Weniger Lohn für gleiche Arbeit

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Rote Taschen anlässlich des "Equal Pay Day" wurden auch in Düsseldorf verteilt. (Foto: SoVD NRW)

Frauen verdienen für dieselbe Arbeit oft weniger als Männer. Und dabei geht es nicht um minimale Unterschiede: Nach Angaben des Sozialverband Deutschland (SoVD) haben Frauen über alle Berufsgruppen hinweg im Durchschnitt 22 Prozent weniger Geld in der Lohntüte als Männer. Um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen, verteilte der SoVD heute rote Tragetaschen in der Düsseldorfer Altstadt.

Die rote Tasche soll die klamme Kasse der Frauen symbolisieren. Anlass für die Aktion ist der heutige "Equal Pay Day": Das Datum des Tages zeigt an, wie lange Frauen rein rechnerisch mehr arbeiten müssen, um im Durchschnitt das gleiche Einkommen zu erreichen, das Männer bereits zum Jahresende 2012 erzielt haben. Laut SoVD arbeiten Frauen also "80 Tage für lau".

Gefahr der Altersarmut

EIn Ungleichgewicht, das sich auch bei der Altersvorsorge bemerkbar macht, warnt der SoVD: "Frauen sind daher auch massiv von Altersarmut bedroht. Da viele Frauen auch nur in Teilzeit- oder Minijobs arbeiten, ist eine eigenständige Existenzsicherung nicht möglich", sagt SoVD-Landesfrauensprecherin Gabriele Helbig. Sie fordert deshalb einen gesetzlichen Mindestlohn, die Abschaffung sozialversicherungsfreier Beschäftigung sowie eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

"Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit"

Helbig kritisiert zudem, dass viele so genannten Frauenberufe meist schlechter vergütet sind als klassische Männerberufe. Als Beispiel nennt sie die Tätigkeit als Altenpflegerin und die als Kfz-Mechaniker: "Die Pflege eines alten Menschen ist in unserer Gesellschaft offenkundig viel weniger wert als die Reparatur eines Autos. Das kann so nicht richtig sein. Wir fordern gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit", sagt Helbig.

Der SoVD (Sozialverband Deutschland) ist nach eigenen Angaben mit mehr als 540.000 Mitgliedern einer der größten Sozialverbände in Deutschland. In Nordrhein-Westfalen gehören dem Verband über 100.000 Menschen an. Der gemeinnützige Verband leistet für seine Mitglieder sozialrechtliche Beratung und vertritt sozialpolitisch die Interessen behinderter, chronisch kranker, pflegebedürftiger, älterer und sozial benachteiligter Menschen.
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