat in Langenfeld bei der Kommunalwahl sein Gattin mit aufs Bild. Kann man  annehmen, dass er Politik auch in der Küche macht und das Eheweib die letzte Entscheidung trifft ? Da berührte man amerikanische Verhältnisse und fühlt sich an Nancy Reagan erinnert, dem dem Ronald auch hilfreich zur Seite stand. Letztendlich ist dieser Kandidat bis zum Vicebürgermeister emporgestiegen und ein kurzer Rock könnte da Steigbügelhilfe geleistet haben. Jedenfalls war das Konzept so erfolgreich, dass man nach 4 Jahren wieder im Duett auftrat. Aber es ist nicht herausgekommen, wer von beiden tüchtiger war.

Angeblich lässt sich der Wahler durch Wahlplakate kaum beeinflussen, dass sagen nicht Wahlforscher, sondern der Wähler in Umfragen selber. Aber im Unterbewußtsein bleibt immer was hängen, es ist so ähnlich wie mit der Musik im Supermarkt, Stimmungen kann man erzeugen und auch Wechselstimmungen.

Zu einem Plakat gehört auch ein Werbetext. Heute fuhr ich durch Leverkusen, wo ich Lauterbach von der SPD von einem Großplakat auf mich herüberblicken sah. Lauterbach natürlich mit Fliege, die gehört zu ihm wie der Stern zum Benz. Nun ist die SPD-Wahlwerbung etwas agressiver geworden, Hannelores Schmusekurs mit wie "Wir Malocher"  ging ja völlig in die Hose . Nun versprechen die Spitzenkandidaten im Zeichen der sozialen Gerechtigkeit Ideen, die durchgesetzt werden. Das hat in unserem Nachbarland Frankreich der nunmehr präsidiale Spitzenkandidat Macron schon hinter sich. Nach 100 Tagen Amtszeit hat er immer noch nicht richtig geliefert.

Der Direktkandidat  der CDU in der Farbenstadt traut sich auch nicht alleine aufs Plakat. Mit ihm blickt der Mann aus Bergisch Gladbach, der Klartextredner auf den Betrachter. Er steht also mit Wolfi Bosbach auf einer Linie, was immer das heissen mag. Wie er da hin gekommen ist, weiss er nicht so recht und wenn der erste Regen Wellen auf Plakat geworfen hat, könnte er diese Linie schon wieder verlassen haben. Wer selbst also konturenlos ist muss sich nur ein wenig aus dem Schatten seines Souffleurs  herausstellen um wahrgenommen zu werden. 

Ja , so ist das mit den Sprüchen wie mit dem Weihnachtsmann, wenn man schön sein Kreuzchen macht, bringt er auch was Schönes. 

Schade um die Pappe am Laternenpfahl.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.